Nahrungsergänzungsmittel. Bei Rosazea sinnvoll?
Die wissenschaftliche Datenlage ist teilweise vielversprechend, aber nicht immer eindeutig.
Experten betonen, dass Supplemente nur nach ärztlicher Rücksprache und idealerweise bei nachgewiesenem Mangel eingesetzt werden sollten, da Überdosierungen schaden oder Wechselwirkungen mit Medikamenten auftreten können.
Wann sind Supplemente sinnvoll?
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Allheilmittel, können aber als unterstützende Maßnahme dienen, um Entzündungsprozesse im Körper zu lindern und die Hautbarriere zu stärken. Besonders bei okulärer Rosazea (Beteiligung der Augen) oder nachgewiesenen Nährstoffdefiziten zeigen Studien positive Effekte.
Wichtig ist der Grundsatz: Nahrungsergänzungsmittel können eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Bevor Sie Präparate einnehmen, sollte geklärt werden, ob ein spezifischer Mangel vorliegt, da eine pauschale Einnahme ohne Bedarf die Symptome unter Umständen sogar verschlimmern kann.
Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Rosazea
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-bei-Rosazea,rosazea102.html
https://ichgcp.net/de/clinical-trials-registry/NCT00395226
https://www.aerzte.de/gesundheitsratgeber/ernaehrung-bei-rosacea-was-wirklich-hilft#google_vignette
https://fembites.com/blogs/zykluswissen/rosacea-nahrungsergaenzungsmittel
https://derma.plus/journal/ernaehrungsumstellung-hilft-bei-rosazea/
https://rosacea-wissen.de/category/therapie/
https://physiogel.de/ratgeber/hautprobleme/rosacea/rosacea-ernaehrung/
https://physiogel.de/ratgeber/hautprobleme/rosacea/rosacea-ernaehrung/
Empfohlene Nahrungsergänzungsmittel
Folgende Mikronährstoffe werden in der Literatur am häufigsten als unterstützend bei Rosazea genannt, wobei die Wirkstärke variiert:
Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren (insbesondere EPA und DHA) gelten als einer der vielversprechendsten Ansätze. Aufgrund ihrer stark entzündungshemmenden Eigenschaften können sie helfen, die Hautrötungen zu beruhigen.
Wirkung: Studien zeigen eine signifikante Verbesserung der Symptome bei trockenen Augen (okuläre Rosazea) nach mehrmonatiger Einnahme. Sie unterstützen zudem die Hautbarriere.
Dosierung: Oft werden 1–2 g EPA/DHA täglich empfohlen, die genaue Dosis sollte jedoch ärztlich abgestimmt werden.
Quellen: Fischöl oder Algenöl (vegan).
Zink
Zink ist essenziell für das Immunsystem und die Wundheilung.
Wirkung: Einige Studien deuten darauf hin, dass Zink (z. B. 100 mg Zinksulfat in einer Studie) entzündliche Läsionen, Papeln und Pusteln reduzieren kann. Es wirkt regulierend auf entzündliche Prozesse.
Hinweis: Die Datenlage ist nicht einheitlich. Eine Supplementierung sollte vorzugsweise nur bei nachgewiesenem Mangel erfolgen, da zu viel Zink andere Mineralstoffe (wie Kupfer) verdrängen kann.
Probiotika
Die Verbindung zwischen Darm und Haut („Darm-Haut-Achse") spielt bei Rosazea eine große Rolle.
Wirkung: Bestimmte Stämme wie L. plantarum, B. infantis oder L. acidophilus können die Darmbarriere stärken und systemische Entzündungen senken.
Anwendung: Sinnvoll als Begleitung zu einer ballaststoffreichen Ernährung, um das Mikrobiom zu stabilisieren.
Weitere potenzielle Helfer
Kollagen: Kann die Hautfeuchtigkeit verbessern und durch entzündungshemmende Eigenschaften Rötungen mindern.
Curcumin: Wirkt antioxidativ und antiviral; kann Entzündungsmarker senken, sollte aber vorsichtig dosiert werden, da es bei manchen Menschen als Kontaktallergen wirken kann.
Selen: Schützt die Haut vor oxidativem Stress und unterstützt gesundes Altern.
Vitamin C: Ein Mangel kann Rosazea verschlechtern; eine ausreichende Versorgung ist wichtig für das Bindegewebe.
Kritisch zu betrachtende Vitamine
Nicht alle Vitamine sind bei Rosazea uneingeschränkt empfehlenswert. Bei einigen besteht das Risiko, dass sie Symptome auslösen oder verstärken.
Vitamin D
Die Rolle von Vitamin D ist ambivalent. Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Rosazea oft höhere Vitamin-D-Spiegel aufweisen als Gesunde.
Risiko: Es wird diskutiert, ob hohe Spiegel die Erkrankung begünstigen oder ob dies eine Folge der Entzündung ist.
Empfehlung: Vitamin D sollte nur bei dokumentiertem Mangel supplementiert werden. Eine pauschale Hochdosierung ohne Blutbild wird nicht empfohlen.
Vitamin B3 (Niacin)
Hier ist eine genaue Unterscheidung notwendig:
Niacin (Nicotinsäure): Kann einen sogenannten „Flush" (starke Gesichtsrötung) auslösen und Symptome verschlimmern.
Nicotinamid: Diese Form von Vitamin B3 könnte hingegen hilfreich sein. In Kombination mit Zink, Kupfer und Folsäure zeigte Nicotinamid in Vorstudien positive Effekte und wird teilweise als Alternative zu Antibiotika diskutiert.
Ernährung als Basis
Bevor zu Supplementen gegriffen wird, sollte der Fokus auf einer antientzündlichen Ernährung liegen. Diese bildet das Fundament für eine Besserung der Symptome.
Mittelmeerkost: Reich an Gemüse, Olivenöl, Nüssen und fettem Fisch. Sie senkt nachweislich Entzündungsmarker wie TNF-α und IL-6.
Trigger meiden: Verzicht auf Alkohol (besonders Rotwein), scharfe Gewürze, heiße Getränke und histaminreiche Lebensmittel ist oft effektiver als jede Pille.
Zeitrahmen: Erste Verbesserungen durch Ernährungsumstellung zeigen sich meist nach 3–4 Wochen, deutliche Fortschritte oft erst nach 2–3 Monaten.
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