Wasser marsch!

07.08.2011Wir sind mitten in der schönsten Zeit des Jahres, der Urlaubszeit. Viele gönnen sich nun einige ruhige Tage in schönen Kur – oder Wellness-Hotels, die Erholung, Gesundheit und Fitness versprechen. Hier locken vielversprechende Therapien und Behandlungen. Doch was verbirgt sich hinter Anwendungen wie zum Beispiel Hydrotherapie, Thalasso-Therapie und Balneo? Eins haben sie alle gemeinsam, das Wasser.

In der Hydrotherapie wird Wasser in seinen unterschiedlichen Aggregatszuständen, das heißt in seinen unterschiedlichen Temperaturen und Erscheinungsformen eingesetzt. Als Eis, flüssig oder gasförmig. Eine Behandlung mit Eis wird zudem als Kryotherapie bezeichnet. Sie hilft bei entzündlichen und akut schmerzhaften Prozessen im Körper. Die wohl einfachste Kryotherapie ist der „Cool-Pack“, den fast jedermann in seinem Kühlschrank für akute Verletzungen aufbewahrt.

Medizinische Bäder, Wickel oder Güsse gehören zum flüssigen Aggregatszustand, Inhalationen beispielsweise zum Gasförmigen. Die Anwendung selbst dient zur Steigerung der körpereigenen Abwehr. Im Volksmund auch zur „Abhärtung“. Die Hydrotherapie fördert durch die starken Temperaturreize die Durchblutung und somit die Sauerstoffaufnahme im Blut. Dies wiederum bewirkt bei uns eine Leistungssteigerung.

Bei den medizinischen Bädern wird zwischen Teil- (Arm-, Fuß- oder Sitzbäder) und Vollbädern unterschieden. Kommt ein Badezusatz hinzu, spricht man von Arzneibädern. Beliebte Arzneibäder sind Sole-, Moor- oder Schwefelbäder. Solebäder sind optimal zur Entspannung, da sie positiv auf das vegetative Nervensystem wirken. Moor hat die Eigenschaft Wärme zu speichern und diese langsam abzugeben, daher werden Moorbäder bei rheumatischen Beschwerden angewandt. Das Schwefelbad ist der Klassiker unter den Arzneibädern. Schwefel wirkt antibakteriell und stark durchblutungsfördernd.

Warme Wickel helfen dem Körper den Stoffwechsel anzuregen und zu entgiften (Leberwickel). Heiße Wickel entkrampfen, Kalte kühlen den Körper und wirken abschwellend (Wadenwickel bei Fieber oder Quarkwickel bei Stoßverletzungen).Ein Wickel setzt sich aus mehreren Lagen Tüchern zusammen. Das erste Tuch ist nass, die weiteren Lagen sind trocken, dies hilft bei der Temperaturübertragung.

Therapeutische Güsse sind durch die sog. Kneippkuren bekannt. Sie werden überwiegend kalt durchgeführt, als Teilkörper- oder Vollguss. Hier wirkt nicht nur das Wasser alleine, sondern auch der Wasserdruck. Mithilfe eines Gusses sollen in erster Linie Verspannungen gelöst werden. Sie dienen aber auch der Immunabwehr.

Das Dampfbad zählt zur gasförmigen Hydrotherapie. Mit seiner feucht-warmen Luft von ca. 40-60C°dient es zum einen der Stoffwechselanregung und zum anderen der Reinigung der Haut. Auch das orientalische Rasulbad oder das türkische Hamam zählen dazu. Heilschlammpackungen ergänzen das Dampfbad beim Rasulbad. Im Hamam kommen kalte Wassergüsse hinzu, um den Körperkreislauf zu aktivieren und so die Durchblutung zu steigern.

Die Balneotherapie ist eine Ergänzung der Hydrotherapie. Hierbei werden die Wasseranwendungen durch Inhalationen und das Trinken von Heilwässern unterstützt. Viele Kurorte zeichnen sich durch ihre spezifischen Heilquellen (meist Sole oder Schwefelquellen) und somit durch ihre Heilwässer aus. Die Inhalationen, also das Einatmen von Dämpfen, wirkt befreiend auf die Atemwege und findet Einsatz bei chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Wird der Dampf zusätzlich mit ätherischen Ölen angereichert, so gelangen diese über die Schleimhaut der Nase in den Blutkreislauf um sich dort positiv auszuwirken.

Bei der Thalasso-Therapie werden alle positiven Eigenschaften des Meeres genutzt. Meerwasser und Meeresluft sind reich an Mineralstoffen und Spurenelementen. Meeresalgen und Meerschlamm speichern in extrem hoher Konzentration diese Mineralstoffe. Daher eignen sie sich besonders gut für medizinische und auch kosmetische Zwecke. Algen und Schlamm bieten so die Grundlage für Körperpackungen, Körperwickel und Bäder. Ziel der Therapie ist ein straffer, entgifteter und energiegeladener Körper.

Autorin: susanne-miesera.de
Fachliche Beratung Fachkosmetikerin Carmen Schardig




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