Trockene und raue Füße

02.12.2011Sie fühlen sich rau und rissig an, sehen unschön aus und können äußerst schmerzhaft sein - trockene Füße. Bedingt durch Heizungsluft, festes, luftundurchlässiges Schuhwerk und Kälte an sich sind sie keine Seltenheit. Problematisch ist es, wenn eine trockene Fußhaut chronisch wird, z. B. ausgelöst durch eine Krankheit wie Diabetes mellitus oder Neurodermitis. Aber auch gesunde Menschen können ernsthaft erkranken, sobald ihre trockenen Füße eine Eintrittspforte für unterschiedlichste Erreger darstellen. Schon kleinste Verletzungen, sog. Mikroverletzungen der Haut sind bereits ausreichend. Zu Verletzungen der Haut zählen unter anderem Hyperkeratosen (Überverhornungen) und Rhagaden, auch Fissuren oder Schrunden genannt. Dabei handelt es sich um tiefe Einrisse in der Fußsohle, meist im Fersenbereich.

Bei Diabetes mellitus ist die Schweiß- und Talgdrüsenaktivität der Fußhaut stark vermindert und das Wasserbindevermögen der Haut ist generell reduziert. Das führt zu einer extrem trockenen Haut und Fußhaut. Leider ist dadurch die Immunabwehr der Haut stark herabgesetzt. Ist der Diabetes gut eingestellt, ist das Risiko einer Infektion der Haut gegenüber Nicht-Diabetikern ähnlich hoch.

Die häufigste Infektion einer gestörten oder defekten Haut ist eine Dermatomykose (=Hautpilz). Eine Dermatomykose wird von einer Gruppe von Pilzen ausgelöst, den Dermatophyten. Sie lauern überall, vor allem im feucht- warmen Milieu (Sauna, Schwimmbad, festes Schuhwerk). Einige „leben“ auch auf der normalen Haut, können jedoch keinen Schaden anrichten, wenn eine gesunde Haut vorliegt. Wird die Hautflora gestört z. B. durch Trockenheit, so haben die Pilze ein leichtes Spiel in die Haut einzudringen. Ein Ort der Erstmanifestation ist meist der Zehenzwischenraum, vermehrt zwischen der 4. Und 5. Zehe. Dabei löst ein Zehenengstand ein feuchtes Klima aus. Ist die Fußhaut betroffen sieht sie rötlich-schuppig aus und bildet kleine weißliche Risse und Hautschuppen. Diese können den gesamten Fuß befallen. Ob die Fußhaut nur trocken ist oder ob eine Fußmykose vorliegt, kann rein optisch nicht festgestellt werden. Dazu ist eine ärztliche Diagnostik mit entsprechendem Abstrich zwingend notwendig.

Die Hautschuppung bei einem Mykosebefall oder allein die Schuppung einer „nur“ trockenen Haut kann ein Eingang für Streptokokken (Bakterien) sein. Diese Streptokokken können die Ausbildung eines Erysipels (Wundrose) herbeiführen. Sie dringen durch eine Mikroverletzung in die Fußhaut ein und breiten sich in den oberen Hautschichten aus. Ein Erysipel zeichnet sich durch eine zungenförmige Rötung am Fußrist und/oder Schienbein, die scharf begrenzt ist aus. Begleitet wird die Erkrankung meist von Fieber und Schüttelfrost. Eine Antibiose ist unumgänglich!
Um solche nicht seltene Erkrankungen zu vermeiden, ist es notwendig die Eintrittspforte zu finden und zu schließen. Sind es trockene und schuppige Füße können Cremes mit Silberionen eine schnelle Hilfe bieten. Sie pflegen nicht nur die Haut, sondern wirken durch den Silberanteil stark entzündungshemmend.

Verhornungen und Rhagaden sollten fachgerecht vom Fußpfleger oder Podologen abgetragen werde, damit die Fußhaut wieder elastisch wird. Zuhause können hornweichende Salben auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Zahlreiche Firmen bieten Hornhautreduziercremes an. Sie werden partiell auf die zu lösenden Stellen aufgetragen. Niemals auf gesunde Haut cremen.
Mithilfe von Urea (künstlicher Harnstoff) und Salicylsäure wird die Hyperkeratose aufgeweicht. Ist dies nach etwa drei Wochen regelmäßiger Anwendung geschehen, wird eine hauttypgerechte Pflege notwendig. Bei der Auswahl des richtigen Pflegeproduktes muss darauf geachtet werden, dass es viel Feuchtigkeit enthält, die Fußhaut geschmeidig macht und nicht nur fettend ist. Herkömmliche „Schrundencremes“ enthalten oftmals zu viel Paraffin oder Vaseline, welches die Haut zudeckt und nicht mehr atmen lässt. So ist es also ein gegenteiliger Effekt. Eine bessere Alternative sind Cremes, die das Wasserbindevermögen der Haut aktivieren, zum Beispiel spezielle Schaumcremes (beim Fußspezialisten oder in der Apotheke erhältlich). Egal, für welche Pflege Sie sich entscheiden, wichtig ist die Regelmäßigkeit der Anwendung.
Niemand möchte auf Dauer raue, schuppige und zuletzt kranke Füße. Denn nur gesunde Füße sind schöne Füße.

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