Was bietet der Markt der Massagen?

01.12.2010Die Zeiten der Voll- und Teilmassagen sind (fast) vorbei. Heute heißen Massagen Lomi-Lomi oder Hot Stone. Masseure und Physiotherapeuten bieten zwar immer noch Massagen auf Rezept an, aber immer mehr Körperanwendungen gibt es ohne Rezept oder im Wellnesstempel. Hier gibt es einen Massagewegweiser.

Massagen sind immer mit Berührung der Haut verbunden. Mal ist es ein Kneten, mal ein feines Streichen. Immer sollen mit der äußeren Behandlung das Bindegewebe, die Muskeln oder Knochen beeinflusst werden. Die Wirkungen der Berührungen gehen weit über die behandelte Stelle hinaus und können Organsysteme ebenso wie die Psyche einwirken.

In allen Kulturen und Medizinsystemen finden sich Massageanwendungen. Mal stehen Körperanwendungen und Massagen als zentrale Therapie wie bei Kneipp im Mittelpunkt, mal sind sie begleitend. Allen gemeinsam ist, dass die Wirkung der Massagen weit über verspannte Muskeln hinaus geht. Mit der Berührung der Hände oder Hilfsmittel, wie Steine oder Bälle, wird die lokale Durchblutung gesteigert, der Zellstoffwechsel im Gewebe angekurbelt. Schmerzen nehmen ab, Wunden heilen schneller, Narben lösen sich und Entspannung der Gewebe und Nerven wirken wohltuend.

Ayurvedische Massagen kommen aus der indischen Medizin. Die Massagen reichen von Stirn-Öl-Güssen bis zu 4 händigen Ganzkörpermassagen. Hauptziel sind Stoffwechselanregung und Ausgleich der „drei Doshas“ oder Temperamente. Es gibt unterschiedliche Meinungen zur Einteilung der Menschen nach den drei Temperamenten.

Azidose Massagen haben auch eine Anregung des Stoffwechsels zum Ziel. Azidose bedeutet Übersäuerung. Dahinter steckt die Idee, übersäuertes Bindegewebe durch die Massage zu entsäuern. Mit der Massage sollen Stoffwechselrückstände gelockert werden und dann über Lymphe, Blut und Haut abgeben werden. Durchgeführt werden diese Massagen von Heilpraktikern oder Masseuren, die Idee der Ablagerungen im Bindegewebe ist umstritten.

Bindegewebsmassagen sollen tiefer wirken und Abwehrkräfte aktivieren. Vor knapp 100 Jahren entwickelt von einer Krankengymnastin, die sich selbst nach starken Schmerzen therapierte. Es wird vermutet, dass Spannungsunterschiede im Bindegewebe auf Erkrankungen innerer Organe hinweisen. Der Masseur versucht durch die Massage einen Spannungsausgleich zu erreichen.

Bürstenmassage ist eine klassische Massage mit Bürsten aus Naturfasern. Sie verbessert die Durchblutung und kann von jedermann zu Hause durchgeführt werden. Regelmäßig angewendet wirkt sie als Körperpeeling und verbessert das Hautbild. Sie kann trocken oder unter der Dusche Wunder wirken.

Craniosakrale Therapie findet sich nicht direkt im Massageverzeichnis, obwohl sie auch eine manuelle Therapie ist. Sie ist verwandt mit der Osteopathie, die davon ausgeht, dass Blockaden der Gelenke auf weitere innere Organe wirken, z. B. führen diese Therapeuten Migräne häufig auf Bewegungsblockaden zurück. Hauptsächlich wird am Kopf und im Kreuzbeinbereich gearbeitet. Es ist eine sanfte manuelle Therapie im Gegensatz zur Chirotherapie. Anwender sind häufig Physiotherapeuten mit speziellen Weiterbildungen.

Chirotherapie hat die Idee, dass fehlgestellte Wirbelgelenke an vielen Krankheiten ihren Anteil haben. Durch eine Mobilisation sollen Muskeln und Wirbel wieder gelockert werden. Mitunter knackt es bei dieser Behandlung gewaltig. Dieser Eingriff ist mit Risiken verbunden, deshalb dürfen in Deutschland nur Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Chirotherapie oder Heilpraktiker mit einer speziellen Ausbildung praktizieren.

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