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Wenn Fürsorge zur Belastung wird

Die richtige Balance finden bei Kindern mit Vitiligo

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"Mit den Kindern wird die Angst geboren" – diese berührenden Worte einer bekannten Sängerin (Soap&Skin) treffen einen wichtigen Punkt. Bei all der Freude und dem Wunder, wenn sich die Familie um ein kleines Wesen erweitert, zeigen Statistiken, dass jede fünfte Mutter sogar eine Angststörung nach der Geburt entwickelt. Die Diagnose Vitiligo verstärkt die elterlichen Sorgen oft zusätzlich. Der Wunsch, dem Kind zu helfen und weitere Schübe zu vermeiden, ist völlig natürlich. Doch manchmal kann übertriebene Fürsorge das Gegenteil bewirken – das Kind wird überängstlich, gesunde Geschwister kommen zu kurz und die gesamte Familie gerät unter enormen Stress. 

Wenn Schutz zur Einschränkung wird

Manche Eltern entwickeln ein Übermaß an Vorsicht: Das Kind darf nicht schwitzen, bestimmte Kleidung ist tabu, soziale Kontakte werden gemieden. Aus Angst vor Auslösern eines neuerlichen Schubes wird die Ernährung extrem eingeschränkt, obwohl nur wenige Allergien nachgewiesen sind. Jede neue weiße Stelle führt zum Arztbesuch, auch wenn er harmlos ist.
Diese übertriebene Fürsorge kann Kinder verunsichern und daran hindern, eigene Kompetenzen zu entwickeln. Sie lernen, ihre Haut als ständige Bedrohung wahrzunehmen, statt einen natürlichen Umgang mit ihrer Erkrankung zu finden. In diesem Zusammenhang spricht man auch von sogenannten Helikopter-Eltern: Mütter oder Väter, die ständig über ihrem Kind „kreisen“, alles kontrollieren und jede Herausforderung abfangen wollen. Was gut gemeint ist, kann langfristig die Entwicklung von Selbstvertrauen und Eigenverantwortung beeinträchtigen – aus Fürsorge wird Überfürsorge.

Der Teufelskreis von Stress und Vitiligo

Wenn Eltern unter Druck stehen, überträgt sich diese Anspannung oft auf das Kind – und Stress kann Vitiligo-Schübe verstärken. 

Praktische Tipps für die richtige Balance

Bei der Hautpflege: Halten Sie sich an die medizinisch notwendigen Maßnahmen. Eine konsequente Pflege ist wichtig, aber nicht jede Hautstelle muss stündlich kontrolliert werden.

Bei der Ernährung: Eine ausgewogene, vielfältige Ernährung stärkt das Immunsystem. Lassen Sie Ihr Kind altersgemäß beim Kochen helfen und eigene Vorlieben entwickeln.

Bei Aktivitäten: Ermutigen Sie Ihr Kind zu Sport und sozialen Kontakten. Mit der richtigen Vorbereitung – atmungsaktive Kleidung, eine schnelle Dusche und Hautpflege nach dem Sport – sind die meisten Aktivitäten möglich und lenken nebenbei gleich vom Aussehen ab.

Bei Arztbesuchen: Vereinbaren Sie Termine bei deutlichen Verschlechterungen oder planmäßigen Kontrollen, aber nicht bei jedem kleinen Hautproblem.

Eigene Bedürfnisse nicht vergessen

Als Elternteil haben Sie das Recht auf eigene Bedürfnisse und Grenzen. Erschöpfung und Überforderung helfen weder Ihnen noch Ihrem Kind. Nehmen Sie Hilfe an – sei es von Familie, Freunden oder professionellen Unterstützungsangeboten. Wenn Sie sich belastet fühlen, scheuen Sie sich nicht, psychologische Hilfe zu suchen. Es gibt spezielle Eltern-Schulungen und die Möglichkeit zur Eltern-Kind-Kur. Tun Sie auch einmal etwas nur für sich. Eine ausgeglichene, entspannte Eltern-Kind-Beziehung lässt sie als Familie gemeinsam die Vitiligo besser bewältigen.

Selbstständigkeit fördern

Bringen Sie Ihrem Kind bei, die eigene Haut zu verstehen: Wie fühlt sich ein Schub an? Wann ist Eincremen nötig? Welche Kleidung ist angenehm? Diese Kompetenz macht selbstbewusst und reduziert Ängste.

Fazit

Liebe und Fürsorge sind wichtig, aber Vertrauen in die Stärken Ihres Kindes ist genauso wertvoll. Die Vitiligo ist ein Teil des Lebens, aber sie sollte es nicht bestimmen. Mit der richtigen Balance zwischen Schutz und Freiheit sowie der nötigen Selbstfürsorge helfen Sie Ihrem Kind, selbstbewusst und gesund aufzuwachsen. Zuletzt gibt es einen wichtigen Gegenspieler zur Angst – die Zuversicht. Denken Sie daran: Entspannte Eltern haben oft entspanntere Kinder.

Quellen:
Kurzlink: https://t1p.de/39rcg
Kurzlink: https://t1p.de/r04h3
Kurziink: https://t1p.de/egm5v

Autor: Dipl-Psych. Friederike Kuppe-Heder - Halle/Saale - www.praxis.kuppe-heder.de

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