Frühjahrsputz

03.05.2010
Alle Jahre wieder – im Frühling wird der Winter aus dem Haus geputzt. Spinnweben, Tannennadeln und Kerzenwachsreste möchten wir nicht mehr sehen. Und jedes Jahr die gleiche Frage: welches Putzmittel schont die sensible Haut? Wie sauber soll es  sein, welche Reinigungsmittel sind sinnvoll oder kann zuviel putzen der Gesundheit schaden? Haben Sie schon Ihren Favoriten gefunden? Herzlichen Glückwunsch, lesen Sie trotzdem weiter und erfahren Sie Neuigkeiten. 
Putz- und Reinigungsmittel sollen hartnäckigen Schmutz entfernen, die Haut schonen und die Umwelt wenig belasten. Dies sind hohe Ansprüche an chemische Mischungen. Letztendlich sind (fast) alle Reinigungsmittel chemische Mischungen, die bestimmten Gesetzen unterliegen. 

Gesetze
Gesetz über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln (Wasch- und Reinigungsmittelgesetz - WRMG) vom 29.04.2007
Das WRMG regelt die Herstellung, die Kennzeichnung und den Vertrieb von Wasch- und Reinigungsmitteln in Deutschland. Mit dem WRMG werden die Vorgaben der europäischen Verordnung national umgesetzt. Wasch- und Reinigungsmittel dürfen nur in den Verkehr gebracht werden, wenn Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vermieden werden.
Im Gesetz ist bestimmt welche Daten auf den Verpackungen von Wasch- und Reinigungsmitteln generell aufzubringen sind und welche Daten zur Zusammensetzung von Wasch- und Reinigungsmitteln im Internet veröffentlicht werden müssen. Pflichtangaben sind Name und Handelsname des Erzeugnisses; Name sowie vollständige Anschrift des Unternehmens, das für das Produkts verantwortlich ist. Inhaltstoffe finden sich auf den Verpackungen von Wasch- und Reinigungsmitteln, jedoch fehlen genaue chemische Angaben und Prozentangaben fast vollständig.

Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch - LFGB) (vom) 01.09.2005
Das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) dient dem gesundheitlichen Schutz des Verbrauchers. Im Gesetz werden Wasch- und Reinigungsmittel als Bedarfsgegenstände definiert. Es ist verboten Bedarfsgegenstände herzustellen oder zu verkaufen, die die Gesundheit schädigen.
Das Biozid-Gesetz (BiozidG) und das geänderte Chemikaliengesetz (ChemG) traten am 28. Juni 2002 in Kraft.  Biozide sind Wirkstoffe und Zubereitungen, die dazu bestimmt sind auf chemischem oder biologischem Wege Schadorganismen zu zerstören, z.B. Desinfektionsmittel. Alle Biozid-Wirkstoffe und -Produkte brauchen eine Zulassung. Viele biozide Wirkstoffe sind mehr oder weniger organisch schlecht abbaubar. Entsprechend ihrem Einsatzzweck sind sie sehr toxisch für Mikroorganismen. Viele der halogenorganischen Verbindungen gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs oder reichern sich in der Umwelt an. Zu dieser Stoffgruppe gehört Triclosan. 
Benzalkoniumchloride können allergische Reaktionen hervorrufen und hautreizend wirken.
Glutaraldehyd ist ein starkes Desinfektionsmittel mit einem hohen Allergisierungspotential und stark hautreizend. 
Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff, der schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und Allergien erzeugen kann. 
D-Limonen wird aus Zitrusfrüchten gewonnen. Durch oxidative Alterungsprozesse bildet sich daraus ein Stoff, der Allergien auslösen kann.
Natriumhypochlorit hat desinfizierende und bleichende Wirkungen und wird daher in manchen Reinigungsmitteln verwendet. Wenn ein solches Mittel gleichzeitig mit einer Säure, beispielsweise einem essighaltigen Reiniger angewendet wird, kann es zur Entstehung und Freisetzung von gefährlichem Chlorgas kommen. Chlorgas wirkt bereits in geringen Konzentrationen schädlich auf die Schleimhäute und die Atmungsorgane und kann in höheren Konzentrationen schwere Vergiftungen verursachen. 
 


Putz- und Reinigungsmittel lösen nicht nur Fettreste auf Oberflächen, sondern greifen auch den natürlichen schützenden Fettfilm der Haut an. Bei hautsensiblen Menschen ist die häufig trockene Haut durch eine gestörte Barrierefunktion und einen geschwächten Säureschutz gekennzeichnet. Diese vorgeschädigte Haut ist für giftige oder allergieauslösende Stoffe leichter durchgänglich. Kurz danach treten meist die ersten Reizungen auf, die weiter zu Ekzemen führen können. Reizend oder allergen können Duftstoffe, Enzyme, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Tenside, Lösungsmittel und optische Aufheller wirken.
- Duftstoffe: Auch natürliche Duftstoffe lösen allergische Reaktionen aus, z.B. Perubalsam wird aus dem geschwefelten Holz einer Baumart gewonnen. Er gilt als häufiger Auslöser von Allergien.
- Enzyme werden Waschmitteln zugesetzt. Sie können die Haut angreifen und den Säureschutzmantel schädigen
- Farbstoffe wirken stark allergen. Farbstoffe befinden sich in nahezu allen Haushaltschemikalien. 
- Formaldehyd wird als Konservierungsmittel eingesetzt. Es ist ein hochpotentes Allergen und reizt Atemwege und Augen.


Reinigungsmittel und Allergien
Allergologen warnen vor Allergien durch zuviel Hygiene, Kinderärzte warnen vor Hausputz mit Desinfektionsmitteln und das Bundesamt für Verbraucherschutz empfiehlt einfache Reinigungsmittel, die die Umwelt nicht belasten. Allgemein gilt: weniger ist mehr. Inhaltsstoffe können Allergien und Hautreizungen auslösen. Einige Wirkstoffe schwächen das Immunsystem und können Resistenzen gegen Antibiotika hervorrufen.

Antibakteriell
Früher hieß: Nicht nur sauber, sondern rein soll es sein. Heute haben Reinigungsmittel mit antibakteriellen Wirkstoffen Hochkonjunktur. Ärzte warnen mittlerweile vor übertriebener Hygiene im Haushalt, besonders für Allergiker gilt dieser Trend als gefährlich. Die „Saubermacher“ schwächen das Immunsystem und fördern die Entstehung von Allergien. Die Risikomittel erkennen Sie an Bezeichnungen wie antibakteriell oder Bakterienstopp. Bakterien entwickeln Resistenzen gegen Bakterienkiller und so können Reinigungsmittel in Krankenhäusern ihre Wirkung gegen Bakterien verlieren. Besonders gefährlich ist Triclosan. Es ist ein Desinfektions- und Konservierungsmittel; soll das Bakterienwachstum hemmen und die Haltbarkeit bestimmter Produkte verlängern. Die Chemikalie gilt als Kontaktallergen. Es wird durch die Haut und die Schleimhäute aufgenommen, schädigt die Hautflora und kann sich im Fettgewebe des Körpers anreichern. Nach Ansicht des Umweltbundesamtes (UBA), des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) und des Robert-Koch-Institutes (RKI) sind antibakterielle Reinigungsmittel im Haushalt nicht erforderlich. Laut RKI sind die möglichen Folgen einer Veränderung der natürlichen Hautflora des Menschen durch antibakterielle Verbraucherprodukte zur Reinigung oder Körperpflege nicht absehbar. Besonders Kinder brauchen Kontakt mit Bakterien, nur so kann sich das kindliche Immunsystem stärken. 

Lösungsmittel
Neben Hautreizungen können Reinigungsmittel auch Schleimhautreizungen hervorrufen und Asthma fördern. Die schlimmsten Asthmaförderer sind in Politurmittel, Lacke, Haushaltsreiniger und Luftverbesserern. Für die Gesundheit sind flüchtige organische Bestandteile, so genannte VOC, schädlich. Kinder, die diesen VOC in großen Mengen ausgesetzt waren, leiden viermal häufiger an Asthma. Die stärkste gesundheitsschädliche Wirkung entfaltet das Lösungsmittel Benzol. Es ist in der chemischen Industrie Ausgangsstoff für eine große Anzahl von Verbindungen und wird bei Lacken und anderen Produkten verwendet. Benzol schädigt die Bronchien. Gefährlich können Reinigungsmittel mit Glycol Ether werden. Es ist ein farbloses  Lösemittel. Der Geruch kann je nach Verbindung geruchlos bis scharf sein. Die Reaktionen empfindlicher Menschen reichen von Schleimhautreizung, Schwindel, Erschöpfung und Übelkeit.

Duftstoffe
Während Chlor, Ammoniak und künstliche Duftstoffe dem Hausmann in der Nase stechen, gelten natürliche Düfte als unbedenklich. „Bioreiniger“ setzen vermehrt auf natürliche Düfte wie Zitrus- und Harzdüfte.  Diese natürlichen Stoffe werden als Lösemittel in Putzmitteln und Biofarben eingesetzt. Sie gelten als nicht giftig, haben aber allergieauslösende Wirkungen. Zusätzlich können die ätherischen Öle, Harze oder Terpene in Kontakt mit Ozon (aus der Außenluft, aus Kopieren, Druckern und Ionisatoren) zu einer Zeitbombe für die menschlichen Schleimhäute werden.
Ein gefährlicher Giftcocktail entsteht wenn mehrere Reinigungsmittel gemischt werden oder verschiedene Produkte im gleichen Raum zur Anwendung kommen.

Inhaltsstoffe

Das Umweltbundsamt (UBA) veröffentlicht Daten zu Wasch- und Reinigungsmitteln.  Die beim UBA erfassten Mitteilungen zeigen, dass bereits Ende 2000 insgesamt etwa 54.000 Wasch- und Reinigungsmittel von rund 4.500 Firmen auf dem deutschen Markt waren. Es werden pro Jahr mehr als eine Million Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel in deutschen Haushalten verbraucht. Das Umweltbundesamt gibt Bezeichnungen und Verbrauchsmengen von Wasch- und Reinigungsmittel bekannt und veröffentlicht deren Inhaltsstoffe.

Die wichtigsten Reinigungs- und Waschmittel-Inhaltsstoffe

Inhaltstoffe: Scheuerstoffe: In Scheuermitteln, Metallpolituren, Herdputzmitteln dienen Inhaltsstoffe wie Marmormehl, Kreide, Tonerde oder Bimsstein als mechanische Schleif- und Polierbestandteile.
Potentielle Gefahren für Allergiker: Hautreizungen


Inhaltstoffe: Adsorptionsmittel: Holz-, Cellulose- und Kunststoffmehl werden z.B. in pulverförmigen Teppichreinigern als aufsaugendes Trägermaterial verwendet.
Potentielle Gefahren für Allergiker: Atemwegreizungen

Inhaltstoffe: Alkalien: Ammoniak, Soda, Natrium- und Kaliumhydroxid sind die wichtigsten Grundstoffe für schmutzlösende Laugen, die besonders hartnäckige Ablagerungen und Verstopfungen beseitigen. Sie sorgen für die Entfernung von Ölen, Fetten und Lacken, können aber keinen Kalk lösen. Reiniger auf Basis starker Laugen sind ätzend.
Potentielle Gefahren für Allergiker: ätzende Wirkung

Inhaltstoffe: Alkohole: Flüssige Reinigungs-/Waschmittel enthalten neben den waschaktiven Substanzen häufig Alkohole. Sie dienen als Lösungsvermittler, um die eingesetzten Rohstoffe ohne Trübung in Lösung zu halten.
Potentielle Gefahren für Allergiker: In niedrigen Konzentrationen kaum Wirkungen

Inhaltstoffe: Aluminium: Das Leichtmetall wird als Granulat in Rohrreinigern eingesetzt. Es löst sich leicht in starker Lauge. Der gebildete Wasserstoff sprudelt an die Oberfläche.
Potentielle Gefahren für Allergiker: Hautreizend

Biozide: In Reinigungsmitteln sollen sie einen zusätzlichen Schutz vor Krankheitserregern und Kleinstlebewesen bieten. Sie können die Funktionstüchtigkeit biologischer Kläranlagen beeinträchtigen.
Hautfloraveränderungen

Bitterstoff: Sie sollen daran hindern, das Produkt zu trinken. Dieser Bitterstoff veranlasst sofortiges Ausspucken.
Nur innerlich schädigende Wirkung

Bleichmittel: Sie oxidieren organische Farbstoffe und entfärben Materialien. Als Bleichmittel auf Sauerstoffbasis werden Perborat, Percarbonat oder Wasserstoffperoxid verwendet
Hautreizend

Chlorierte Kohlenwasserstoffe: CKW können z. B in Beckensteinen für Toiletten, Fleckenentfernungsmitteln sowie in Pinselreinigern und anderen technischen Reinigungsmitteln vorkommen.
Atemwegsreizungen

Citrate: Die Salze in Verbindung mit Zeolith A werden als Gerüststoffe in pulverförmigen Waschmitteln eingesetzt. Citrate werden auch in Flüssigwaschmitteln verwendet.
Bei gründlichem Spülen keine negative Wirkungen

Duftstoffe/Parfümöle: Sollen dem Produkt einen angenehmen Duft verleihen und gleichzeitig unangenehme Gerüche der Komponenten oder der Waschlauge überdecken. Einige Duftstoffe wie z. B. Limonen oder Minzöl haben eine bestimmte biozide Wirkung. Bestimmte Duftstoffkomponenten, wie die Moschusverbindungen werden kritisch beurteilt.
Auch natürliche Duftstoffe können Allergien auslösen oder Atemwege reizen

Enzyme: Sie sind Proteine, die chemische Stoffe umwandeln können. Amylasen beseitigen stärkehaltige Speisereste, Lipasen können natürliche Fette und Öle schon bei niedrigen Temperaturen spalten, Proteasen spalten proteinhaltige Verschmutzungen.
Allergien

Farbstoffe: Sie haben die Aufgabe, dem Reinigungs- und Waschmittel ein ansprechendes Aussehen zu geben, gleichzeitig werden die Eigenfarben des Produkts überdeckt.
Hautreizend

Hypochlorit: Es ist in vielen alkalischen Sanitärreinigern und Rohrreinigern enthalten und kann beim fahrlässigen Umgang, z. B. in Verbindung mit sauren WC-Reinigern, giftiges Chlorgas bilden.
Atemwegreizungen und Schädigungen

Komplexbildner: z. B Citrate, Phosphate, Phosphonate, Carboxylate, EDTA oder NTA werden zum Enthärten von Wasser und zur Unterstützung der Reinigungswirkung von Produkten verwendet.
Kaum Hautwirkungen

Konservierungsmittel/Biozide: Stellen die Haltbarkeit sicher, verhindern die Entwicklung und das Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen.
Hautfloraveränderungen

Lösemittel: Sind Flüssigkeiten, die Wirkstoffe lösen, ohne deren Zusammensetzung zu verändern, z. B. Aceton, Alkohol, Benzin, Glykole oder Wasser. Sie tragen zur Reinigung bei und verflüchtigen sich nach der Anwendung. Sie sind auch in Emulsionen zusammen mit Paraffinöl, Fetten, Wachsen usw. und in Produkten zur Möbel-, Schuh-, Fußboden- und Autopflege.
Atemwegreizungen

Natriumcarbonat/Soda: Für eine gute Schmutzentfernung ist ein möglichst hoher pH-Wert  erforderlich. Hier werden Enthärter (Natriumtriphosphat, Schichtsilikate) oder alkalische Bleichmittel (Natriumpercarbonat) verwendet.
Bei gründlichem Spülen keine negative Wirkungen

Öle und Fette: Pflanzlichen und tierischen Ursprungs, aber auch Mineralöl und Silikonöl sind Bestandteile von Pflegemitteln. Sie bieten Korrosionsschutz, weisen Wasser ab, erleichtern das Polieren und schützen die Werkstoffoberfläche.
Hautfettveränderungen

Organische und anorganische Säuren und Salze: Ameisen-, Zitronen-, Schwefel- oder Salzsäure werden Reinigungsmitteln in niedrigen Konzentrationen beigefügt, um kalkhaltige Verschmutzungen zu beseitigen. Sie verfügen teilweise über desinfizierende Eigenschaften. Haut- und Atemwegsreizungen

Polymere: Kunststoffe wie Polystyrol, Polyacrylate, Polyurethane und Polyethylene, die als wässrige Mischungen in Pflegemitteln verwendet werden. Nach Verdunsten des Wassers entstehen mechanisch widerstandsfähige, hochglänzende Schutzfilme.Bei gründlichem Spülen keine negative Wirkungen

Seifen: Älteste Waschmittel überhaupt, zählt mit zur Klasse der Tenside. In Flüssigwaschmitteln wird sie als Waschaktivsubstanz und Wasserenthärter eingesetzt; sie leistet dort zudem einen Beitrag zur Weichheit der Wäsche. Seifen werden biologisch gut abgebaut.
Meist gut verträglich

Tenside: Reichern sich an Grenzflächen wie Wasser/Luft oder Wasser/Schmutz (Öl) an. Sie vermögen dabei, die Oberflächenspannung des Wassers herabzusetzen. Dadurch kommt es zum Lösen der Verschmutzung.
Wirkung abhängig von Tensidart

Wachse: Sie sind organische Substanzen, die polierbar, glanzgebend und wasserabweisend sind. Sie bilden auf Lack und anderen Oberflächen eine dauerhafte Schutzschicht. Verwendet werden vor allem Bienen-, Carnauba-, Polyethylenwachse.
Hautreizungen und Allergene

Weichmacher: Sorgen dafür, dass Pflegemittel und Materialien nicht spröde werden.
Hautreizungen

Quelle: www.umweltbundesamt.de und eigene Bearbeitung für Allergiker


Reizfrei Reinigen
- Je spezieller ein Reinigungsmittel, desto schädlicher ist es. Ein Allzweckreiniger, möglichst unparfümiert und ohne Konservierungsstoffe als Neutralreiniger für Fußböden, Fliesen und Oberflächen, und ein Essig- oder Zitronenreiniger reichen meist aus. Zum Scheuern empfiehlt sich Haushaltssoda oder Scheuermilch für hartnäckigen Schmutz. Mit mechanischen Mitteln wie Drahtschwamm, Bürste und Saugglocke lässt sich viel Chemie einsparen.
- Reiniger ohne Duftstoffe, ätherische Öle oder Zitrusterpene einsetzen.
- Nie verschiedene Reiniger zusammenschütten. 
- Sparsame Dosierung.  Viel Schaum und Duft hilft nicht der Reinigungswirkung. Das Reinigungsmittel sollte immer erst am Ende zugegeben und die Dosierungsanleitung der Hersteller beachtet werden. Oft reichen schon 2 bis 3 Tropfen für mehrere Liter Wasser.
- Verwendung von Produkten mit "Umweltengel"  und dem europäischen Umweltzeichen, der Euroblume. Die Kriterien, die ein Produkt erfüllen muss, um den "blauen Engel" zu erhalten, sind öffentlich und beim "Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V." einzusehen. Die Verleihung der "Euroblume" erfolgt durch neutrale staatliche Gremien und nach eindeutigen, wissenschaftlich begründeten Kriterien. 
- Verwendung von Mikrofasertüchern oder der Einsatz von Dampfreinigern, die mit Wasserdampf ohne Putzmittel arbeiten. 
- Reinigen mit terpenhaltigen Reinigern während heißer Sommertag mit hohem Ozon kann die Schleimhäute reizen. Einsatz der Reiniger vermeiden.
- Arbeiten im Haushalt mit Handschuhen. Wenn Gummi- oder Latexhandschuhe nicht vertragen werden, sollten Haushaltshandschuhe mit einer Innenbeschichtung aus Baumwolle oder dünne Baumwollhandschuhe verwendet werden. 
- Reinigen in kleinen schlecht belüfteten Räumen, wie Badezimmer, Duschkabinen, Abstellräumen ohne Fenster stellt eine besondere Gefährdung dar. Möglichst nur kurze Aufenthalte oder Lüftung.
- Der gleichzeitige Einsatz von Raumsprays, harzhaltige Reiniger und Ozongeräten (Kopierer und Ionisator) kann Formaldehyd produzieren. Gleichzeitigen Gebrauch vermeiden.
- Putzlappen, Reinigungsschwämme, Papiertücher sofort auswaschen, an der frischen Luft trocknen lassen oder wegwerfen. Nie im Raum liegenlassen.
- Geputzte Räume verlassen und intensiv lüften.
- Kinder und Allergiker aus Putzsituationen und frisch geputzten Räumen fernhalten.
- Hände mit einfacher Seife ohne Parfüm- und antiseptische Zusätze benutzen.
- Hände sooft wie möglich auch zwischendurch mit einer Hautschutzcreme eincremen. 


- Weitere Informationen bei
- BUND-Ökotipps: www. Bund.net
- Umweltbundesamt: www.umweltbundesamt.de
- Zeitschrift Ökotest: www.oekotest.de Kompakt Heft Waschen und Putzen 2004 und Putzmitteltest Heft 5/2005 können einzelnen im Internet bestellt werden.


Allergischen Substanzen auf der Spur
Testen, welche chemischen Substanzen allergische Reaktionen hervorrufen können - das ging bisher nur im Tierversuch. Im Projekt »Sens-it-iv« arbeiten Forscher an neuen Verfahren: Sie sollen das allergische Risiko von Chemikalien zuverlässig voraussagen - ohne Tierversuche.
Die Gefahr lauert überall: in Textilien, Kosmetika, Medikamenten, Waschmitteln, Lebensmitteln, Spielzeugen oder gar am Arbeitsplatz – Substanzen, die Allergien auslösen können, sind immer präsent. Vor zwei Jahren hat die EU eine neue Verordnung beschlossen. Demnach sollen sämtliche Chemikalien hinsichtlich ihres toxischen Risikos neu bewertet werden. Eine besonders wichtige Frage: Welche Substanzen haben ein sensibilisierendes Potenzial, können also Allergien auslösen?
Bisher waren Tierversuche nötig, um diese Frage zu beantworten. Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM in Hannover arbeiten nun innerhalb des EU-Projekts »Sens-it-iv« an Verfahren, die künftig die Tests an Tieren überflüssig machen sollen. »Wir haben unser Augenmerk auf Substanzen gerichtet, die über die Lunge in den Körper gelangen, das heißt, die der Mensch inhaliert«, sagt Projektleiter Dr. Armin Braun. Noch behandeln die Wissenschaftler chemische Substanzen, deren allergenes Potenzial bekannt ist, um das Verfahren zu verbessern. In naher Zukunft wollen sie eine Vielzahl von Substanzen testen, die noch nicht bewertet sind. 
Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin

Einige Adressen:





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