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20.10.2015

Wohlbefinden pflegen

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© Andrey PopovVor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit einer Bekannten über Erkältungen und Erkältungsmittel. Sie erzählte, dass in den Wintermonaten ja immer wieder in aller´ Munde sei, wie man sein körperliches Immunsystem gerade in dieser Jahreszeit stabilisieren könnte. In Apotheken, Reformhäusern und sogar Supermärkten boome der Markt mit den „Mittelchen“. Verschiedenste Vitamine, Mineralien und Spurenelemente würden angepriesen. Sie sei in einem Buch von Christian Thiel mit dem Titel „Suche einen für immer & ewig“ über eine Textpassage gestolpert, in der von der Stärkung des seelischen Immunsystems gesprochen würde. Sie schlussfolgerte, dass von dieser Stärkung in den Wintermonaten viel zu selten gesprochen würde; es sei vielleicht ja auch viel einfacher, Tabletten oder Ampullen einzunehmen, anstatt sich zu fragen, was man für das seelische Gleichgewicht tun könne. Körper und Seele seien doch eine untrennbare Einheit, und viel zu oft erkälte man sich, wenn man Stress erlebe und zu wenig auf sich Acht gebe.

Ein neues Vitamin ABC?

Der Philosoph Christian Thiel belegt in seinem Buch die gängigen Vitamin-Bezeichnungen mit neuen Attributen: Vitamin A (für Arbeit) könne dazu beitragen, von sorgenvollen Befürchtungen abzulenken. „Anerkennung und Erfolg“ im Job könne ein probates Mittel darstellen, um „ein angeschlagenes Selbstwertgefühl…wieder aufbauen“ zu können. Auch die Gesellschaft von Arbeitskollegen könne Seelenbalsam darstellen.
Vitamin F (für Freundschaft) sei nahezu essentiell: Freunde würden dem Menschen ihr Ohr leihen, seien Trostspender in der Not und stünden einem mit Rat und Tat zur Seite.

Das Leben als „Ravioli-Platte“ auf fünf „Beinen“

Könnte es noch weitere Vitamine für das seelische Wohlbefinden geben, die eine neue Bezeichnung verdienen würden? Bezieht man an dieser Stelle das Modell „Die fünf Säulen unseres Lebens“ des Psychiaters und Psychotherapeuten Prof. Dr. Chirazi-Stark mit ein, so könnte man weitere neue Vitamin-Attribute entdecken.
In seinem Buch „Nimm dein Herz in die Hand“ beschreibt Chirazi-Stark das Leben als „Ravioli-Platte“, die auf fünf Marmeladengläsern stünde. Diese Gläser seien ein Symbol für „die Säulen“, die das Leben tragen würden:

Säule 1 sei „die physische Existenz, also der pflegliche Umgang mit dem Körper durch angemessene Bewegung, Ernährung und Erholung.
Säule 2 stünde für eine berufliche Tätigkeit.
Säule 3 betreffe „Familie und Partnerschaft“. Säule 4 beziehe „das weitere soziale Netz der Freunde, Klubkameraden und Vereine“ mit ein.
Säule 5 beschreibe den „Bereich der geistigen Sinneserfüllung…, sei es durch Meditation, Gespräche, Austausch mit Gleichgesinnten…“

Das Leben auf fünf Standbeinen sei an sich gut gerüstet;  je mehr Standbeine jedoch wegfallen würden, desto instabiler würde das Modell und damit das Leben. Spätestens auf drei Säulen bzw. Beinen würde das Leben sehr wackelig, man könnte an einen Melkschemel denken. Und wer schon einmal selbst eine Kuh per Hand gemolken hat, weiß aus Erfahrung, wie leicht dieser Schemel ins Kippen gerät.

Weitere Vitamine für die Seele…

Bezieht man nun die Überlegungen von Thiel und Chirazi-Stark aufeinander, so lassen sich weitere Vitamin-Attribute entdecken: Beide Autoren beschreiben, dass es dem Mensch gut tue, wenn er einer beruflichen Tätigkeit nachgehe, die ihn ablenke und Kontakte beschere (Vitamin A(rbeit)). Ebenfalls geben beide Autoren Freundschaft als unerlässliche Stütze im Leben des Menschen an (Vitamin F(reundschaft)). Ein Sprichwort besagt nicht ohne Grund, dass ein Freund ein Mensch ist, der einen so annimmt, gerade weil man so ist, wie man ist. Chirazi-Stark beschreibt eine selbstfürsorgliche Haltung dem eigenen Körper gegenüber  als weitere Säule im Leben des Menschen. Man könnte diese mit Vitamin K(örperliches Wohl) beschreiben.
Mit Vitamin B(eziehungen) nimmt man Bezug auf die Säule des Lebens, die sich auf „Familie und Partnerschaft“ bezieht. Und Vitamin M(uße) könnte Säule fünf beschreiben und Bezug herstellen zu all jenen Dingen, die dem Menschen zu innerer Ruhe und Mußezeit verhelfen.

Der Umgang mit dem Vitamin-Haushalt als chronischer Hautbetroffene(r)

Was bedeuten diese Überlegungen für das Leben eines Betroffenen mit einer chronischen Hauterkrankung wie Rosazea?
Defizitorientiert könnte man sagen, dass die Säule der Physis ins Wackeln gerät, wenn den Betroffenen der momentane Hautzustand arg belastet. Schnell schläft man unruhig. Oft vermeidet man sportliche Aktivitäten, weil man sich in seiner Haut schlichtweg unwohl fühlt. Vitamin K(örperliches Wohl) erfährt infolge schnell einen Mangelzustand. Oft zieht man sich in solchen Zeiten auch vom Partner oder Familienangehörigen zurück. Vitamin B(eziehungen) nimmt ab. Schon steht das Leben nur noch auf drei Säulen und gleicht einem Melkschemel-Dasein.
Durch die ressourcenorientierte Brille geblickt sollte man als Hautbetroffene(r) erst recht in hautbelasteten Phasen Wert auf einen positiven Vitamin-Haushalt legen. Gerade dann, wenn man sich besonders unwohl in seiner eigenen Haut fühlt, sollte man Entspannungsbäder nehmen, ausreichend Schlaf tanken und vielleicht mit einem Hörbuch oder einer Entspannungs-CD einschlafen. Seinem Partner oder der Familie gegenüber sollte man beschreiben, wie es einem in der eigenen Haut zumute ist und gemeinsam nach ablenkenden Aktivitäten suchen, die der Haut nicht weiter zusetzen. Man könnte das Motto „Jetzt erst recht!“ für sich als Hautbetroffene(r) wählen, um sich mit Freunden zu verabreden oder Mußestunden für sich zu verbringen. Dieses Säulen-Modell bzw. diese Vitamin-Überlegungen sollten jedoch nicht zu Überaktionismus führen, denn das letzte, was ein Hautbetroffener braucht, ist zusätzlicher Freizeitstress. Wohl dosiert und gut geplant können diese Überlegungen dazu beitragen, mehr seelisches Gleichgewicht aufzubauen, das man selbst mit eigenem Zutun unterstützen kann.

Autorin: Dipl.-Psych. Sonja Dargatz

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