Schichtenweise viele Aufgaben

05.07.2008Drei Schichten schützen uns vor Sonne, Hitze und Verletzungen.

Die Oberhaut / Epidermis (1)
Die Lederhaut / Dermis (2)
Die Unterhaut / Subcutis (3)


Die Oberhaut


Die Oberhaut ist die dünnste Schicht. Sie besteht aus Zellen (Keratinozyten), die in vielen Schichten aufeinander stapeln. Den Abschluss nach außen bilden abgestorbene, verhornte Zellen. An Händen oder Füßen kann die Oberhaut als Hornhaut bis zu 5 Millimeter dick werden. In der unteren Schicht der Oberhaut wird der Hautfarbstoff Melanin gebildet. Sinneszellen der Oberhaut reagieren auf Druck.
Die Epidermis, wie die Oberhaut auch genannt wird, erneuert ihre Zellen ca. jeden Monat, hauptsächlich nachts passiert die Zellneubildung. Bei Wundheilung ist gut zu beobachten, dass die Haut unter besonderen Bedingungen auch schneller schützende Zellen bereitstellen kann. Schnitte müssen, um einen Blutverlust zu minimieren, schnell geschlossen werden. Schon nach wenigen Minuten dringen Zellen der Oberhaut in die Wunde. Nach und nach beginnt die Bildung von Granulations- und  Narbengewebe. Bei zuviel Kollagen entstehen wulstige Narben. Am Anfang ist das Narbengewebe dünner und anders gefärbt als die umliegende Haut, nach einiger Zeit passt sich dies an. Es gilt, je jünger desto besser die Wundheilung, je älter desto schlechter, da im Alter der Zyklus verlängert ist. Die Merkmale des Alterns sind für aufmerksame Beobachter bereits ab dem 30. Lebensjahr an der Haut sichtbar, die Oberhaut wird dünner, die Erneuerung der obersten Hautschicht geht langsamer vonstatten, Feuchtigkeit kann nicht mehr so gut gespeichert werden. Die Bildung des Melanins wird ungenauer, an manchen Stellen wird zu viel produziert, Pigmentflecke bilden sich. An anderen Stellen reduziert sich der Farbstoff, z.B. die Haare werden grau.

Die Lederhaut

Die zweite Schicht ist für die Immunabwehr, die Ernährung der Haut und die Sinneswahrnehmung zuständig. Das Aussehen der Haut wird in dieser Schicht bestimmt. Die Lederhaut besteht aus Kollagen- und Elastinfasern, zwischen denen die Blutgefäße, Lymphgefäße und Nerven sowie Schweiß- und Talgdrüsen verlaufen. Die Talgdrüsen speichern Fett und Flüssigkeit. In der Pubertät erreicht die Talgproduktion ihren Höhepunkt, gut an den Mitessern im Gesicht zu erkennen. Talgdrüsen sind unterschiedlich verteilt, auf Stirn, Kinn, Nasenflügeln oder im oberen Rückenbereich finden sich besonders viele. Ein Mensch kann normal gefettete und auch zugleich trockene oder fettige Hautstellen haben. Fettige Haut entsteht z.B. durch ein hormonelles Ungleichgewicht, durch die Pille oder durch erbliche Veranlagung. Trockene Haut kann Feuchtigkeit nicht binden, der Säureschutzmantel der Haut ist aus dem Gleichgewicht geraten. 
Über spezielle Rezeptoren werden Druck, Temperatur und Schmerz wahrgenommen. Die Stärke der Einflüsse ist ausschlaggebend für das Gefühl, das entsteht: Einen leichten Druck spüren wir als Kitzeln, einen zarten Impuls der
Schmerzrezeptoren als Jucken. Ein Reflex führt die Hand zur juckenden Hautstelle und lässt die Finger darüber kratzen.
Zellen, die Fibroblasten, produzieren Kollagen für die Elastizität der Haut und den Wundheilungsprozess. Leider wird dieser Stoff mit zunehmendem Alter schneller abgebaut: Die Haut wird schlaffer, tiefere Falten graben sich ein. Rauchen schädigt die Kollagenfasern verursacht eine geringere Durchblutung

Die Unterhaut

Die dritte Schicht bildet das Fettgewebe. Die Unterhaut oder Subcutis besteht aus Fettzellen und Bindegewebszellen, die als Energiespeicher und als Isolierschicht gegen Kälte dienen. Sie ist stark mit Blutgefäßen durchzogen, um einen schnellen Weitertransport von gespeicherten Nährstoffen zu sichern. Nährstoffe in Form von flüssigen Fetten werden und der Körper gegen Kälte und Stöße isoliert. Bei einer Überversorgung mit Fett oder zuwenig Bewegung sammeln sich die Fettdepots, die von Mensch zu Mensch an anderen Stellen abgelagert werden. Frauen neigen eher zu einer "Birnenfigur" bei viel Fett, das heißt Fettspeicher an Oberschenkeln und Po. Während Männer mit zunehmendem Gewicht eher einem Apfel gleichen, sprich runder dicker Bauch. Fett ist mehr als nur ein Energiespeicher, es schützt auch vor zuviel Kälte oder Druckeinwirkungen von außen.




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