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18.05.2009

Fragen an die Experten - Teil 5

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Frage:
Ist Ihnen etwas über die Behandlung der Rosazea (Hitzegefühl, Schlafstörung dadurch, Röte..) mit Neuroleptika (z. B. Solian, Amisulprid dura) bekannt? (Wirkungsweise im Sinne einer evtl. möglichen veränderten Wahrnehmung der Symptome)
Antwort:
Der Einsatz von Neuroleptika ist sicher eher für solche Patienten mit Rosazea hilfreich, die eine sogenannte Somatisierungsstörung entwickeln. In Einzelfällen haben wir in den vergangenen Jahren erlebt, dass trotz objektiv kaum sichtbarer Befunde eine Wahrnehmungsstörung bei Patienten entstanden ist, die sich durch rein äußerliche Behandlungsmaßnahmen nicht ändern lässt. Aus meiner Sicht gehören Neuroleptika jedoch nicht primär in die Hand von Dermatologen, sondern müssen zwischen Dermatologen und Psychiatern mit einem klaren Behandlungsziel abgesprochen sein. Wir favorisieren in diesem Zusammenhang eher psychotherapeutische/verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Eine primäre Verhinderung von Pusteln oder Teleangiektasien durch Neuroleptika ist nicht anzunehmen. Deshalb kann der Einsatz von Neuroleptika sicher nicht als ursächliche Therapie bei der Rosazea gelten.
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Kann eine MetronidazoI- bzw. Tetracyclin-Behandlung das Auftreten von Teleangiektasien bzw. auch Rötungen verhindern? Wäre eine solche aus v. g. Gründen gerechtfertigt, auch dann, wenn keine behandlungsbedürf¬tigen Pickel vorliegen?
Antwort:
Wir würden es keinesfalls für gerechtfertigt halten, Metronidazol oder Teracyclin-Präparate intern einzusetzen, wenn keine klare Indikation für eine ausgeprägte Entzündung (Pusteln, Papeln) besteht. Es gibt Studien, die klar zeigen, dass der rein äußerliche Einsatz von Metronidazol-haltigen Präparaten auf die Bildung von Teleangiektasien (bzw. Rückbildung) den geringsten Einfluss hat.
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Laserbehandlung: Wird diese in der Hauptsache aus kosmetischen Gründen zur Beseitigung der unschönen erweiterten Äderchen vorgenommen?
Oder gibt es dafür medizinische Gründe, wie das Nachlassen der Hitzegefühle oder Röteschübe (Flushs)?
Interessant wäre ergänzend ein Bericht über die verschiedenen Laser-¬Methoden und evtl. auch, wer diese wo mit guten Ergebnissen durchführt. Man hört sehr viel pro und contra.
Antwort:
Zum Thema Laserbehandlung gibt es deshalb viel pro und contra, da die Geräte teilweise sehr unterschiedlich wirken und die Behandler teilweise sehr unterschiedlich agieren. Es gibt diesbezüglich keine klaren Leitlinien bzw. große klinische Studien, die unterschiedliche Laser-Verfahren über einen längeren Zeitraum diesbezüglich vergleichen. Der primäre Einsatz der Laserbehandlung ist sicherlich kosmetisch zur Beseitigung der erweiterten Äderchen. Das Nachlassen der Hitzegefühle und Röteschübe wird nach unserer langjährigen Erfahrung wesentlich besser durch manuelle Lymphdrainagen und/oder Endermologie (Vakuumsaugmassage) beeinflusst.
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Beim Zahnarzt lässt es sich im Rahmen der Behandlung nicht völlig vermeiden, dass die Wangen berührt werden bzw. ein „Abstützen“ darauf erfolgt. Schadet dieser Druck den von Rosazea betroffenen Wangen? Können dadurch bereits Teleangiektasien entstehen? Vermeiden kann man dieses In-Kontakt-Kommen ja wohl kaum.
Antwort:
Das reine "In-Kontakt-Kommen" kann allein nicht für die Entstehung oder Verschlechterung der Rosazea angeschuldigt werden. Diesbezüglich würde ich mir bei gelegentlichen zahnärztlichen Behandlungen keine Sorgen machen.
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Vor ca. 2 Jahren benötigte ich Ihre Hilfe, weil ich keinen chemischen Lichtschutzfaktor vertrage. Sie nannten mir daraufhin das Produkt MicroSonne 20 für Kleinkinder und Allergiker von der Fa. Karrer GmbH (ohne chemische Filter, ohne Duftstoffe, ohne Konservierungsstoffe und ohne Farbstoffe). Dieses Produkt habe ich wirklich sehr gut vertragen. Noch einmal vielen Dank dafür.
Problem: Der Hersteller hat das Produkt aus dem Handel genommen. Apotheker kennen kein ähnliches Produkt.
Können Sie mir bitte eine neue Creme empfehlen, die ähnlich ist wie die MicroSonne?
Antwort:
Da die gesamte Produktline "MicroSonne" vom Markt genommen wurde, empfehlen wir Mineralische SonnenCreme SPF 50 von Avène 50ml, PZN 1883898.
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Ich habe den Verdacht, dass eine Histamin-Intoleranz die Ursache für meine Rosacea ist.
Wie ist Ihre Meinung dazu?
Antwort:
Ein ursächlicher Zusammenhang ist unwahrscheinlich. Dennoch kann eine Histamin-Intoleranz eine Flush-Reaktion im Gesicht massiv verstärken. Die Diagnose sollte intensiv abgeklärt werden. Alternativ könnten ggf. auch Antihistaminika für kurze Zeit eingenommen und der Einfluss auf die Flush-Bildung beurteilt werden.
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Jetzt ist mir nicht so recht klar, was ich nach der Sonneneinwirkung,  die sich ja nicht immer vermeiden lässt, zu tun habe. Ich bin also öfters mit dem Fahrrad und zu Fuß unterwegs, ein direktes Sonnenbad wird dabei vermieden.
Also vorher Metrocreme, dann 15 - 30 Min. später Anthelios W 40 Gel.
Nach der Sonneneinwirkung habe ich bisher nach einer Dusche od. normalen Reinigung eine normale Hautcreme oder ein herkömmliches After Sun - Produkt aufgetragen.
Welches Mittel ist jetzt bei der Erkrankung Rosazea zu empfehlen?
Antwort:
Neben der konsequenten Reduktion direkter Sonneneinstrahlung empfehlen wir - je nach Hautbefund und Akuität der Rosazea - abends auch die Anwendung eines spezifischen Rosacea-Präparates z.B. im Sommer Metrogel. Dies sollte jedoch stets hautfachärztlich begleitet werden.
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Ich habe eine Rosacea, die mittlerweile seit 10 Monaten mit Isotretinoin oral behandelt wird. Es hat mehrere Monate gedauert, bis die entzündlichen Hautveränderungen rückläufig waren. Jetzt steht noch ein permanentes Lymphödem v.a. der Glabella im Vordergrund. Dieses wird versucht, mit dem Antihistaminikum Aerius medikamentös zu reduzieren. Gibt es weitere Möglichkeiten? Zu der Rosacea-Massage gibt es viele widerspüchliche Aussagen. Es gibt meines Wissens keine Studien, die einen Nutzen wirklich belegen. Daneben existieren Bedenken, durch die mechanische Irritation ggf. eine Verschlechterung zu erziehlen. Können Sie die Datenlage erläutern? Gibt es dafür spezielle Ansprechpartner?
Antwort:
In der Tat gibt es keine Daten, welche die Wirkung belegen. Wir haben in unserer eigenen Rosacea-Ambulanz überwiegend sehr positive Erfahrungen mit Gesichtslymphdrainagen oder Vakuum-Saug-Massage (z.B. Endermologie).
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Gerne wüßte ich es etwas über einen Zusammenhang zwischen Rosazea und Ernährung. Gibt es Nahrungsmittel, die wie Triggermechanismen wirken (abgesehen von stark gewürzten Speisen und Alkohol, was man überall liest)? Ich habe den Eindruck, dass Nüsse und Erdnüsse diese Rolle spielen, sowie Haribo Produkte. Haben andere Patienten solche Beobachtungen auch schon gemacht?
Antwort:
Hinweise im Ratgeber sind eher allgemeine gültig. Andere Erfahrungen sind sehr individuell und können von einer großen Gruppe von Patienten oft nicht bestätigt werden.
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Vor kurzem haben Sie auf Ihrer Seite über einen möglichen Zusammenhang von Rosazea und oxidativem Stress informiert. (Serodja Tisma V et al. Oxidative stress and ferritin expression in the skin of patients with rosacea. J Am Acad Dermatol 2008; 10: 1–7.) Auf Grund einer Blutuntersuchung scheint bei mir (Rosazea Stadium II-III) oxidativer Stress vorzuliegen. Welche Möglichkeiten sehen Sie, gegen diesen oxidativen Stress vorzugehen und so möglicherweise ein Linderung der Rosazea-Symptome herbeizuführen?
Antwort:
Dies sollte gezielt mit den Ärzten besprochen werden, die diese Blutentnahme veranlasst haben. Eine "pauschale" Empfehlung dazu ist nicht gegeben.
Prof. Dr. med. habil. Ulrich Amon

Frage:
Wie erfolgreich ist die  Behandlung der Rosazea mit IPL?
Antwort:
Oft werden Lichttherapien wie z. B. IPL oder Lasertherapien angeboten. Ob diese langfristig Erfolg bringen, ist in vielen Fällen nicht immer gewährleistet. Oftmals wird kurzfristig eine Verbesserung erzielt - aber langfristig lässt in vielen Fällen der Erfolg nach.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Muss ich einen Lichtschutz anwenden?
Antwort:
Ja, unbedingt. Es ist bekannt, dass die Rosazea unter dem Einfluss von UV-Licht schlechter wird.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Wie hoch sollte der Faktor sein?
Antwort:
Der LSF sollte mindestens 20-30 betragen; auch muss ein UVA Schutz enthalten sein.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Helfen auch Schwarzteeumschläge bei der Rosazea?
Antwort:
Bei leichten Formen kann man das unterstützend anwenden; auf keinen Fall ersetzen die Schwarzteeumschläge die klassische antientzündliche Therapie.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Ich habe meine erweiterten Äderchen im Gesicht lasern lassen und bin prinzipiell mit dem Ergebnis sehr zufrieden; leider traten aber unmittelbar nach der Behandlung Nässen und Krusten auf, ist das normal.
Antwort:
Ja. Die Laserbehandlung hat immer eine mehr oder weniger stark ausfallende Reaktion aus Rötung, Nässen und im Folgenden verkrusten zur Folge; es dauert in der Regel 5-10 Tage, bis alle Erscheinungen abgeklungen sind.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Wie sollte die Hautpflege bei Rosazea erfolgen?
Antwort:
Weniger Pflege ist mehr - zu häufiges Experimentieren ist nicht gut. Das Gesicht nicht abrubbeln, nur vorsichtig abtrocknen, z. B. mit Kosmetiktüchern. Nichts verwenden, was durchblutungsfördernd wirkt. Dazu gehören zum Beispiel anregende Antifaltencremes,  aggressive Mittel, Peelings, antrocknende Gesichtsmasken, Cremepackungen, Dampfbäder, Saunabesuche, heißes oder eiskaltes Wasser und Wechselbäder. Rosazeapatienten sollten alkoholhaltige Produkte nicht verwenden. Ausnahmefälle gibt es, zum Beispiel die Nachbehandlung der Haut nach einer Isotretinoin-Therapie mit Fruchtsäureprodukten. Diese enthalten zum Teil Alkohol. Hier bitte Rücksprache mit dem Arzt halten! Keine fettigen Cremes (Wasser in Öl) verwenden, möglichst nur Öl-in-Wasser Emulsionen. Im Sommer, bei Aufenthalt in der Sonne, müssen Rosazea-Patienten ein Sonnenschutzmittel verwenden, am besten ein fettfreies Gel. Im Winter, bei Kälte, kann eine spezielle Kälteschutzcreme (fetthaltige Creme ohne Wasseranteil) aufgetragen werden, die in der Wohnung wieder entfernt werden muss (sonst Hitzestau)
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Was kann ich außer der eigentlichen Behandlung der Rosazea noch tun?
Antwort:
Hautpflege: zu häufiges Experimentieren ist nicht gut. Das Gesicht nicht abrubbeln, nur vorsichtig abtrocknen, z. B. mit Kosmetiktüchern. Dampfbäder, Saunabesuche, heißes oder eiskaltes Wasser und Wechselbäder. Rosazeapatienten sollten alkoholhaltige Produkte nicht verwenden. Keine fettigen Cremes (Wasser in Öl) verwenden, möglichst nur Öl-in-Wasser Emulsionen. Im Sommer, bei Aufenthalt in der Sonne, müssen Rosazea-Patienten ein Sonnenschutzmittel verwenden, am besten ein fettfreies Gel. Im Winter, bei Kälte, kann eine spezielle Kälteschutzcreme (fetthaltige Creme ohne Wasseranteil) aufgetragen werden, die in der Wohnung wieder entfernt werden muss (sonst Hitzestau).

Frage:
Wie kann ich feststellen, ob eine Augenbeteiligung vorliegt?
Antwort:
Um diese Frage zu klären, sollten Sie unbedingt einen Augenarzt aufsuchen, der mit speziellen Geräten das Auge beleuchtet und die Diagnose stellen kann.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Ich habe seit längerem eine Rosazea und jetzt auch Beschwerden im Bereich der Augen; wer behandelt das?
Antwort:
Bei etwa 60 % der Patienten zeigt sich eine Augenbeteiligung. Diese äußert sich vornehmlich in einer Rötung der Lider und der Bindehaut, kann aber neben den vorderen auch die hinteren Augenabschnitte betreffen; es ist also gut möglich, dass Sie unter einer Augenbeteiligung leiden.
Sie sollten unbedingt einen Augenarzt zur weiteren Diagnostik aufsuchen, der dann auch eine entsprechende Therapie einleiten wird.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Vor über einem Jahr wurde bei mir eine Rosazea diagnostiziert und mit einer antibiotikahaltigen Salbe behandelt. Außerdem habe ich meine Hautpflege umgestellt. Seitdem habe ich eigentlich keine schwerwiegenden Beschwerden mehr. Sollte ich trotzdem das mir verordnete Präparat weiter anwenden?
Antwort:
Solange Sie keine Beschwerden haben, ist das nicht nötig.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Prof. Gallo hat in den USA Untersuchungen zum Effekt von Vit. D3 auf die Rosazea gemacht; gibt es hier in Deutschland auch klinische Studien dazu?
Antwort:
Prof. Gallo ist ein international bekannter Dermatologe und ist vor allem auf Akne, aber auch auf die Rosazea spezialisiert. Mir sind diese Untersuchungen bekannt, meines Wissens laufen aber in Deutschland derzeit keine klinischen Studien dazu
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Können Magenprobleme Ursache einer Rosazea sein?
Antwort:
Es wird eine Beziehung zwischen einer Helicobacter pylori (HP) Infektion der Magenschleimhaut und der Rosazea vermutet. In einer Studie hatten 84% der Patienten mit Rosazea auch eine HP-positive Gastritis. In einer doppelverblindeten kontrollierten Studie in der der Effekt einer Hp-Eradikation bei Patienten mit Rosazea und Hp-Infektion gemessen werden sollte, konnte keine Verbesserung des Rosazea-Scores gezeigt werden. Es ist daher fraglich, ob die Hp-Infektion als auch die Hp-Eradikation den Langzeitverlauf der Rosazea beeinflusst. Zusammenfassend kann kein eindeutiger Zusammenhang belegt werden, obwohl über eine kurzfristige Verbesserung der Rosazea Symptome nach Eradikationstherapie berichtet wurde.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Ich habe eine Rosazea und ein endogenes Ekzem im Gesicht bei multiplen Kontaktallergien; das Ekzem behandle ich seit 1 1/2 Jahren mit Elidel, ist das ok?
Antwort:
Elidel ist eigentlich nicht für den langfristigen Bedarf gedacht, ich würde versuchen, das Präparat auszuschleichen.
Zusatz-Frage:
Dann kommt das Ekzem sofort wieder
Antwort:
Man könnte es mit anderen antientzündlichen Präparaten versuchen, z.B. auf pflanzlicher Basis.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Was muss ich bei der Pflege der Haut als Rosacea Patientin beachten?
Antwort:
Ihre Haut ist wahrscheinlich recht empfindlich, Sie sollten nur milde Reinigungsprodukte (z.B. als Milch) benutzen. Auch sollten Sie Ihr Gesicht nicht zu stark „abrubbeln“, sondern nur abtupfen. Auch extreme Wärme und Kälte sollten Sie vermeiden. Sie sollten sich am besten in einer Apotheke über geeignete Produkte informieren und beraten lassen.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Was halten Sie von der Saalmann-Lichttherapie? Ich behandele seit drei Wochen damit und es wird eher schlechter.
Antwort:
Ich habe diese Lichttherapie selber bislang nicht angewendet. Prinzipiell ist eine Lichttherapie bei einer Vielzahl dermatologischer Krankheitsbilder indiziert, so z.B. bei der Schuppenflechte. Bei der Rosacea ist Licht ja eher kontraindiziert, einzig bei der granulomatösen Form der Rosacea kann man eine Lichttherapie versuchen, sofern die gängigen Therapieformen nicht ansprechen. Wenn es bei Ihnen jetzt nach 3-wöchiger Anwendung zur Befundverschlechterung kommt, würde ich die Therapie nicht weiter fortführen.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Was halten Sie von einer Eigenurinbehandlung ber der Rosacea?
Antwort:
Eigenurinbehandlungen zählen zu den sog. „Altenativen Heilmethoden“; da ich schulmedizinisch orientiert bin, habe ich dies ich noch nie empfohlen, habe also persönlich leider keine Erfahrung. Ich habe aber von Patienten gehört, denen diese Behandlung nicht überhaupt nicht geholfen hat.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Kann man eine kosmetische Behandlung bei der Rosacea durchführen?
Antwort:
Sie können eine kosmetische Behandlung durchführen, es sollte allerdings eine „Medizinische Kosmetische“ sein und von einer erfahrenen Kosmetikerin durchgeführt werden.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Ist Metronidazol Creme gut bei der Rosacea?
Antwort:
Bei den entzündlichen Formen der Rosacea ist Metronidazol Crerme gut geeignet.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
Seit elf Jahren wende ich Metronidazol Creme an, darunter bin ich Beschwerde-frei; kann die Creme schädlich sein?
Antwort:
Wenn Sie keine Beschwerden haben, würde ich die Creme absetzen. Es kann durch jahrelange Anwendung des Präparates unter Umständen zu einer Resistenz-Entwicklung kommen, so dass Sie dann bei erneuter Notwendigkeit nicht mehr auf das Präparat ansprechen.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Leserbericht:
Ich möchte mal von einer positiven Erfahrung berichten: Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Wirkstoff Clonidin (einem Alpha-Blocker und Blutdrucksenker, z.B. in den Medikamenten Clonidin und Catapresan) in Bezug auf die Unterdrückung von den äußerst unangenehmen Flushs gemacht.
In niedriger Dosierung über den Tag verteilt wird die Wahrscheinlichkeit von Flushs deutlich reduziert (in der Literatur ist von 50-70 % die Rede), und inzwischen habe ich sogar herausbekommen, um wie viel ich die Dosis vor Stresssituationen erhöhen muss. So konnte ich vor einiger Zeit sogar einen Vortrag halten. Die Nebenwirkungen (niedriger Blutdruck,
Mundtrockenheit), die bei niedriger Dosierung kaum eine Rolle spielen, machen sich natürlich bemerkbar und man sollte ein Glas Wasser und nach der Stresssituation eine Cola oder einen Kaffee zur Hand haben.
Natürlich sollte man diese extreme Art der Verwendung auf Ausnahmefälle beschränken. Aber es tut gut zu wissen, dass das funktioniert. Man spürt richtig und merkt auch an der kühlen Haut, dass einem nichts passieren kann, und das ist natürlich psychologisch enorm wichtig. Ansonsten ist nach meiner Erfahrung auch viel Schlaf wichtig für die Vermeidung von Flushs.
Antwort:
Clonidin wird tatsächlich in der Praxis Off-Label zur Behandlung schwerer Flushs bei der Rosacea eingesetzt, in den USA noch viel häufiger als hier. Clonidin ist ein zentral wirksames Mittel, welches auf alpha Rezeptoren wirkt und u.a. stark! den Blutdruck senkt, dies kann nicht ganz ungefährlich werden und der Einsatz unter Berücksichtigung eventueller Begleiterkrankungen und -therapien des Patienten muss wohlüberlegt sein. Dann ist das Medikament aber in der Tat sehr gut wirksam bei den unangenehmen Flushs der Rosacea.
Dr. med. Andrea Schlöbe

Frage:
"Ich habe schon seit längerer Zeit Rosazea, gleichzeitig oder zusätzlich leide ich unter zu hoher Harnsäure und damit unter Gichtanfällen; beim letzten Gicht-Anfall nahm ich zur akuten Schmerz-, bzw. Entzündungbehandlung zwei ORUDIS 200 MG Tabletten (eine pro Tag). Dabei fiel mir auf, dass meine Pusteln, bzw. die Rötungen im Gesicht sehr stark zurückgegangen sind.  Kann man daraus irgendwelche Schlüsse ziehen?"
Antwort:
Nach menschlichem Ermessen besteht kein direkter Zusammensetzung zwischen Einnahme von Orudis und der Rückbildung der Pusteln. Das Medikament wirkt jedoch abschwellend und entzündungshemmend, daher könnte eine Verbindung möglich gewesen sein.
Prof. Dr. med. habil. U. Amon

Frage:
Ich brauche jetzt erstmalig Ihren geschätzten Rat. Ich leide seit einigen Jahren an Rosacea (vom Hausarzt bestätigt) im Stadium I-II, mit Rötung an beiden Wangen. Manchmal geht das mit Schwellungen und Pustelbildung einher. Aber mit der Metrocreme habe ich dies ganz gut im Griff. Jetzt aber hat die Rosacea auch auf die Nase übergegriffen. Und zwar sehr stark mit Jucken, Brennen, Rötung und Pustelbildung. Ich bin ganz verzweifelt. Ich habe schon immer eine etwas längere spitze Nase und wollte diese schon vor vielen Jahren operieren lassen. Leider habe ich dies nicht getan. Jetzt verändert sich meine Nase und wird immer länger. Wie kann dies sein. Hängt das mit der Rosacea zusammen und nun kommt meine Hauptfrage:
Kann man im jetzigen Stadium operieren. Ich bilde mir ein, wenn man die Spitze verkürzt, ist auch die Rosacea weg. Können Sie mir weiterhelfen.
Ich warte ganz dringend auf Ihre Antwort - im Moment ist meine Nase wieder ganz rot, mit Pusteln und juckt und brennt. Ich könnte sie mir abreißen. Sogar nachts wache ich davon auf.
Antwort:
Wir empfehlen in diesem Zustand eine gezielte hautfachärztliche Vorstellung. Zunächst muss die Frage geklärt werden, ob Ihnen eine Tablettentherapie helfen kann. Dann kann man auch bezüglich einer Operation eine Beratung durchführen. Wahrscheinlich hängt die Veränderung der Nasengröße mit der Rosacea (Rhinophym) zusammen.
Prof. Dr. med. habil. U. Amon

Frage:
Ich bin bin  m 61 Jahre alt. Als ich etwa 45 Jahre alt war wurde bei mir durch eine Hautärztin Rosazea diagnostiziert.
Seit ca. 10 Jahren verwende ich die Standardcreme Metrogel mit mehr oder weniger Erfolg. Bisher war ich bei zwei Hautärztinnen in Behandlung, die mir unabhängig voneinander Metrogel zum uneingeschränkten Verbrauch verschrieben haben.
Seit Jahren nehme ich an Seminargruppentreffen meines ehemaligen Studentenjahrganges teil.
Zwei aus meiner ehemaligen Seminargruppe, eine Frau  und ein Mann sind Pharmavertreter und von der Ausbildung promovierte Chemiker. Der Mann leidet auch an Rosazea. Beide waren entsetzt, dass ich bereits seit ein paar Jahren, d. h. auf Dauer Metrogel auf Anraten von der Hautärztin zur Behandlung meiner Rosazea gebrauche.
Nach Meinung der beiden Pharmareferenten schädigt Metrogel (Antibiotika) auf Dauer die Haut und die Gesundheit. Was sie ansonsten noch geäußert haben möchte ich hier lieber nicht kundtun.
Ich habe daraufhin auch Apotheker auf ihre Meinung zu Metrogel angesprochen. Sie waren auch der Meinung, dass Metrogel zur Dauerindikation nicht geeignet ist.
Ich bin nun total verunsichert und wundere mich, dass mich die Hautärztinnen nie auf Gesundheitsschädigungen bei einer Dauermedikation durch Metrogel aufmerksam gemacht haben. Bei der Massenabfertigung von Patienten haben Ärzte sicherlich wenig Zeit.
Anderseits haben mir die Hautärztinnen im Gegenteil zum fleißigen Gebrauch von Metrogel geraten, damit sich meine Rosazea nicht verschlimmert. Was mache ich jetzt?! Welcher Hautarzt kann mir hierzu einen Rat geben?
Antwort:
Die langjährige klinische Erfahrung mit Metrogel zeigt in der Tat, dass eine Anwendung über die in der Packungsbeilage hinaus gehende zeitliche Beschränkung offensichtlich bei der Mehrheit der Patienten absolut unproblematisch ist. In unserer eigenen Rosazea-Sprechstunde gehen wir in den meisten Fällen, bei denen wir Metrogel oder Metrocreme einsetzen, auch so vor, dass die Patienten eher längerfristig dieses Präparat einsetzten und darunter die Rosazea wirklich "gut im Griff" haben. Dennoch verstehe ich Ihre Verunsicherung und empfehle Ihnen diesbezüglich ein Gespräch mit Ihrer behandelnden Hautärztin. Warum wenden Sie sich nicht einmal zusätzlich an den Innendienst der Firma Galderma und lassen sich die neuesten Langzeitdaten zu Metrogel einmal mitteilen?
Prof. Dr. med. habil. U. Amon

Frage:
Meine Rosazea äußert sich durch brennende Haut und Teleangiektasien, nicht aber durch Pickeln und Pusteln. Würde da eine Antibiotikacreme überhaupt helfen, ich habe dazu unterschiedliches gehört?
Ich habe auch eine Allergie auf Duftstoffe. Welche Salbengrundlage für die Antibiotikacreme würden Sie bei trockener Haut empfehlen? Mir wurde einmal eine Creme von Dr. Wolff verschrieben, die ich aber auf Grund der Duftstoffe, nicht vertrug.
Antwort:
Ob bei Ihrem Hautbefund eine antibiotische Creme sinnvoll ist, kann ausschließlich durch den untersuchenden Hautarzt beurteilt werden. In Einzelfällen kann bei dem Auftreten von kleinsten "Mikropusteln" sehr wohl eine solche Behandlung nützlich sein, auch wenn mit bloßem Auge keine "großen Pusteln und Pickel" erkennbar sind. Bei der hautfachärztlichen Verlaufsvorstellung sollte dann auch das Thema der richtigen Auswahl einer Salbengrundlage bei bekannter Duftstoffallergie diskutiert werden. Diesbezüglich sind heute eine Vielzahl von Präparaten ohne Duftstoff erhältlich.
Prof. Dr. med. habil. U. Amon

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