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Haarwurzelscheiden Zellen Behandlung

06.05.2012Die optimale Modalität der Melanozytentransplantation bei stabiler Vitiligo ist zur Zeit nicht definiert. Bisher konzentrierte sich das Interesse auf Verfahren zur Isolation, allenfalls Kultivierung und anschliessende Applikation von aus Hautbiopsien gewonnenen Melanozyten der Oberhaut. Nur 4 Publikationen haben bisher über Vitiligobehandlung mittels Haarfollikel-Transplantation berichtet. Wie für die Keratinozyten der Oberhaut befindet sich auch für die Melanozyten eine Stammzellpopulation in der äusseren epithelialen Haarwurzelscheide. Dies wird durch das klinisch gut bekannte Phänomen der follikulären Repigmentierung bei Abheilung einer Vitiligo illustriert.
In einer Testphase haben wir Lösungen von patienteneigenen Zellen der äusseren epithelialen Haarwurzelscheide von ausgezupften Kopfhaaren in der Wachstumsphase nach Isolation durch Trypsinisierung auf stabile Vitiligoherde appliziert. Die Penetration der Zellen durch die Epidermis wurde entweder mittels kontinuierlicher oder fraktionaler Laser-Deepidermisierung oder mittels Mikroneedling mit einem Dermaroller erreicht. Nach der Reepithelialisierung wurden die behandelten Areale zwei- bis dreimal pro Woche mit niedrigen Dosen Schmalband-UVB oder mit Excimer-Laser belichtet. Unter einer solchen Behandlung zeigten mehrere Patienten ausgedehnte Repigmentierungen, einige sogar in nichtbehandelten Arealen.
Melanozyten oder ihre Stamm- bzw. Vorläufer-Zellen aus der äusseren epithelialen Haarwurzelscheide von ausgezupften Kopfhaaren können folglich zur Behandlung depigmentierter Haut bei Vitiligo verwendet werden. Das Verfahren eignet sich auch zur Behebung von Hypopigmentierungen anderer Ursachen, z.B. bei hypopigmentierten Narben. Die Gewinnung solcher patienteneigener Zellen ist nicht invasiv, was eine einfache, rasche und bei Bedarf auch wiederholte Applikation ermöglicht. Die Verwendung der patienteneigenen Haut als Inkubator für die transplantierten Zellen, insbesondere die Vermeidung einer Kultivierung der Zellen unter Laborbedingungen, stellt einen wesentlichen praktischen und auch regulatorischen Vorteil dieser Technologie dar - die Möglichkeit einer malignen Entartung von Melanozyten unter Stimulation der Proliferation in der Zellkultur ist ja immer noch ein regulatorischer Diskussionspunkt. Zur Zeit arbeiten wir an einer Standardisierung der Applikationsmodalitäten und an der Definition der optimalen Begleitbehandlungen. Sobald die noch anstehenden Fragen gelöst und die zur Isolation und Applikation der Zellen eingesetzten Spezialmedien CE-zertifiziert sind, ist vorgesehen, die Behandlung an ausgewählten, geschulten medizinischen Zentren in Europa anzubieten. Der internationale Vertrieb erfolgt durch die Fa. SkinrepHair, Ltd., Schweiz
info@skinrephair.com


Prof. Dr. med. Th. Hunziker
Universitätsklinik für Dermatologie, Inselspital Bern/Schweiz




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