Hausstaubmilben

11.05.2015In Deutschland leidet etwa jeder Zehnte an einer Hausstaubmilbenallergie. Einen allergenen Effekt auf den Menschen hat dabei der Kot der Hausstaubmilben. Besonders wohl fühlen sich die Milben zum Nachteil von Allergikern u.a. auf Matratzen und Betten. Eine verstopfte Nase oder Juckreiz am frühen Morgen ist Betroffenen daher nicht unbekannt. Abhilfe sollen hier spezielle Matratzen- und Bettüberzüge, auch Encasings genannt, schaffen. Sie werden als Barrieretextilien eingesetzt, um den Kontakt zwischen dem Milbenkot und den menschlichen Atemwegen zu verhindern. Dabei müssen sich Hersteller der Herausforderung stellen, Überzüge technisch so zu konzipieren, dass sie auch bei Bewegung im Schlaf ausreichend dicht gegenüber Milbenkot sind. Wissenschaftliche Studien belegen, dass solche Encasings die Allergenlast reduzieren. Eine gute Produktqualität ist dabei jedoch die Voraussetzung. Denn bei unzureichender Qualität besteht die Gefahr, dass kritische Mengen an Milbenkotallergenen die Überzüge durchdringen und beim Schläfer Allergie-Symptome auslösen können. Wie dicht und effektiv Encasings sind, prüfen die Hohenstein Institute, indem sie die Allergendichtigkeit testen.

Die Prüfung der Allergendichtigkeit von Matratzen- und Bettüberzügen mit echtem Milbenkot bieten die Hohenstein Institute jetzt als akkreditierte Dienstleistung an. Bei dieser Prüfung werden alle Bestandteile des Encasings, d.h. die textile Fläche, die umlaufenden Nähte und der Reißverschluss mit Milbenkot belastet und die Bewegungen des Schläfers über acht Stunden nachgestellt. Gemessen wird die Menge des Milbenkotallergens, welche durch Fläche, Naht oder Reißverschluss des Encasings hindurch tritt. Dadurch kann erstmals eine genaue Angabe darüber gemacht werden, ob der kritische Wert von zwei Mikrogramm Allergen – die sogenannte Sensibilisierungsschwelle – innerhalb der Nacht überschritten wird und folglich ein Risiko für Allergiker besteht. Die Hohenstein Institute sind eines der wenigen Labore weltweit, welches in der Lage ist, Prüfungen mit lebenden Hausstaubmilben und deren Allergie-auslösenden Ausscheidungen durchzuführen. Herstellern von Matratzenbezügen bietet die separate Prüfung von Naht, Fläche und Reißverschluss den Vorteil, dass Schwachstellen am Produkt direkt erkannt und behoben werden können.

Die Prüfung von Überzügen mit realem Milbenkot setzt neue Standards und stößt auch international auf Interesse. Dr. Jeffrey D. Miller, Präsident des Encasing-Herstellers Mission: Allergy Inc. (USA) und Mitglied des American Board of Allergy and Immunology sagt: „Wir sind froh, dass wir unsere Allergen-Barriere Encasings an den Hohenstein Instituten untersuchen lassen. Die Studien, die dort an unseren Encasings durchgeführt wurden, bestätigten die Undurchlässigkeit des Encasing-Gewebes und der Nähte gegenüber dem Hausstaubmilben-Allergen.“

Die Hohenstein Wissenschaftler des Fachbereichs Hygiene, Umwelt & Medizin loben auf Allergiedichtigkeit geprüfte Materialien mit dem Qualitätslabel „Hausstaub- und Milbenbarriere“ aus. Mit dem Label können Encasings ausgezeichnet werden, die nachweislich das Milbenallergen „Der p 1“ so effektiv vom Schläfer fernhalten, dass die Sensibilisierungsschwelle über die gesamte Schlafphase nicht erreicht wird. Allergiker erhalten damit eine verlässliche Entscheidungshilfe bei der Auswahl eines medizinisch geprüften Matratzen- und Bettüberzugs. Profitieren kann davon nun u.a. das Gaststättengewerbe, wie z. B. fortschrittliche Hotelbetriebe. Denn zum Vorteil der Kunden kann über das Hohenstein Qualitätslabel nun Allergiker geeignete Bettware gekennzeichnet werden, die einer realitätsgetreuen Prüfung Stand hält und das Allergie-Risiko bei Hausstaubmilbenallergie minimiert.




Seite weiterempfehlen