Hilfen bei Nagelpilzen

09.10.2011Pilzinfektionen sind weit verbreitet. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind der ideale Angriffsort für Pilze. Pilzinfektionen, Mykosen, können auf Haut und Nagel beschränkt sein. Sie können sich aber auch im ganzen Körper ausbreiten. Pilze wachsen erst unbemerkt und schmerzfrei in und auf der Haut. Sind sie erst einmal da, bleiben sie – ohne Behandlung- lebenslang.

Nagelpilze müssen behandelt werden.
Nagelpilze sind gerne Daueruntermieter. Sie nisten sich unter der Nagelplatte ein. Dort können sie äußere Behandlungen monatelang unbeschadet überstehen. Bei einer verschleppten Pilzinfektion werden immer mehr Nägel infiziert. Die Pilze greifen auch auf andere Familienangehörige über. Die verformten und verfärbten Nägel werden ständig versteckt und wachsen in diesem warmen Milieu immer weiter. Es hilft nur der Gegenangriff. Antipilzmittel, Antimykotika, machen den Pilzen den Garaus. Lokale Nagellacke können bei einem kleinen Befall helfen. Sofort beim kleinsten Anzeichen beginnen. Eine Nagelpilzbehandlung ist immer langwierig. Wird die lokale Behandlung zu früh abgebrochen, kann sich der Pilz weiter ausbreiten. Bei einem geschwächten Immunsystem kann eine systemische Pilzerkrankung (auf den Körper übergreifend) entstehen. Diese Behandlung ist mit vielen Nebenwirkungen verbunden.

Lokale Nagelpilztherapie
Ein antimykotischer Nagellack wird direkt auf den erkrankten Nagel gestrichen. In dem Nagellack sind pilztötende Inhaltstoffe. Wichtig ist, dass sie auch die Sporen töten, da in diesen Überdauerungsformen Pilze sonst überleben. Abends wird der Lack aufgetragen und kann über Nacht in den Nagel einziehen. Am besten die Nagelhaut mit einpinseln. Während der Behandlung keinen kosmetischen Nagellack verwenden. Die Behandlung kann bis zu einem Jahr dauern. Abgeschlossen ist die lokale Behandlung erst, wenn ein klarer gesunder Nagel komplett ausgewachsen ist. Der antimykotische Nagellack kann rezeptfrei in Apotheken gekauft werden.

Medikamentöse Nagelpilztherapie
Leider ist die lokale Nagelpilztherapie nur bei ca. 50 % der Erkrankten erfolgreich. Pilzsporen überleben in Nagelnischen. Ein geschwächtes Immunsystem lässt immer wieder Pilzinfektionen entstehen. Chronische Erkrankungen mit verletzen Hautstellen begünstigen eine dauerhafte Pilzinfektion. Diese Schwierigkeiten machen eine zusätzliche medikamentöse Behandlung oft nötig. Die Tabletten sind rezeptpflichtig. Sie haben teilweise starke Nebenwirkungen und können innere Organe schädigen. Die Tabletten sind nur unter ärztlicher Aufsicht kontrolliert zu nehmen. Oft wird parallel die erkrankte Nagelplatte entfernt. Durch eine Kombination von lokaler und innerer Therapie können die Heilungschancen verbessert werden.

Vom Nagel- zum Hautpilz
Unbehandelte Nagelpilze greifen auf die Haut über. Sie schaffen den Nährboden für Hefe- oder Schimmelpilze, die zu Hautpilzinfektionen, Dermatomykosen, führen. Auf einer gesunden Haut haben die Pilze keine Chance. Mediziner können Pilze auch auf gesunder Haut messen, ohne einen krankhaften Befall festzustellen. Bei geschwächten, älteren oder chronisch kranken Menschen greift der Pilzbefall immer mehr die Haut an. Die geschädigte Haut bietet wieder Eintrittstellen für neue Pilze. Besonders gefährdet sind Hautfalten wie Zehzwischenräume. Greift der Pilzbefall auf Schleimhäute über, ist meist der Hefepilz Candida beteiligt. Dieser Kreislauf lässt sich nur noch medikamentös behandeln. Naturheilkundliche Verfahren haben nur eine begrenzte Wirkung. Bei schwach ausgeprägtem Nagelpilz helfen lokal ätherische Öle mit desinfizierender Wirkung. Insgesamt kann naturheilkundlich unterstützend das Immunsystem gestärkt werden, um die körpereigene Abwehr zu verbessern. In einen starken gesunden Körper können Pilze schlechter ein Milieu finden.

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