Neueste Studienansätze in den USA

01.09.2010
Die National Rosacea Society (NRS) in Amerika hat drei neue Studien gefördert und drei alte Studien weiterhin unterstützt, um den wissenschaftlichen Fortschritt  und um die Entstehungsgründe der Rosazea und andere Erkenntnisse über Rosazea, dieser oft als sehr störend empfundenen Krankheit, zu unterstützen.
„Unser Verständnis für die Krankheit ist noch größer geworden, da Forschungsaktivitäten neue Erkenntnisse über die Entstehung der Krankheit ergeben haben, so Dr. Michael Detmar, Professor der Pharmaökonomie am Bundes Institut für Technologie in der Schweiz und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der NRS, der die zu fördenden Projekte bewilligt.“


Zellulare und molekulare Analyse

Dr. Jamison Feramisco, Molekular-Mediziner und Dr. Martin Steinhoff, Professor an der University von California-San Francisco wurden für die Studie „ Zellulare und molekulare Analyse des vorübergehenden Rezeptoren-Potentials, Ionen-Kanäle und neurovaskuläre Beeinflussung der Rosazeapatienten“ mit 25.000 $ gefördert.

Auf Grund von vorangegangenen Studien vermuten die Forscher, dass die Hautrötungen, die Papeln und Pusteln der Rosazea vielleicht Ihren Ursprung in einer Disfunktion des neurovaskulären Systems in Folge von vasculären und chronischen Entzündungsreaktionen haben.

Die Studie hat vier Ziele:
1. Der Nachweis eines Zusammenhanges zwischen bestimmten Sensornerven und Immunzellen in verschiedenen Rosazeastadien.
2. die genetischen Zusammenhänge zwischen den neurovaskulären System in Verbindung zum Krankheitstadium, Geschlecht, Alter und Vorhanden- oder Nichtvorhandensein von Demodex-Milben 
3. Die Untersuchung der Rolle der spezifischen Temperatur und störenden Rezeptoren als neurovaskuläre Regler an Mäusen.
4. Die Identifikation familiärer Zusammenhänge der bekanntesten Triggerfaktoren
wie Hautröte und die Isolation derer DAN für eine Analyse


Hautsympathische Nervenaktivitäten

Dr. Thad Wilson, Dr. der Physiologie und Medizin, Dr. Kumika Toma, habilitierter Stipendiat, Dr. Michael Tomc, HNO-Prof., und Dr. Dawn Sammons, Professor der Dermatologie an der Ohio Universität erhalten 25.000 $ für ihre Studie:
„Die Rolle der hautsympathischen Nervenaktivitäten bei Rosazea“
Sie hatten festgestellt, dass ereignisabhängige Schübe, hervorgerufen durch z.B. emotionalen Stress oder warmes bzw. kaltes Wetter mit der erhöhten Aktivität von Stressoren, die nervöse Hautreaktionen und die Regulierung der Hautdurchblutung sowie der Hautdrüsensekretion zusammenhängen. Die Forscher wollen versuchen, die Nerventätigkeit im Gesichtshautbereich mit denen in einem kontrollierten Kontrollbereich wie z.B  in der Beinhaut zu vergleichen.

Mit Hilfe von Mikroneurographie wollen sie die Nervenaktivitäten während dreier Auslöser-Ereignisse, wie mentaler Stress, physikalischer Stress und Temperaturstress bestimmen.
Wenn herausgefunden wird, dass die Nervenaktivitäten bei Rosazeapatienen größer sind, könnte man Therapien entwickeln, die diese Symptome verringern und eventuell vorbeugend wirksam werden.

Antibiotika-Effekte

Dr. Noreen Lacey, habilitierter Forscher, und Dr. Siona Ni Raghallaigh, Forschungsstipendiat, vom University College Dublin Clinical Research Centre and Mater Misericordiae University Hospital in Dublin, Ireland erhielten 25.000$ für Ihre Studie: Welchen Effekt haben Antibiotika, die bei der Rosazeatherapie zum Einsaz kommen, auf die immortalized menschliche Sebozyten (Sebozyten=Zellen ohne Lipidtröpfchen) haben. 

Die Forscher haben festgestellt, dass, obgleich die effektive Wirkung von oral eingenommenen Antibiotika eher durch eine antientzündliche Wirkung herrührt als durch die Zerstörung von Bakterien, eine höher dosierte antientzündliche Medikation den Hautzustand jedoch wahrscheinlich eher verschlimmert.

Auf Grund von Patientenaussagen, dass deren trockene und empfindliche Haut nach der Einnahme von Antibiotika eher weniger trocken und sensibel sei, haben die Forscher den Fettgehalt der Haut vor und nach einer Antibiotikagabe untersucht und herausgefunden, dass sich das abnorme Talgverhalten der Haut nach der Antibiotikaeinnahme geändert hat.
In der neuen Studie wollen die Forscher den Zusammenhang von Antibiotika und Lipidproduktion der Haut sowie andere Bereiche, die Rosazea auslösen könnten, bestimmen.

Weitere Unterstützung von Studien

Die National Rosacea Society wird auch weiterhin Studien unterstützen, wie z.B. die Arbeit von Dr. Richard Gallo und Kollegen an der Universität Kalifornien, San Siego, die sich mit dem großen Einfluss von antimikrobiellen Pepetiden und dem angeborenen Immunsystem bei Rosazea beschäftigen. 
Dr. Curdin und Kollegen am MD Anderson Krebs Center untersuchen, welche Rolle Interferon bei Rosazea spielt. Dr. Joseph Rothnagel und Kollegen der Universität Queensland, Australien forschen über die Zusammenhänge von Kallekrein* und Rosazea.

* Lt. Wikipedia (Auszug): Kallikrein ist eine Serinprotease, also ein Enzym, das die Aminosäure Serin in seinem aktiven Zentrum enthält und Proteine zu spalten vermag. Kallikrein überführt inaktive Vorläufer von Gewebshormonen in deren aktive Form. Die Vorstufen sind in diesem Fall sogenannte Kininogene, die aktiven Formen werden als Kinine bezeichnet.
Kallikrein kommt in den Speicheldrüsen, in der Bauchspeicheldrüse und in den Nieren als glanduläres Kallikrein vor. Im Blutplasma ist die inaktive Vorstufe Präkallikrein vorhanden, die ihrerseits durch den aktivierten Blutgerinnungsfaktor XII (Hageman-Faktor) proteatisch gespalten und in aktives Kallikrein überführt wird. Das System aus Kallikrein und Kininen arbeitet in ähnlicher Weise wie das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und spielt eine Rolle bei der Blutdruckregulation, der Elektrolyt- und Wasserhomöostase und bei entzündlichen Prozessen


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