Wer bietet Massagen an und wem kann ich vertrauen?

01.12.2010Masseurinnen und Masseusen sind in anderen Berufszweigen tätig. Das wissen die meisten, doch was ist der Unterschied zwischen einem Physiotherapeut und einem Masseur? Können sich Verbraucher auf Berufsbezeichnungen verlassen und was sagen Fantasiebezeichnungen aus?


Es gibt in Deutschland zwei staatlich anerkannte Berufe mit der Hauptaufgabe der Massage. Das sind Masseure und Physiotherapeuten. Daneben gibt es zahlreiche private Ausbildungsinstitute, die in unterschiedlicher Qualität Menschen weiterbilden, die dann Hand anlegen. Vom Wochenendkurs in Fußreflexmassage bis zur Jahresausbildung für Wellnesstherapeuten ist alles im Angebot.

Krankenkassenrezepte vom Arzt können nur bei staatlich anerkannten Berufen eingelöst werden. Masseure und Physiotherapeuten durchlaufen eine mehrjährige Ausbildung mit medizinischen Hintergrundwissen. Masseure werden an Berufsfachschulen ausgebildet. Schulanbieter sind meist private Träger. Die privaten Vollzeitschulen müssen nach einem staatlich genehmigten Lehrplan unterrichten und die Schüler legen eine anerkannte Prüfung zum Masseur/medizinischen Bademeister ab. Angehende Masseure lernen in 2 Jahren Anatomie, Krankheitslehre und verschiedene Massagetechniken. Der große Unterschied zu Wochenendausbildungen ist die fundierte Ausbildung in der Anatomie und der Krankheitslehre. Masseure unterstützen den Arzt und arbeiten in eigenen Praxen oder Krankenhäusern.

Physiotherapeuten durchlaufen eine dreijährige Ausbildung und diese schließt auch mit einer staatlich anerkannten Prüfung ab. Die Ausbildung stellt Bezüge zu anderen Krankheitsbildern her, so kann der Physiotherapeut auch Zusammenhänge zwischen Atemwegserkrankungen und eventuellen Rückenschmerzen verstehen und richtig behandeln. Neben der schulischen Ausbildung gibt es auch einen Abschluss an Fachhochschulen nach 4 Jahren Studium.

Diese beiden Berufe bieten eine fundierte Ausbildung, mache Therapeuten haben zusätzlich Weiterbildungen in Craniosakral, Osteopathie oder speziellen Massagen wie Fußreflextherapie. Die gute Grundausbildung sichert kompetente Behandlung auch bei den Zusatzangeboten.

Anders verhält es sich, wenn Wellnesstherapeuten, Massagetherapeuten oder andere Fantasiebezeichnungen in teilweise 10-tägigen Ausbildungen oder gar im Fernstudium mit der Behandlung starten. Der Gesetzgeber besagt, dass diese Berufe nur „Gesunde“ behandeln dürfen. Dies bedeutet, kein Rheuma, kein Ischias oder Beckenschiefstellung darf von diesen Personengruppen behandelt werden.

Die Haut, Gewebe, Muskulatur und Knochen sind sensible und leicht verletzliche Organe. Eine falsche Behandlung kann langfristigen Schaden anrichten. Wir raten: Erst erkundigen, ob eine qualifizierte Ausbildung beim Anbieter der Massagen vorliegt. Im Zweifel genau nachfragen.

Lesen Sie mehr unter:
Was bietet der Markt der Massagen?




Seite weiterempfehlen