Stars und Sternchen am Naturkosmetikhimmel

05.10.2008Schaut man sich die Umsatzzahlen der Kosmetikindustrie an und sucht dann die Umsätze der Naturkosmetikhersteller wird schnell klar, dass mit ca. 5% die Biokosmetik nur ein minikleiner Markt ist. Dieser Nischenmarkt wächst aber genauso wie der Umsatz an Biolebensmittel und so wird auch die Biokosmetik für größere Hersteller interessant.
Bisher tummelten sich bei den Rosencremes und Rosmarinshampoos nur Überzeugungstäter, die noch aus der ersten Alternativwelle vor 20-30 Jahren entsprangen. Doch die Zeit als Cremetuben im Naturkostladen in der hinteren Ecke verstaubten sind vorbei. Jeder größere Bioladen hat ansprechende Bereiche mit Spiegel und Probierfläschen für die vorwiegend weibliche Kundschaft. Längst finden sich bei Schlecker, Müller und DM auch Bio-, Öko- und Naturkosmetik. Teilweise verkaufen Discounter unter eignen Markennamen Fremdprodukte von Naturkosmetikherstellern, teilweise stellen aber auch die Originalfirmen ihre zum Kauf. Und dann gibt es noch die Pseudofirmen mit Blümchen und Bio auf dem Etikett, aber in der Tube von Bio keine Spur.

Seit im Jahr 1993 das Bundesministerium für Gesundheit eine Definition des Begriffs "Naturkosmetik“ vorgelegt hat, wonach Naturkosmetik ausschließlich aus Naturstoffen hergestellt sein soll, ist keine weitere verbindliche Definition dazugekommen. Etwas ähnlich wie das Bio-Siegel für Lebensmittel mit verbindlichen gesetzlichen Regelungen gibt es nicht. Naturkosmetik-Produkte unterstehen wie alle Kosmetikprodukte dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch – LFGB. Diese Verordnung schreibt unter anderem vor, dass alle in kosmetischen Produkten eingesetzten Inhaltstoffe mit ihren INCI-Bezeichnungen (INCI = International Nomenclature Cosmetic Ingredients) auf der Verpackung deklariert werden müssen, aber das besondere der Naturkosmetik wird nicht sichtbar.

Den großen Anteil am Minimarkt Naturkosmetik teilen sich Traditionsunternehmen wie Lavera, Logona, Dr. Hauschka und Weleda. Schätzungen gehen davon aus, dass von den knapp 500 Millionen € Umsatz das meiste bei den großen Vier landet. In den letzten Jahren wurden kleinere Firmen wie z.B: Tautropfen aufgekauft, dies beschleunigt die Konzentration des Marktes.
Das Sortiment der einzelnen Firmen ist sehr unterschiedlich. Dr. Hauschka ist den großen Markt der dekorativen Kosmetik eingestiegen und eroberte dank einiger begeisterter Schauspielerinnen in Hollywood den amerikanischen Markt. Weleda sieht sich als die Gesundheitsmarke für die ganze Familie und hat ihren Schwerpunkt in der Baby und Schwangerenpflege. Logona und Lavera sind ebenso im hartumkämpften Dekorativkosmetikmarkt aktiv. Vor Jahren noch im Biomarkt verpönt, wirbt jetzt die Geschäftsführerin von Lavera für Antifaltencreme und geht jetzt offensiv in den Antiageing-Markt.

Einen guten Überblick über das Sortiment und die Produktpalette der großen Naturkosmetikfirmen gibt die Seite www.naturalbeauty.de Hier haben sich neben den vier genannten Firmen noch Santaverde und Primavera zusammengeschlossen und informieren interessierte Kunden.

Bei den Drogeriemärkten mit ihren Eigenmarken wie alverde von DM oder alterra von Rossmann Drogerie stecken häufig angesehene Naturmarken dahinter. So kann alverde günstiger sein, aber trotzdem in großen Testheften wie Ökotest gut abschneiden. Um Sicherheit im Discounter oder in der Drogerie zu haben, achten Sie auf das BDIH Etikett.




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