Wickel, Auflagen und Kompressen

03.05.2010Sie bringen schnelle Hilfe, wenn es juckt, denn sie können direkt an der betroffenen Hautstelle wirken.
Wenn Sie Wickel, Auflagen oder Kompressen zubereiten möchten, benötigen Sie einige Baumwolltücher in der entsprechenden Größe und Wirkstoffe, die Sie vielleicht schon zuhause haben, oder für wenig Geld besorgen bzw. selbst  herstelllen können.
Die Baumwolltücher können Sie im Anschluss waschen und wieder verwenden. Es eigenen sich hervorragend Mullwindeln, alte Geschirrhandtücher, Waschlappen (z. B. für eine Kompresse) oder Baumwollsäckchen.
Ob Sie sich für eine Auflage, einen Wickel oder eine Kompresse entscheiden, hängt von Ihrer persönlichen Vorliebe ab. Bei einigen Vorschlägen ist die Entscheidung auch vom Zustand der Haut abhängig.
Viele Patienten empfinden Kälte angenehmer, als Wärme. Hier ist die Unterstützung der Kühlung  mit einem Kühlelement sehr angenehm. Wenn Sie eher Wärme mögen, dann dürfen Sie die verwendeten Substanzen im Wasserbad etwas erwärmen.

Quark-Auflage:
(Hilft gegen Juckreiz bei trockenen Ekzemen oder  z. B. auch nach Insektenstichen, Quallenkontakt, Brennnesselkontakt usw.)

Magerquark
(am besten gut gekühlt)  evtl. mit etwas Lavendelöl (wirkt beruhigend) oder Apfelessig mischen und auf ein doppelt gefaltetes Baumwolltuch auftragen. Die Quark-Auflage auf die juckenden, nicht aufgekratzten, Hautstellen legen.
Man kann die Auflage mit einem Kühlelement (wie sie für Kühltaschen verwendet werden) abdecken und  mit einem zweiten Baumwolltuch fixieren.

Bei sehr trockener Haut ist es hilfreich, wenn man die betroffenen Hautstellen nach Quark-Anwendungen mit Johanniskraut (Rezept siehe Hautpflege) oder Ringelblumen (Rezept siehe Hautpflege) pflegt.

Essig-Kompresse
(juckende, trockene oder nässende Hautausschläge)
Apfel- oder Obstessig mit Wasser vermischen (4 Teile Wasser, 1 Teil Essig), ein Baumwolltuch damit tränken und auf die betroffenen Stellen auflegen.

Quark-Kompresse:
(Bei aufgekratztem, blutigem Ausschlag)
Magerquark mit etwas Arnikatinktur (aus der Apotheke) oder - (Rezept siehe Hautpflege) vermischen und auf ein Baumwolltuch ca. 1 - 2 cm dick auftragen. Das Baumwolltuch nun so falten, dass der Quark eingewickelt ist.
Die Kompresse legt man auf die betroffenen Hautstellen auf und kann sie mit einem Kühlelement und einem weiteren Baumwolltuch fixieren.
Im Anschluß an die Behandlung sollte die Haut mit Johanniskraut oder Ringelblumen/Arnika gepflegt werden.

Ringelblumen-Auflage:
(bei nässenden Ausschlägen)
Ringelblumentinktur (in der Apotheke erhältlich) nach Anleitung mit abgekochtem Wasser verdünnen und ein Baumwolltuch damit tränken. (Alternativ: Kompresse mit unverdünntem Ringelblumen tränken).
Das ausgedrückte Baumwolltuch auf die betroffenen Körperstellen auflegen (evtl. zusätzlich Kühlelement).
Die Auflage sollte mind. 1 - 2 Std. aufliegen und kann dann erneuert  werden.

Wickel oder Kompresse:
4 EL getrocknete Stiefmütterchen mit 1 l kaltem Wasser  8 Stunden lang ansetzen, aufkochen, 10 min. zugedeckt ziehen lassen, abseihen und kalt stellen. Wickel bzw. Kompresse zubereiten.

Leberwickel:
4 EL Schafgarbe mit 1/2 l kochendem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen.
Ein Baumwolltuch eintauchen, ausdrücken und im Leberbereich (re. Oberbauch) auflegen. Der Wickel sollte so heiß wie möglich aufgelegt werden und ca. 30 Min. aufliegen.
Die Wärmewirkung kann mit einer Wärmflasche unterstützt werden.

Retterspitz-Wickel
(bei nässenden oder trockenen Hautausschlägen, bei Juckreiz, kann auch bei Kopfschuppen und Milchschorf eingesetzt werden)
Retterspitz nach Anweisung (siehe Packungsbeilage) mit Wasser mischen und auf die betroffenen Hautstellen auflegen.


Waschungen:
(Bei nässenden oder trockenen juckenden Hautausschlägen)
Waschungen sind ein uraltes, einfach durchzuführendes  Mittel, den Stoffwechsel anzuregen und somit die Entgiftung über die Haut zu verbessern.
Regelmäßig durchgeführt (ca. 6 Wochen lang täglich) verbessern sie das Erscheingungsbild der Haut, kurzzeitig angewendet wirken sie juckreizlindernd.

Sie können Ganzkörper-Waschungen oder auch nur Teil-Waschungen ( z. B. Beine, Oberkörper) durchführen.

WICHTIG
Ober- und Ganzkörperwaschungen wirken anregend, Unterkörperwaschungen eher beruhigend. Um Einschlafschwierigkeiten zu vermeiden, sollten Ober- und Ganzkörperwaschungen morgens durchgeführt werden.

Durchführung:
Eine Schüssel mit  Wasser (ca. 18 bis 20 l ) füllen und Obst- oder Apfelessig (4 Teile Wasser/1 Teil Essig) zugeben (anstelle der Wasser-Essig-Mischung kann man auch Stiefmütterchen-Absud verwenden)
Leinen- oder Baumwoll- Waschlappen mit Essig-Wasser-Mischung  tränken und den gesamten Körper bzw. Körperteile damit abwaschen. Für alle Waschungen muss der Körper warm sein. Am besten fährt man sie im Bett durch.

Vorgehen:
Körper zügig, mit einem nicht zu nassen Waschlappen waschen, anschliessend nicht abtrocknen (Verdunstungskälte verstärkt Reiz).

Bäder:
(bei trockenen oder nässenden juckenden Ausschlägen)

Stiefmütterchen-Bad oder Waschung:
8 EL getrocknete Stiefmütterchen mit 1 l kaltem Wasser 8 Stunden lang ansetzen, aufkochen, 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen.
Den Absud ins Badewasser geben oder erkalten lassen und Waschungen durchführen.
Die Badedauer sollte 30 Min. nicht überschreiten.

Arnika-Bad mit Badesalz:

500g Meersalz mit
50 Tropfen  Arnika (siehe Hautpflege) in einem Einmach-oder Schraubglas verschütteln, Glas fest verschließen und gut schütteln.
Nach einer Woche ist das Badesalz einsatzfähig.
Für ein Vollbad benötigen Sie ca. 100 bis 200 g Badesalz. Die Badedauer sollte ca. 20 bis 30 min. sein.

Hautpflege:

Ringelblumen-Öl
10 gehäufte EL getrocknete Ringelblumen (kontrolliert biolog. Anbau) in ein großes Glas (z. B. Einmach-Glas) geben und mit 3/4 l Distel Öl (kaltgepresst, aus dem Reformhaus) übergießen.
Ca. 2 - 3 Wochen zugedeckt  stehen lassen (bei Raumtemperatur) und anschliessend im Wasserbad erwärmen (Glas soll zur Hälfte im Wasser stehen). Die Temperatur im Kräuteröl sollte nicht über 60 Grad ansteigen.
Nach ca. 3 Std. sind auch die wärmelöslichen Bestandteile ins Öl übergegangen und es kann durch ein Sieb abgegossen werden. Das Öl in eine Flasche abfüllen und 1/2 TL reines Vitamin E zugeben. Öl kühl lagern, ca. 6 Monate haltbar.

Das Öl kann bei gereizter Haut als Körper-Öl oder auch als Ölbad  (2 EL Öl auf 1 Vollbad) angewendet werden.
Wenn es als Körper-Öl verwendet wird, empfiehlt sich die Zugabe von 1 EL Sojalecithin (63%) aus der Apotheke (Öl zieht dann schneller ein). Man kann auch einige Tropfen (echtes) Rosenöl dazumischen.


Arnika-Öl:
20 frische Arnikablüten (oder einen Esslöffel getrocknete) mit 200 ml Olivenöl in ein Schraubglas geben und für 30 Tage an einen warmen Platz, Sonne, oder andere Wärmequelle stellen (alle Tage schütteln ). Anschliessend wird das Öl durch ein Sieb gefiltert und in eine kleine Flasche abgefüllt.  Einige Tropfen reines Vitamin E verlängern die Haltbarkeit  und pflegen zusätzlich die Haut.

Das Öl kann bei gereizter, nässender Haut als Körper-Öl oder als Ölbad (2 EL Öl auf 1 Vollbad) verwendet werden.

Johanniskrautöl:
Mischungsverhältnis: 1 Teil frische oder getrocknete Johanniskraut- Blüten, 5 Teile hochwertiges Olivenöl.
Die Blüten in ein Glas geben, mit Öl vollkommen bedecken. An einem sonnigen Fensterbrett verschlossen ca. 4 bis 6 Wochen stehen lassen, gelegentlich durchschütteln. Fertig zum Abseihen ist das Öl, wenn es die rote Farbe des Pflanzenfarbstoffs Hypericin angenommen hat.

Das Öl eignet sich vor allem in den Wintermonaten zur Pflege bei trockener, juckender Haut.

Rosen-Hautpflege-Creme:
(sehr gut fÜr Patienten, die auf Salbengrundlagen allergisch reagieren)

Zutaten:
4 EL kaltgepresstes Olivenöl (Reformhaus)
einige Rosenblüten
25 g Bienenwachs (Reformhaus, Apotheke)
etwas destiliertes Wasser
einige Tropfen reines Vitamin E

Zubereitung:
Olivenöl im Wasserbad erhitzen, einige Rosenblüten bzw. Rosenöl (aus der Apotheke) zugeben, 10 - 14  Tage ziehen lassen; dann abfiltern.
Bienenwachs (kontrolliert  biolog. Anbau) im Wasserbad erwärmen bis es zähflüssig ist, dann zufügen.
Die Masse langsam rühren bis sie erkaltet ist. Nach und nach einige Tropfen destilliertes Wasser zugeben bis die  Hautcreme die richtige Beschaffenheit hat.  Abschliessend noch einige Tropfen reines Vitamin A (aus der Apotheke) zugeben. Creme in ein Glas abfüllen und kühl lagern.

Zur Pflege der gereizten Haut  kann man anstelle der Rosenbl¸ten auch Ringelblumen- oder Arnikablüten zugeben.
Bei sehr extremen Allergikern, kann die Creme auch ohne Blüten bzw. mit einigen Tropfen eines ätherischen Öls (z. B. Lavendel)  zubereitet  werden.

In einem Schraubglas abgefüllt hält die Creme ca. 6 Monate (im Kühlschrank).






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