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Wenn die Haut verletzlich macht

Häusliche Gewalt bei chronischen Hauterkrankungen erkennen und überwinden

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Menschen mit chronischen Hauterkrankungen wie z.B. Rosazea oder tragen oft eine unsichtbare emotionale Last. Diese Vulnerabilität kann sie leider zu bevorzugten Zielen subtiler häuslicher Gewalt machen – einer Form des Missbrauchs, die ohne körperliche Spuren auskommt, aber tiefe seelische Wunden hinterlässt.

Subtile Gewalt erkennen

Psychische Gewalt tarnt sich geschickt. Sie beginnt oft mit scheinbar harmlosen Kommentaren über das Aussehen: „Mit deiner Haut traust du dich ja eh nicht unter Leute" oder „Wer würde dich schon wollen?" Betroffene werden systematisch isoliert, ihre sozialen Kontakte untergraben. Der Partner redet ihnen ein, sie seien „zu empfindlich" oder „überreagieren nur".
Besonders perfide: Die Hauterkrankung wird als Waffe eingesetzt. Stressauslösende Situationen werden bewusst geschaffen, weil der Täter weiß, dass sich dadurch Symptome verstärken. Medikamente werden versteckt oder deren Notwendigkeit lächerlich gemacht. „Du bildest dir das alles nur ein" wird zu einem wiederkehrenden Refrain.

Absolute No-Gos in Beziehungen

Eine gesunde Partnerschaft respektiert Grenzen und Würde. Folgende Verhaltensweisen sind niemals akzeptabel:
Instrumentalisierung der Erkrankung: Wenn der Partner Ihre Hauterkrankung vor anderen bloßstellt, Fotos ohne Erlaubnis teilt oder damit droht, „allen zu zeigen, wie Sie wirklich aussehen", ist eine rote Linie überschritten.
Gaslighting rund um Symptome: Aussagen wie „Du kratzt dich nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen" oder „Deine Schübe sind selbst verschuldet" dienen dazu, Ihre Realitätswahrnehmung zu untergraben.
Medizinische Sabotage: Das Verstecken von Salben, Verhindern von Arztterminen oder Druck, teure Behandlungen abzubrechen, ist eine Form der Kontrolle und gefährdet Ihre Gesundheit.
Vergleiche und Herabsetzung: Ständiges Vergleichen mit anderen („Schau mal, die hat auch Hautprobleme, aber macht sich wenigstens Mühe!") zielt darauf ab, Ihr Selbstwertgefühl zu zerstören.
Isolation als Kontrolle: Wenn Freundschaften unterbunden werden mit der Begründung, Sie würden sich „ohnehin nur schämen", geht es um Macht, nicht um Fürsorge.

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Den Teufelskreis durchbrechen

Chronische Hauterkrankungen können das Selbstwertgefühl schwächen und zu sozialer Isolation führen – ideale Bedingungen für Manipulatoren. Betroffene denken oft: „Ich bin ja wirklich nicht perfekt" oder „Vielleicht hat er/sie recht." Doch keine Hauterkrankung rechtfertigt demütigende Behandlung.

Warnsignale ernst nehmen

Achten Sie auf diese Alarmzeichen: Ständige Kritik an Ihrem Aussehen, Verbot oder Sabotage von Arztbesuchen, mangelnde Rücksichtnahme auf wesentliche Bedürfnisse (z.B. Verzicht auf vermeidbare Allergene und Reizstoffe in Ihrer Umgebung), Isolation von Familie und Freunden, Kontrolle über Finanzen oder Medikamente, Drohungen mit Bloßstellung in der Öffentlichkeit.

Hoffnung und Hilfe

Sie verdienen Respekt und Liebe – mit Ihrer Hauterkrankung. Vertrauen Sie sich jemandem an: der Hausärztin, einer Beratungsstelle oder dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" (116 016). Auch spezialisierte Selbsthilfegruppen und Verbände bieten oft wertvollen Beistand.
Denken Sie daran: Unterstützung und Stärkung sind möglich, für Ihre Haut und Ihr inneres Gleichgewicht. 
Der erste Schritt ist zu erkennen, dass Sie Unterstützung verdient haben.

Bei akuter Gefahr:

Polizei 110

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016 (kostenfrei, 24h)

Quellen/Kurzlinks:
https://t1p.de/leerg
https://t1p.de/ewnk2
https://t1p.de/j8vos
https://t1p.de/wwh8p

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Folgen Sie uns auf Instagram und finden Sie mehr Informationen zu diesem und anderen Themen bei der Deutschen Rosazea Hilfe e.V.

Quelle: ROSAZEA journal 25.4

Autor: Dipl.-Psych. Friederike Kuppe-Heder, Halle/Saale

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