Haut und Haare unter die Lupe nehmen

05.02.2012Eine Wanderung über die Haut mit einer Lupe oder besser einem Mikroskop würde viele Überraschungen zeigen. Was sich auf und unter der Haut abspielt, ist ein Wunder. Die Barriere Haut soll gleichzeitig trennen und offen sein. Mit einem ausgeklügelten System an Poren, Drüsen und Schutzfilmen bewältigt die Haut alle Aufgaben.

Was zeigt sich unter der Lupe? Erstmal sieht man Schuppen und Haare. Hautschuppen lösen sich ständig, dies hilft unliebsame „Hautbesetzer“ wieder los zu werden. Durch das Schuppen findet eine ständige Hauterneuerung statt. In der untersten Epidermisschicht entstehen neue Hautzellen, die sich langsam nach oben schieben. Oben angekommen bilden die Zellen die Hornschicht. Innerhalb von 3-4 Wochen ist eine Runderneuerung möglich. Deshalb verschwindet in dieser Zeit auch die sorgsam gepflegte Sonnenbräune. Mit den Schuppen in trauter Nachbarschaft leben Bakterien auf der Haut. Sie sind ein Teil der Körperabwehr. Je nach Hautort leben mehrere Millionen Bakterien auf einem Quadratzentimeter.
Das Oberflächenmilieu einer gesunden Haut leicht sauer mit einem ph Wert von ca. 5,5 - 6. Ein Talgfilm schützt die Haut vor dem Austrocknen. In diesem Talgfilm sind Fette, die auch vor dem Eindringen von ungeliebten Bakterien oder Viren schützen. Hautzellen sind besonders dehnfähig und das macht Haut sehr reißfest. Im Zirkus oder bei Fakiren wird dies gerne gezeigt. Schwere Gewichte hängen an der Haut und sie hält – bis ca. 80 kg Zuggewicht pro Quadratzentimeter. Ringe in Ohrlöcher dehnen die Haut oder Scheiben in der Lippe bringen Riesenunterlippen zutage bei Einwohnern afrikanischer Stämme. Diese „Wunder“ sind der Dehnfähigkeit der Haut zu verdanken.


Kleinste Haare überziehen fast jede Hautstelle. Die „Hautrinde“ zeigt dichte Hornschuppen ähnlich denen der Haut. Haare sind, wenn sie sich zeigen bereits abgestorben. Werden nur Haare berührt, spürt der Mensch nichts, da keine Nervenende Berührung übertragen. Insgesamt glauben Forscher, dass rund 5 Millionen Haare am ganzen Körper verteilt sind. Der Haarschaft ist die Eintrittstelle des Haares in den Körper, dort wird ständig Talg abgegeben. Der Talg hält die Haare geschmeidig und schützt vor dem Eindringen von ungeliebten Gästen. In den tiefer gelegenen Talgdrüsen wird der Talg, eine Mischung aus Fett und fettlöslichen Abfallstoffen des Körpers, gebildet. Damit ist Talg gleichzeitig eine Wärmeisolation auf der Hautoberfläche und auch eine Entsorgungsstelle für fettlösliche Gifte. Im unteren Teil des Haarschaftes liegen kleinste Muskeln, die bei Kälte die Gänsehaut entstehen lassen. Die Gänsehaut ist Überbleibsel der Höhlenmenschen. Unsere Vorfahren waren reichlich behaart bei starker Kälte bildet sich die Gänsehaut, die Haare richteten sich auf, damit entsteht eine Luftisolierung. Bei Vögeln ist der Mechanismus noch gut zu sehen. Heute mit den wenigen Haaren ist die Gänsehaut nur noch eine antiquarische Funktion ohne Bedeutung. Am untersten Ende des Haarschafts liegt die Haarzwiebel. Sie ist umgeben von vielen Nervenenden. Wird an Haaren gezogen, melden diese Nervenenden Schmerzen. Deshalb spüren wir zwar keine Berührung der Haare, wenn sie nicht bewegt werden. Doch wenn Haare bewegt, gezogen oder gestreichelt werden, wird die Bewegung als angenehm oder unangenehm dank der Nervenenden empfunden. Kopfhaare wachsen ca. 1 cm pro Monat. Sie können bis zu 8 Jahren wachsen und dann lösen sich leicht. Täglich verlieren Menschen so ca. 100 Kopfhaare. Im Herbst und Frühjahr können es schon mal mehr sein, auch ein Erbe der Vorfahren.
Melaninbildende Zellen sind für die die Haut- und Haarfarben verantwortlich. Viel Melanin bringt dunkle Haare mit sich. Das Sonnenlicht bleicht die Haare, sie wachsen aber in der Ursprungsfarbe wieder nach. Leider klappt dies nicht beim Älterwerden. Die melaninbildenden Zellen stellen die Farbproduktion immer mehr ein. Das Haar wird grau und zum Schluss weiß.

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Autorin: www.Susanne-Miesera.de




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