Heiß-kalte Anwendungen

02.12.2011Wechsel zwischen heißen und kalten Anwendungen auf der Haut stimulieren das Immunsystem. Im Herbst und Winter kann vorbeugend oder als Therapie die Kraft der Hitze und Kälte auch zuhause genutzt werden.
Die starken Temperaturdifferenzen fördern die Hautdurchblutung, damit werden Entzündungsstoffe schneller abtransportiert. Gleichzeitig entspannen sich die Muskeln und das Schmerempfinden sinkt. Wann hilft was?

Erkältungen gehen mit verstärktem Kälteempfinden einher. Gleichzeitig kann die Körpertemperatur steigen. Ist die Erkältung bereits ausgebrochen, sind ausgewählte Heiß- und bestimmte Kaltanwendungen hilfreich. Am bekanntesten sind Wickel, die den Kälte- und Wärmereiz nutzen. Zur Fiebersenkung werden Kältewickel um die Waden gelegt. Wichtig ist bei Wickeln der 3-Schichtaufbau. Innen liegt ein feuchtes Tuch aus Leinen oder Baumwolle, darauf folgt ein trockenes Baumwollhandtuch und außen liegt am besten ein trockenes Wolltuch. Die feuchtkalten Tücher entziehen dem Körper Wärme. Wichtig ist, dass der gesamte Körper während dessen gewärmt wird, um eine Auskühlung zu verhindern. Anreicherungen im Wickel können zusätzlich positive Wirkungen haben. Quark oder Lehm im inneren feuchten Wickel reduzieren Entzündungen und Verbrennungen. Sie lindern Juckreiz und Schwellungen. Im Brustwickel können Teemischungen mit Thymian und Salbei schleimlösende Wirkungen haben. Wichtig ist bei Wickelanwendungen immer die Wärmung des Körpers.

Krampfschmerzen und Verspannung können mit Auflagen verbessert werden. Wärmflaschen und dem Bauch oder Rücken wirken Wunder bei Unterleibsschmerzen und Rückenschmerzen. In Kurbädern oder beim Physiotherapeuten kommen Moor und Lehmpackungen bei chronischen Rückenschmerzen zum Einsatz. Bekannt sind Fangopackungen bei Rheuma, Hexenschuss, Sehnenscheidentzündungen und Neurodermitis. Bei den Auflagen wird mit Moor, Lehm oder Fangoschlamm ein Brei gemischt, der auf eine Temperatur von 45 bis 50 °C erhitzt wird. In einer mehreren cm dicken Schichten werden Körperteile mit dem Brei bestrichen. Während der nächsten ½ Stunden dringt die Wärme in tiefere Gewebsschichten ein. Ähnlich wie bei den Wickeln ist die Körperwärmung während dessen wichtig. Auflagen mit Beimischungen aus Kräutern, Zwiebeln und Heublumen entfalten zusätzlich positive Wirkungen. Gestampfte gekochte Kartoffeln oder heißer Zwiebelsud hilft bei Schnupfen oder Halsschmerzen als Auflage. Bei akuten Entzündungen, die sich mit Schwellungen zeigen, helfen Kälteauflagen an gezielten Stellen.

Aktivierung des Immunsystems für Gesunde bringen Sauna, Aufgüsse und Bäder. Bei starken Reizungen wie Sauna oder Kalt-Heißwassergüße wird das Immunsystem herausgefordert. Ist jedoch die Erkältung schon ausgebrochen, schwächen die Reize das ohnehin überforderte Immunsystem. Sauna ist nicht gleich Sauna. Trockene heiße Saunen wie die klassische Finnische Sauna haben andere Wirkungen als feuchte Caldarien. Für den Kreislauf ist trockene heiße Luft leichter verträglich. In Dampfbädern wie dem Caldarium wird bei niedrigeren Temperaturen von ca. 45 °C und fast 100 % Luftfeuchtigkeit der Körper zum schwitzen angeregt. Die Schleimhäute werden befeuchtet und sind damit besser gegen Angriffe von Viren und Bakterien gerüstet. Beim Inhalieren von heißem Dampf werden die Bronchien unterstützt. Nach der Sauna gehören kalt-warme Wechselduschen zur Anregung des Immunsystems dazu. Die Reize trainieren die Gefäße, die Haut strafft sich. Ein kurzer Aufenthalt an frischer Luft löst einen weiteren Kältereiz aus. Ergänzend können Kneippgüsse oder Fußbäder aktivieren. Wichtig ist bei Sauna oder Guss nach der Abkühlung die ausreichende Ruhe und Wärme. 


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Autorin: www.susanne-miesera.de




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