Was tun, wenn der Fuß Augen macht?

01.02.2011Statistisch gesehen hat jeder 3. Erwachsene Probleme mit schmerzhaften oder unschönen Druckstellen am Fuß. Als Ursache hierfür ist vorwiegend falsches oder zu enges Schuhwerk zu nennen, aber auch genetische Dispositionen wie Fehlstellungen und Deformitäten des Fußes. So kann ein ausgeprägter Hallux valgus (deformierte Großzehe) die gesamte Statik des Fußes und somit auch die normalen Belastungsstellen verändern.
Im Laufe des Alters nehmen die elastischen Fasern der Sehnen und Bänder ab, was zur Folge hat, dass sich diese verkürzen und neue Deformitäten des Fußes (z. B. Hammerzehen) hervorrufen können. Diese neue Belastungssituation ergibt neuen Druck und somit eine neue Druckstelle.

Welche Gegenmaßnahmen gibt es nun, und welche sind sinnvoll?
Ganz oben steht die Fußgymnastik, um das Erschlaffen der stabilisierenden Sehnen und Bänder zu verhindern. Bewährt haben sich dabei Übungen mit dem Igelball. Der Fuß wird auf den Igelball gestellt und hin und her gerollt. Nicht nur die Durchblutung wird positiv beeinflusst, sondern die Sehnen und die kleinen Muskeln werden gestreckt. Hammerzehen können dadurch verhindert werden.
Eine gute Abhilfe bei schmerzenden Verhornungen im Mittelfußbereich schaffen professionell angefertigte und angepasste orthopädische Einlagen für die Schuhe. Mit dieser Hilfe ist der Fuß in der Lage eine Fehlstellung zu korrigieren. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass langsam mit der Korrektur begonnen wird. Viele machen den Fehler und tragen die Einlagen anfangs viel zu lange. Das führt dazu, dass die Muskeln zu schnell anders belastet werden und anfangen zu schmerzen. Ideal wäre das Tragen stundenweise zu steigern. Am ersten Tag nur zwei Stunden tragen, am zweiten Tag drei Stunden usw.
So gewöhnen sich Füße und die gesamte Körperstatik an die neue, andere Belastung.
Einen guten Schutz bieten auch konfektionierte Druckschutzmittel aus der Apotheke. Sie gibt es in vielen erdenklichen Formen, sodass eine große Bandbreite an Fußproblemen abgedeckt werden kann. Egal ob es ein Hühnerauge auf oder zwischen den Zehen ist, ob es sich um Schwielen im Vorfuß-oder Fersenbereich handelt. Bewährt haben sich Druckschutzkissen aus Polymergel. Diese Polymergelkissen geben permanent ein medizinisches Öl ab, welches die Druckstellen geschmeidig hält, sie aber nicht aufweicht und nicht entfernt.

Die wohl effektivste Methode ist das fachgerechte Abtragen der Verhornung durch den Podologen oder medizinischen Fußpfleger mittels Skalpell. Zudem sind sie befähigt die Verhornung unblutig zu entfernen und gegebenenfalls zu beraten, warum es zu dieser Druckstelle kam.

Nicht zu empfehlen sind alle herkömmlichen Hühneraugenpflaster, die es in der Drogerie oder in der Apotheke zu erwerben gibt. Die Pflaster enthalten meist Salizylsäure in hoher Konzentration. Der Grundgedanke ist, die Verhornung aufzuweichen und aufzulösen. Das Problem daran ist, dass die selbstklebenden Pflaster selten an der für sie gedachten Stelle verbleiben. Sie verrutschen gerne bei jedem Schritt. Das führt dazu, dass die gesunde Haut gereizt und entzündet wird. Was einen doppelten Schmerz zur Folge hat. Nicht selten treten ernsthafte Hautdefekte nach längerem Gebrauch auf. Für Diabetiker kann eine solche Selbstbehandlung schwere Folgen haben.
Als unbedenklich gilt die Erweichung mit Propolislösung, sofern keine Allergie auf Bienenprodukte vorliegt. Sie wird auf ein Stück Gaze aufgestrichen und an der verhornten Stelle appliziert. Diese natürliche Methode macht nur Sinn, wenn die Verhornung dann auch abgetragen wird.
Der beste Schutz ist eine gute Fußgesundheit, Beweglichkeit der Gelenke und der Ausgleich von Fußfehlstellungen.

Fachliche Beratung Podologin Carmen Schardig

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