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02.09.2008

Wie finde ich "mein" Hautpflegeprodukt?

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Z.B. die Auslobung "hypoallergen" auf Kosmetikpackungen hilft Menschen mit sensibler Haut leider nicht weiter. Das hängt damit zusammen, dass Reizreaktionen gegen Kosmetika generell sehr selten auftretenLaut Statistik des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel (IWK) gibt es 1,3 Reaktionen pro 1 Million verkaufter Kosmetikpackungen. Allerdings ist die Dunkelziffer sehr hoch, weil viele Menschen solchen Hautreaktionen nicht weiter nachgehen oder sich beim Hersteller beschweren. Wegen des seltenen Auftretens solcher Reaktionen ist es aber nicht möglich, wissenschaftlich exakt zu prüfen, ob ein Kosmetikum dem Anspruch hypoallergen gerecht wird oder nicht, ohne es an Tausenden von Personen zu testen. Selbst Kosmetika ohne Parfüm, Farb- und Konservierungsstoffe garantieren keine hundertprozentige Verträglichkeit, weil nur ein Bruchteil der Allergien gegen solche Bestandteile gerichtet ist. Darüber hinaus ist die Mehrzahl der Hautreaktionen ohnehin keine spezifische Allergie gegen bestimmte Stoffe, sondern die Folge einer Überlastung der Haut.




Fragen an die Hautexpertin Prof. Dr. Martina Kerscher

Frage:  Gibt es garantiert hundertprozentig hautverträgliche Cremes?
Prof. Kerscher:  Nein, ein gewisses Risiko lässt sich auch durch sorgfältige Produktentwicklung und Testung nicht ausschließen. Das Risiko ist dann klein, wenn die Produkte mit modernen Methoden auf ihre Verträglichkeit hin getestet sind und wenn hochpotente Allergene beispielsweise bestimmte Duftstoffe, nicht enthalten sind. Außerdem müssen sie optimal auf den Hautzustand abgestimmt sein. Wer Allergien auf bestimmte Substanzen hat, muss dies bei der Auswahl der Produkte unbedingt be-rücksichtigen.

Frage: Wie sollte ein Pflegeprogramm für empfindliche Haut aussehen?
Prof. Kerscher: Hier sollten nicht zu viele verschiedene Produkte verwendet werden, aber auf regelmäßige intensive Pflege und Schutz geachtet werden. Beim Reinigen sollte auf Seife verzichtet werden, und es sollte nur lauwarmes Wasser verwendet werden. Das Reinigungsprodukt muss so sparsam wie möglich dosiert und gründlich abgespült werden. Hautverträgliche, auf den Hautzustand abgestimmte Cremes und Lotionen sollten mindestens einmal täglich angewendet werden.
Um die richtigen Produkte zu finden, sollte man sich gezielt, z.B. vom Hautarzt, be-raten lassen oder versuchen, sich vom Hersteller Proben zusenden zu lassen.
Beim Testen neuer Produkte sollten diese zunächst einige Tage in der Ellenbeuge ausprobiert werden, dann erst im Gesicht. Zudem sollten nicht mehrere Produkte gleichzeitig getestet werden.
Wer ein gut wirksames und verträgliches Kosmetikum für sich gefunden hat, sollte dabei bleiben. Tritt eine Hautreaktion auf, sollte man nicht unkritisch gleich zur nächsten Creme greifen, sondern allenfalls ein vom Arzt verordnetes oder in der Apo-theke empfohlenes Präparat auf den betroffenen Hautarealen verwenden und versu-chen, die Ursache für die Unverträglichkeitsreaktionen zu finden.

Frage: Welche Rolle spielt die Ernährung für die Empfindlichkeit der Haut
Prof. Kerscher: Abgesehen von Fällen einer echten Mangelernähung – in unserem Umfeld eher die Ausnahme – und den wenigen Fällen, wo Nahrungsmittel Ekzeme auslösen, ist die Ernährung von untergeordneter Bedeutung für Hautreaktionen. Den-noch ist natürlich eine ausgewogene Kost, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, auch für die Haut vorteilhaft.

Frage: Erhöht psychischer Stress die Hautempfindlichkeit?
Prof. Kerscher: Bei Neurodermitis, Akne und auch Psoriasis ist ein Zusammenhang erwiesen, ansonsten liegt die Vermutung eines Zusammenhangs bei einer Reihe von Hauterkrankungen nahe. Kurzfristiger Stress wird sich kaum auswirken, aber negativ empfundene Dauerbelastungen machen auch die Haut mit hoher Wahrscheinlichkeit anfälliger für unerwünschte Reaktionen.

Frage: Steigt die Zahl der Hautreaktionen und Allergien tatsächlich an?
Prof. Kerscher: Das trifft tatsächlich zu und ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass mehr Patienten mit solchen Problemen zum Arzt kommen. Am besten ist die Zunahme beim atopischen Ekzem dokumentiert und untersucht. Eine entgültige Erklärung steht aber auch hier noch aus. Als Gründe kommen neben geänderten Hautreinigungs- und Pflegegewohnheiten zunehmende Umweltbelastungen und veränderte Anforderungen an die körpereigenen Abwehrsysteme in Frage.

Prof. Dr. med. Martina Kerscher
Studiengang Kosmetik und Körperpflege
Fachbereich Chemie, Universität Hamburg

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