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Epidermale Barriere

10.08.2015Die Permeabilitätsbarriere der Haut schützt vor einem übermäßigen Wasserverlust und vor dem Eintritt von schädlichen Substanzen aus der Umwelt wie Irritanzien, Allergenen und Mikroorganismen. Die Permeabilitätsbarriere ist überwiegend im Stratum corneum lokalisiert, besteht aus Korneozyten und einem lipidangereicherten Interzellularraum, und wird während der epidermalen Differenzierung gebildet. Beim atopischen Ekzem liegt eine gestörte Permeabilitätsbarriere vor, die sich bereits in unbefallener Haut nachweisen lässt. Die gestörte Barriere ermöglicht Umweltstoffen, u. a. Allergene der Hausstaubmilben, Tierepithelien und Pollen, den Eintritt in die Haut. Dies löst bei prädisponierten Patienten über immunologische Mechanismen die atopische Entzündung aus. Als Ursache der gestörten Barriere sind Veränderungen im Lipidstoffwechsel und der epidermalen Differenzierung insbesondere Filaggrin-Mutationen von Bedeutung. Filaggrin-Mutationen führen zur Barrierestörung und zur trockenen Haut. Therapeutika beeinflussen die Barriere beim atopischen Ekzem unterschiedlich. Topische Therapien mit potenten Kortikosteroiden führt nicht zur Reparatur der Permeabilitätsbarriere beim atopischen Ekzem, während unter Therapie mit Calcineurininhibitoren und lipidhaltigen Externa die Reparatur der Barriere unterstützt wird.


Ehrhardt Proksch (1), Regina Fölster-Holst (1), Matthias Bräutigam (2), Marjan Sepehrmanesh (2), Stephan Pfeiffer (3), Jens-Michael Jensen (1)

(1) Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Universität Kiel
(2) Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
(3) Microscopy Services GmbH, Flintbek


JDDG, Journal d. deutschen dermatologischen Gesellschaft, Ausgabe Nr. 10/2009 vom 14.10.2009





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