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28.06.2009

Welche Stressoren / Stressbelastungen belasten uns heute?

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„Stress lass nach!“ Wer von uns kennt dieses Sprichwort nicht? Und wie viele von uns schaffen es tagtäglich nicht, nach lang ersehntem Feierabend endlich abzuschalten? Unsere Gedanken kreisen noch Stunden später um die Arbeit.

Gerade an stressgeplagten Tagen kommen wir von der Arbeit nach Hause und fühlen uns so erschöpft, dass wir zügig als „Schlafkamel“ auf die Couch fallen und uns den Abend über mit Fernsehen entspannen wollen. Fälschlicherweise ist dieser Umstand nur alles andere als entspannend zu bewerten. Anstatt gerade an solchen Tagen, ganz gezielt eine halbe Stunde Entspannungsübungen zu einer CD zu machen oder uns den Stress von der Seele zu joggen, ziehen wir uns mit dem Fernsehen nur noch weiter visuelle und auditive Inputs herein. Auch unsere Seelenmuskeln müssen trainiert, gehegt und gepflegt werden. Wir putzen uns ja schließlich auch täglich mehrmals die Zähne. Gerade Seelenhygiene sollte in unserer Zeit ein nicht zu unterschätzendes alltägliches Ritual für uns sein, damit wir uns in unserem Körper und in unserer Haut gerade als Hautbetroffener von Rosazea wohl fühlen können. Schon eine halbe Stunde am Tag kann uns über die Zeit helfen, für mehr Harmonie in unserem Leben zu sorgen.

Interne und externe Stressoren

Vielleicht fragen Sie sich, welche Reizereignisse denn in der heutigen Zeit in der Lage sind, unsere innere Harmonie zu stören und uns aus unserem persönlichen Gleichgewicht zu bringen; oder Sie fragen sich, wieso diese Stressoren oft immer wieder in der Lage sind, unsere eigenen Kompetenzen und Ressourcen so stark zu strapazieren.
Gemeinsam haben diese als persönlich negativ bewerteten Stressoren, dass sie in unserem Organismus ein Muster von körperlichen Reaktionen auslösen. Dies soll unsere Reaktionsbereitschaft auf die von uns mit Alarm bewertete Situation unterstützen.
Als belastend bewertete Stress-Reize können dabei externer oder interner Natur sein.
Jeder einzelne, als bedrohlich bewertete Stressor stellt für sich genommen erst einmal ein Reizereignis dar, das von unserem Körper und somit von uns eine Anpassungsreaktion verlangt. Wenn wir von internen bzw. externen Stressquellen sprechen, wird deutlich, dass sowohl äußere als auch innere Faktoren und Umstände des Menschen im heutigen Stressgeschehen eine Rolle spielen können.
Interne Stressoren können z.B. stresserzeugende eigene innere Einstellungen sein, die wir vielleicht schon als Kind gelernt, übernommen oder durch Modelllernen verinnerlicht haben. Beispielsweise die Einstellung, immer alles perfekt machen zu wollen, ist von vornherein eine stressinduzierende Quelle; denn nur jegliche Abweichung vom „Mr. bzw. Mrs. Perfekt-Sein-Wollen“ muss schlicht und ergreifend in Unzufriedenheit mit sich selbst münden. Vielleicht hat man sich bisher selbst nie hinterfragt, ob diese „Über-Einstellung“ überhaupt in die heutige Welt hinein passt und funktional ist. Natürlich hätten wir alle gern acht Arme wie ein „Oktopussi“, um allen von außen und von uns selbst, also von innen heraus, gestellten Anforderungen gerecht werden zu können. Es würde Lob und Bestätigung des eigenen Wirkens zur Folge haben. Dennoch sind wir alle nur Menschen, die unter den Mehrfachbelastungen von heute leben und leiden. Nach dem Motto „Keine Zeit, keine Zeit“ eilen wir durch unser Leben. Dabei drohen wir immer mehr, der Informationsflut und der Aufgabenfülle im Medienzeitalter zu erliegen.

Psychische und Physische Stressoren

Die psychischen Stressoren sind in unserer Zeit weiter auf dem Vormarsch und lösen die einst in der Steinzeit überwiegenden physischen Stressoren mehr und mehr ab.
Wenn wir von externen Stressoren sprechen, sind zum einen physische Stressoren gemeint, die uns belasten könnten. Einst bedrohten uns und unser Leben Kälte, Hungersnöte, feindlich gestimmte Tiere oder Volksstämme und andere Naturgewalten.
Heute stellen zusehends auch andere soziale und gesellschaftliche Stressoren externe Stressquellen dar. Erinnern Sie sich an das Unglück von Tschernobyl, das für uns alle Unbehagen, Angst und Einschränkungen bedeutete. Die Kinder sollten ihre Schulwege zügig gehen und die Pausen im Schulgebäude verbringen. Sport im Freien wurde in dieser Zeit gänzlich unterlassen.
Soziale Stressoren können dabei sowohl zwischenmenschlicher als auch politischer Natur sein. Konflikte am Arbeitsplatz in Zeiten gestiegener Arbeitslosigkeit, die jeden treffen kann, können Konkurrenzdenken und Zukunftsängste auslösen. Diese kannten unsere Eltern im Aufschwung der Nachkriegszeit so gar nicht. Wer schafft es heute noch, über 30 Jahre in einer Firma zufrieden tätig zu sein? Die Zahl der Mobber und Gemobbten nimmt zu. Die Lebensläufe erfahren immer mehr Brüche und Wechsel im Leben eines Berufstätigen von heute. Flexibilität und Mobilität werden zu geforderten Wunschmerkmalen eines potentiellen Arbeitsnehmers. Dabei bleibt mehr und mehr auf der Strecke, dass wir als Menschen viele Gewohnheiten in unserem Leben benötigen, um eigene Stabilität zu erfahren und im persönlichen Gleichgewicht zu bleiben.


Die gestiegenen Scheidungsquoten haben zur Folge, dass es, gerade in Großstädten, mehr und mehr Single- oder Alleinerziehendenhaushalte gibt. Die Dinge, die Paare in früheren Zeiten zusammenwachsen ließen und zusammen schweißten, haben sich verändert. Das Zusammenleben in Patchwork-Familien auf der einen Seite und die Einsamkeit im mittleren und höheren Lebensalter stellen neue Stressquellen dar.
Gemeinsam haben die verschiedenen Stressoren, dass sie sich in Intensität, Dauer und Häufigkeit ihres Auftretens sowie in ihrer (nicht) vorhersagbaren oder (nicht) kontrollierbaren Natur unterscheiden können. Gerade wenn wir Situationen immer wieder durchleben, in denen wir uns hilflos ausgeliefert fühlen, steigt unsere Stressbelastung immens an.

Alltagsstress und schwerer Lebensstress

Differenzieren sollte man Stressoren auch danach, ob sie sich dem Alltags-Stress zuordnen lassen oder ob sie als schwerer Lebensstress das Leben des Menschen von heute beeinträchtigen.
Wenn wir von Alltagsstress sprechen, sind Dinge gemeint wie Hektik, Streitereien, Über- oder auch Unterforderung, die tägliche Rush hour, Freizeitstress etc. Sie alle können belastende Gefühle, Erregung und Anspannung in uns auslösen. Als kleine alltägliche Ärgernisse sind sie natürlich in ihrer Summe und Wirkung nicht zu unterschätzen. Erinnern Sie sich an das Bild, von vielen kleinen Bären im Alltag umtobt zu werden, anstatt als Steinzeitmensch mit einem großen Bären um das schlichte Überleben zu kämpfen. Nach dem Prinzip des Multi-Taskings erfüllen wir tagtäglich viele Dinge zeitgleich, z. B. Telefonieren und Aufräumen, Frühstück im Vorbeigehen, Essen am PC anstatt in der notwendigen Mittagspause oder oder oder.
Von schwerem Lebensstress hingegen sprechen wir, wenn meist unvorhersehbare und schwere Ereignisse in unser Leben treten. Nichts ist mehr wie vorher. Markante Beispiele hierfür sind die Trennung vom Partner, der Tod von Angehörigen, das (Wieder)Ausbrechen einer chronischen Erkrankung oder das Auftreten einer lebensbedrohlichen Krankheit, ebenso anhaltende Einsamkeit und Arbeitslosigkeit.

Eine Art Stress-Skala

Diese Zusammenhänge wurden bereits in den 60er Jahren von Holmes & Rahe in Form einer Stress-Skala dargestellt. Die Stressereignisse erhielten ihren Rangplatz danach, wie viel Wiederanpassungsleistung sie vom Menschen verlangten. Sie dienten aber auch als Maß dafür, in welchem Ausmaß sie den Menschen belasteten.
Als besonders belastend wurden demnach der Tod des Partners oder von Familienangehörigen, Trennung, schwere Krankheit oder Verletzung eingestuft; aber auch Arbeitsplatzverlust, Pensionierung und Arbeitsplatzwechsel zeigten einen ähnlich hohen Belastungsgrad.
Im Mittelfeld der Skala befanden sich Veränderungen im Leben wie Umzüge, Schulabschlüsse und das Abnabeln der Kinder sowie Konflikte innerhalb des Paares, der Familie oder am Arbeitsplatz.
Viel geringere Anpassungsleistungen erforderten demnach Ereignisse wie Urlaube und Veränderungen in Lebensgewohnheiten, die den Schlaf, die Freizeit, das Essen und Verabredungen betrafen.

Deutlich untermalen die Untersuchungsergebnisse zu dieser Skala, dass viele Alltagsereignisse uns deutlicher und mehr stressen können, als uns vielleicht bewusst ist oder wir wahrhaben wollen. Vielleicht bemerkt man auch als Hautbetroffener von Rosazea eine Verschlechterung der eigenen Haut im anhaltenden Stress, und man weiß gar, wie einem geschieht. Einem Ausspruch zufolge wendet sich die Seele an den Körper:“ Mach du mal deutlich, wie schlecht es uns geht. Auf mich hört der Mensch ja nicht.“

Noch ein Tipp zum Schluss: Bei vielen somatopsychischen Erkrankungen wird ein Tagebuch über das Ausmaß der belastenden Symptome geführt. So lassen sich im nach hinein Verschlechterungen und Zusammenhänge analysieren. Wenn Sie also wieder eine Verschlechterung Ihrer Hauterkrankung spüren sollten, fragen Sie sich, was in den letzten Tagen „los“ war und sie unter Umständen betroffen machen konnte. In ähnlicher Weise verfährt man übrigens auch, um Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder anderen Allergien auf die Schliche zu kommen. Achten Sie aber mindestens genauso auf die Dinge oder Situationen, die Ihnen in Sachen Haut Linderung und Verbesserung bringen. Es ist ein erster Schritt in der Klärung der eigenen Stressquellen und Ressourcen.

Autorin: Dipl.-Psych. Sonja Dargatz





















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