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18.08.2009

Der allergische Notfall

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Die schwerste Form der allergischen Reaktionen ist die Anaphylaxie, eine Überreaktion des Immunsystems mit Symptomen wie z.B. starke Übelkeit und/oder Erbrechen, manchmal verbunden mit plötzlicher Darm- oder Harnentleerung, Atemnot bis zum Atemstillstand, massiver Juckreiz an den Händen oder Fußsohlen, starke Rötung der Haut, metallischer Geschmack im Mund oder Prickeln und Juckreiz im Mund- und Rachenraum, Schwellungen an den Lippen, Augen oder generell im Gesicht, Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinstrübung, Herz- oder Kreislaufversagen. Der allergische Schock kann unter Umständen tödlich verlaufen.

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Die häufigsten Auslöser sind Nüsse, Erdnuss, Milch, Eier, Fisch und Schalentiere, Soja. Soja wird z.B. auch in Narkosemitteln eingesetzt. Daneben gibt es eine Reihe anderer Lebensmittel, die einen anaphylaktischen Schock auslösen können, meist genügen geringste Spuren dieser Lebensmittel, auch z.B. nach  dem Einatmen von Erdnuss- oder Milchpulverstäuben oder Fischgeruch beim Passieren einer Fischbude.

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Weitere Auslöser sind Insektengifte, Medikamente (vor allem Narkose- und Kontrastmittel, Schmerzmittel, Antibiotika), Naturlatex und vieles andere. Manchmal wird die ansonsten „erträgliche“ oder kaum bemerkbare Reaktion durch gleichzeitige körperliche Anstrengung (z.B. nach Sport) erheblich in ihrer Wirkung verstärkt.

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Hatten Sie bereits einmal einen anaphylaktischen Schock, so hat Ihr behandelnder Arzt Sie sicher mit einem sogenannten Notfallset versorgt. Dieses besteht aus einem Antihistaminikum und einem Cortisonpräparat (Tropfen oder Saft) sowie einer Adrenalinspritze (Fastjekt oder Anapen) und einem Asthmaspray. Im Bedarfsfall wird je ca. 1/3 der Tropfen eingenommen. Die Anwendung der Adrenalinspritze zeigt Ihnen Ihr Arzt, prägen Sie sich die (sehr einfachen) Handgriffe immer wieder ein, im Notfall müssen Sie oder ein Begleiter schnell reagieren. Deshalb informieren Sie auch Erzieher oder Familienangehörige, bei Jugendlichen auch die engeren Freunde über die Anwendung. Tritt zudem noch Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust auf, atmen Sie noch 1-2 Hübe von dem Spray ein.

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Die Adrenalinspritze ist für den Laien gedacht, denn bis der Arzt informiert ist und eintrifft und die weitere Behandlung übernimmt, kann es unter Umständen zu einem (tödlichen) Kreislaufversagen kommen. Lassen Sie sich nicht von Ihrem möglicherweise uninformierten Arzt einreden, Sie schaden damit sich oder Ihrem Kind. Bei bekannter Reaktion auf eines der vorgenannten Allergene ist das Notfallset Pflicht! Heranwachsende ab einem Alter von 12 Jahren sollten mit dem Gebrauch des Notfallset selbst umgehen können.

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Im Notfall sollten Sie immer sofort handeln, warten Sie nicht erst ab, ob die Beschwerden sich von selbst bessern! Fordern Sie zusätzlich ärztliche Hilfe an, versuchen Sie nicht, selbst noch zum Arzt zu fahren. Legen Sie sich oder das betroffene Kind hin und lagern Sie die Beine hoch.

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Wenn Sie Reaktionen wie beschrieben schon bei sich beobachtet haben, aber bisher noch nicht in Behandlung sind, wird der Allergologe testen, welches „Ihre“ Auslöser sind und z.B. mit einer Hyposensibilisierung versuchen, Sie immun gegen das Allergen zu machen. Bei Nahrungsmittelallergenen sollten Sie die Hilfe einer Fachkraft in Anspruch nehmen, um das Allergen gründlich meiden zu können.

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Hilfsmittel wie ein Allergiepass nennt den oder die auslösenden Allergene, wobei der Pass nur für die lebensbedrohlichen Allergene wichtig ist, alles andere ist für den Notfall irrelevant. SOS-Kapseln als Kette oder Armband sind auch hilfreich, für Nickelallergiker aber keine Lösung, da sie direkt auf der Haut getragen werden. Ich empfehle einen speziellen Schlüsselanhänger, den hat man meist dabei, eine Brieftasche nicht immer.

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Medikamente und Adrenalinspritze sind nur begrenzt haltbar, denken Sie deshalb rechtzeitig an ein neues Rezept.

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Weitere Informationen bekommen Sie über Ihren Selbsthilfeverband sowie über www.anaphylaxie-hilfe.dewww.allegiezentrum.org.

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