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Epidemiologie der Rosazea (Kuna)

Die Epidemiologie ist jene wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Verbreitung sowie den Ursachen und Folgen von gesundheitsbezogenen Zuständen und Ereignissen in Bevölkerungen oder Populationen beschäftigt

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Zur Epidemiologie der Rosazea gibt es kaum belastbare Daten.
Die Inzidenz (Häufigkeit. Anm. d. hautsache-Red.) ist in einer Studie aus Großbritannien mit 165/100.000 Einwohner/Jahr diagnostizierten Fällen bestimmt worden 2.
Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit. Anm. d. hautsache-Red.) der Rosazea differiert von Studie zu Studie. Ein systematisches Review (Überprüfung. Anm d. hautsache-Red.) mit Metaanalyse (Zusammenfassung von Daten. Anm. d. hautsache-Red.) von 41 Patientengruppen mit insgesamt 26 Millionen Personen ergab Prävalenzwerte von 0,09% bis 22,41% und durchschnittlich 5,46% 3. Die Prävalenz wurde 2014 in Deutschland auf Basis der Daten der gesetzlichen Krankenkassen von insgesamt 90.800 Personen mit 2,3% berechnet, laut dieser Analyse zeigte sich die höchste Prävalenz in der Gruppe der 45- bis 60-Jährigen mit 6,24% 4. Nach den Ergebnissen eines systematischen Reviews ist auch die weltweite Prävalenz in der Gruppe der 45- bis 60-Jährigen am höchsten. Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2016 ergab bei einem Kollektiv von 3.052 Personen eine Prävalenz von 12,3% mit der höchsten Prävalenz in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen und der 50- bis 59-Jährigen mit 28,6% 5. Kinder können in seltenen Fällen auch betroffen sein 6. Tatsächlich erfolgt in 80% der Fälle die Diagnose einer Rosazea im Alter von 30 Jahren oder später 2. Interessanterweise zeigen sich bezüglich der betroffenen Altersgruppen und des betroffenen Geschlechts Unterschiede: Frauen erkranken ab dem Alter von ca. 35 Lebensjahren und haben die höchste Prävalenz im Alter von 61-65 Jahren, bei Männern hingegen erhöht sich das Vorkommen der Erkrankung erst ab dem 50. Lebensjahr deutlich und zeigt die höchste Prävalenz im Alter von 76-80 Jahren 7.

Zur Geschlechtsverteilung der Rosazea liegen kontroverse Daten vor. Laut einer weltweiten Metaanalyse beträgt die Prävalenz bei Frauen 5,41%, bei Männern 3,90% 3. Eine ähnliche Tendenz erbrachte eine kürzlich publizierte Studie aus Deutschland, die zudem zeigte, dass 74,4% der von Rosazea betroffenen Patienten weiblich sind 5. Im Gegensatz dazu steht eine Analyse der gesetzlichen Krankenkassen, laut derer 2,43% der männlichen- und 2,11% der weiblichen Bevölkerung in Deutschland betroffen sind 4. Wieder andere Studien zeigten eine gleichmäßige Geschlechterverteilung und allenfalls leichte Verschiebung der Prävalenz zum männlichen Geschlecht 7,8.
Die Diagnosestellung der Rosazea erfolgt bei Patienten mit keltischem, hellhäutigem Typen (Fitzpatrick I-II) häufiger, wohingegen die Erkrankung bei Patienten mit Hauttyp IV-VI deutlich seltener diagnostiziert wird 9,10. Diese Beobachtung ist laut einem aktuellem Review jedoch nicht in einer niedrigeren Prävalenz, sondern in einer größeren diagnostischen Lücke mit weniger eindeutigem klinischem Bild in der Gruppe der Patienten mit Hauttyp IV-VI begründet 9. Ein weltweites, systematisches Review zeigte anhand des Breitengrades keine Differenzen der Prävalenz 3.

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Eine okuläre Rosazea (mit Augenbeteiligung. Anm d. hautsache-Red.) wird in etwa 50% (3-72% je nach Studie) der von Rosazea betroffenen Patienten beobachtet 11, wobei in 20% der Fälle die Augenbeteiligung vor, in 27% zeitgleich mit und in 53% nach der Hautbeteiligung aufgetreten war.2,12 Seltene klinische Unterformen der Rosazea umfassen den Morbus Morbihan, die Rosacea fulminans und die lupoide Rosazea. Der Morbus Morbihan betrifft häufiger das männliche Geschlecht, wohingegen bei Rosacea fulminans (plötzliches Auftreten von Papeln/Pusteln auf meist völlig gesunder Haut. Anm. d. hautsache-Red.) ausschließlich junge Frauen betroffen sind. 2

Quellenangaben

2. Spoendlin J, Voegel JJ, Jick SS, Meier CR. A study on the epidemiology of rosacea in the U.K. Br J Dermatol. Sep 2012;167(3):598-605. doi:10.1111/j.1365-2133.2012.11037.x

3. Gether L, Overgaard LK, Egeberg A, Thyssen JP. Incidence and prevalence of rosacea: a systematic review and meta-analysis. Br J Dermatol. Aug 2018;179(2):282-289. doi:10.1111/bjd.16481

4. Augustin M, Herberger K, Hintzen S, Heigel H, Franzke N, Schafer I. Prevalence of skin lesions and need for treatment in a cohort of 90 880 workers. Br J Dermatol. Oct 2011;165(4):865-73. doi:10.1111/j.1365-2133.2011.10436.x

5. Tan J, Schofer H, Araviiskaia E, et al. Prevalence of rosacea in the general population of Germany and Russia - The RISE study. J Eur Acad Dermatol Venereol. Mar 2016;30(3):428-34. doi:10.1111/jdv.13556 

6. Kellen R, Silverberg NB. Pediatric rosacea. Cutis. Jul 2016;98(1):49-53.

7. Kyriakis KP, Palamaras I, Terzoudi S, Emmanuelides S, Michailides C, Pagana G. Epidemiologic aspects of rosacea. J Am Acad Dermatol. Nov 2005;53(5):918-9. doi:10.1016/j.jaad.2005.05.018 

8. Abram K, Silm H, Oona M. Prevalence of rosacea in an Estonian working population using a standard classification. Acta Derm Venereol. May 2010;90(3):269-73. doi:10.2340/00015555-0856

9. Alexis AF, Callender VD, Baldwin HE, Desai SR, Rendon MI, Taylor SC. Global epidemiology and clinical spectrum of rosacea, highlighting skin of color: Review and clinical practice experience. J Am Acad Dermatol. Jun 2019;80(6):1722-1729 e7. doi:10.1016/j.jaad.2018.08.049 

10. Elewski BE, Draelos Z, Dreno B, Jansen T, Layton A, Picardo M. Rosacea - global diversity and optimized outcome: proposed international consensus from the Rosacea International Expert Group. J Eur Acad Dermatol Venereol. Feb 2011;25(2):188-200. doi:10.1111/j.1468-3083.2010.03751.x

11. Akpek EK, Merchant A, Pinar V, Foster CS. Ocular rosacea: patient characteristics and follow-up. Ophthalmology. Nov 1997;104(11):1863-7. 

12. Borrie P. Rosacea with special reference to its ocular manifestations. Br J Dermatol. Dec 1953;65(12):458-63. doi:10.1111/j.1365-2133.1953.tb13185.x

Quelle: AWMF Leitlinie Rosazea

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