Reiseimpfungen

24.11.2018

i-stock vadimguzhva

Blinde Passagiere hat keiner gerne. Das gilt auch für gefährliche Viren, die Menschen von ihren Reisen in fremden Ländern „im Gepäck“ mit nach Hause nehmen. Damit das möglichst nicht passiert, rät das Centrum für Reisemedizin (CRM) vor dem Urlaub zu einer Beratung über den passenden Impfschutz und weitere Vorsorgemaßnahmen. Denn: In Afrika, Asien oder auch in Italien zirkulieren häufig andere Krankheitserreger als hierzulande. Teilweise sind sie lebensbedrohlich.

Erst kürzlich infizierten sich drei Deutsche während eines Aufenthaltes in Brasilien mit dem Gelbfieber-Virus. Dabei handelt es sich um eine durch Mücken übertragene, lebensbedrohliche Krankheit. Einer der Urlauber verstarb. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) waren die Patienten nicht geimpft und hatten keine reisemedizinische Beratung in Anspruch genommen. „Diese Fälle zeigen erneut, dass eine sorgfältige Reisevorbereitung auch für bekannte und viel besuchte touristische Ziele wichtig bleib“, so das RKI.

Bereits 2016 hatte jedoch eine repräsentative Forsa-Umfrage mit über 1.500 Bundesbürgern im Auftrag der Knappschaft-Krankenkasse gezeigt: Über die Hälfte der Deutschen fährt ohne Reiseschutzimpfung in den Urlaub. „Andere Länder, andere Sitten – aber auch andere Infektionskrankheiten“, gibt Dr. Markus Reiser, Facharzt für Infektiologie zu Bedenken. Und das gilt nicht nur für ferne Kontinente. Beispiel Süditalien: Hier ist das Risiko, durch verunreinigte Nahrungsmittel an Hepatitis A zu erkranken, laut CRM etwa achtmal höher als in Deutschland.

Andere Länder – andere Infektionskrankheiten

Das Institut empfiehlt daher allen Reisenden spätestens eineinhalb Monate vor Abfahrt bzw. Abflug einen Gang zum Arzt – denn manchmal sind z.B. mehrere Impfungen notwendig. Last-Minute-Urlauber sollten sich nicht abschrecken lassen: „Einige Impfungen sind noch kurzfristig vor der Abreise möglich. Und für viele andere gilt: besser in letzter Minute impfen, als komplett auf die Schutzwirkung zu verzichten.“

Der Arztbesuch hat einen weiteren Vorteil: Er kann genutzt werden, um auch den eigenen Standardimpfschutz, wie er in Deutschland von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen ist, überprüfen zu lassen. Dazu zählen etwa Tetanus, Keuchhusten oder Polio (Kinderlähmung).
Die zusätzlich notwendigen Reiseimpfungen sind in erster Linie vom Urlaubsland abhängig: Am Mittelmeer zirkuliert besonders Hepatitis A; in Ost- und Südeuropa ist Tollwut, meist übertragen über streunende Tiere, eine Gefahr; in einigen Ländern z.B. in Asien besteht eine Impfpflicht gegen Gelbfieber.

Über das Reiseziel hinaus zieht ein Arzt bei der Auswahl der geeigneten Impfungen weitere Faktoren in Betracht: Hat die jeweilige Person eine Vorerkrankung? Und ist ein reiner Resort-Aufenthalt geplant oder eine ausgiebige Trekking-Tour? So ist etwa die Impfung gegen die sog. Japanische Enzephalitis vor allem bei Reisen in ländliche Gebiete Süd- und Südost-Asiens empfohlen. Die Krankenkassen sind in Deutschland grundsätzlich nicht verpflichtet Impfungen für private Auslandsreisen zu übernehmen. Viele von ihnen erstatten aber freiwillig die Kosten (ganz oder teilweise).

Eine reisemedizinische Urlaubsplanung lohnt sich – das betonte zuletzt auch die Deutsche Leberstiftung: „Die Erwartungen, die Reisende an einen perfekten Urlaub stellen, sind sehr unterschiedlich.“ Doch „einen Wunsch haben alle Reisenden gemeinsam: gesund nach Hause zurückzukehren.“

Quelle: Pharma Fakten





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