Neues Outfit für die eigenen 4 Wände

05.10.2008Spätestens alle 3-5 Jahre greifen die Bundesbürger zu Pinsel und Farbeimer und geben ihrer Wohnung einen neuen Anstrich. Alle10 -15 Jahre werden größere Renovierungsarbeiten durchgeführt: Das Bad wird neu gefliesst, der Boden erneuert oder die Wände rundum saniert.
Bei diesen Renovierungsarbeiten halten fast unbemerkt viele schädliche Chemikalien Einzug in die Wohnungen: Duftstoffe in Klebern, Weichmacher in Kunststoffböden, Flammschutzmittel in Gardinenstoffen. Diese kleine Auswahl ist nur ein Ausschnitt aus der Stoffgruppe der Chemikalien, die Gefahrenquelle für die menschliche Gesundheit ist. Das böse Erwachen gibt es, wenn schon beim Streichen, die Augen brennen, die Nase läuft oder die Haut juckt. Auf Farbeimern und Lacken wird oft gewarnt: Nicht in geschlossenen Räumen arbeiten. Es wird empfohlen ständig zu lüften und mit der Benutzung der Räume zu warten.

Gibt es Materialien, in denen gleich gewohnt werden kann, die nicht erst ausdünsten müssen, die keine gesundheitlichen Gefahren bringen?  Immer mehr Menschen wollen gesund leben. Der Boom ist nicht nur in Naturkostläden sondern auch in Baumärkte festzustellen. Wie sicher sind die  Etiketten "gesund", "biologisch", "ökologisch"? Im Lebensmittelbereich gibt das einheitliche Biosiegel Sicherheit. Bei Wohnungsmaterialien gibt es eine Vielzahl von Siegeln, das bekannteste ist sicher der blaue Engel. Informieren Sie sich gründlich, bevor Sie viel Geld in Farben und Kleber, Teppiche und Laminat investieren.

1. Regel: Nicht alles ist am Geruch zu erkennen

Leider stinkt nicht alles, was ungesund ist. Beim Kauf ist vielen Produkten nicht anzumerken, dass ihr Gebrauch Gesundheitsgefahren mit sich bringt. Informieren Sie sich vor dem Kauf z.B. bei Verbraucherzentralen oder baubiologischen Beratungsstellen. Sind die Produkte erst verarbeitet und die ersten gesundheitlichen Schäden da, ist die Beseitigung eines Schadens ein Vielfaches teurer als das Produkt selbst. Gerade die zeitsparenden und einfach zu handhabenden Produkte, wie Schimmelmittel und Kleber können langfristig unangenehme Auswirkungen haben.

2. Regel: Vorsicht bei der Verarbeitung


Beim Streichen, kleben und verlegen der Materialien entsteht die stärkste gesundheitliche Belastung. Jedes neue Produkt kann eine Wirkung auf das Wohnklima haben, besonders sind hier Böden wie PVC, Teppiche und Laminat zu nennen. Die meisten dieser Böden müssen verklebt werden und genau davon gehen starke Reizungen der Haut- und Atemwege aus. Nach dem Verkleben ist häufig noch ein Versiegeln oder Imprägnieren der Materialien nötig. Treffen Sie Vorsichtsmaßnahmen, wenn durch Renovierungsarbeiten giftige Ausdünstungen und Feinstäube entstehen, wie das Tragen von Atemschutzmasken. Weichen Sie nach Möglichkeit auf natürliche Produkte wie Holzböden, Fliesen und Steinböden aus.

3. Regel: Auch nach der Renovierung weiter lüften

Im Autoverkehr wird von gesundheitsschädlichem Feinstaub berichtet. Im Freien gelten Pollen, Pilzsporen, abgeriebenen Autoreifen und Partikel der Autoabgase als Feinstaub und werden zwangsläufig eingeatmet. Nicht so bekannt sind die Feinstaubquellen in Innenräumen. In Neubauten und renovierten Wohnungen und Häusern klagen Bewohner über verstopfte Atemwege, juckende Haut, Müdigkeit oder Allergien. Der häusliche Feinstaub ist eine Mischung aus Baumaterialien, imprägniertem Holz, Teppichfasern, Zigarettenrauch, Putzmittel, Drucker und Kopierer und auch ältere Staubsauger, die nicht über spezielle Filtersysteme verfügen. Neue Fenster und Türen, die besonders gut schließen und so den Luftaustausch verringern, verstärken das Problem dass sich Schadstoffe und Feinstaub ansammeln und nicht an die Außenluft gelangen. Leider lässt sich auch ohne Renovierung eine Belastung mit Feinstaub nicht komplett verhindern.

Hier hilft: Lüften. Stoßlüftung ist besser als Kippfenster. Als Anhaltspunkt gilt:  2mal täglich am besten morgens und abends für 15 Minuten alle Fenster weit öffnen. Feuchtes Reinigen der Räume nimmt Feinstaub auf und Staubsauger mit einem wirksamen Doppel-Filtersystem reduzieren die Belastung. Bei weiter bestehenden gesundheitlichen Belastungen können Raumluftmessungen durchgeführt werden. Messung und Bewertung von Wohngiften, Schadstoffen, Pilzen, Allergenen, Partikeln, Raumklima führen Baubiologen durch.

Mehr zu diesem Thema finden Sie unter:

www.baubiologie.de

www.baubiologie.net

www.blauer-engel.de

www.verbraucherzentrale.de

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Das gesunde Haus




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