Loading...

Anzeige

Anzeige
01.03.2009

Schlafstörungen im Umfeld chronischer Erkrankungen

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige
Im Laufe einer Familienberatung (der vierjährige Sohn hat Neurodermitis mit einer leichten Ausprägung) ergibt sich folgende Frage des 30-jährigen Vaters:
„Unabhängig von der Neurodermitis meines Sohnes habe ich seit zwei Jahren
Schlafstörungen. In meiner Berufssituation, der Familie usw. hat sich in dieser Zeit nichts Entscheidendes verändert. Mit meinem Arzt habe ich das Thema nur einmal am Rande angesprochen. Er hat mir ein leichtes Schlafmittel empfohlen, das ich dann aber doch nicht eingenommen habe.
Was kann ich tun, um wieder besser zu schlafen? Konkret liege ich wie früher sieben bis acht Stunden pro Nacht im Bett, liege aber abends oft bis zu einer Stunde wach, ehe ich einschlafen kann. Nachts wache ich ein- bis zweimal auf und brauche wiederum bis zu einer halben Stunde, bis ich wieder eingeschlafen bin. Tagsüber fühle ich mich dann schneller müde, kann mich nicht so gut konzentrieren. Oft passiert es mir abends, dass ich vor dem Fernseher einschlafe!“

Grundsätzlich ist es schon wichtig, die Ursache des veränderten Schlafverhaltens zu ergründen, um keine versteckten Erkrankungen zu übersehen. Dazu gehört auch ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt, um mögliche organische Erkrankungen, die hinter den Schlafstörungen verborgen sein können, zu erkennen bzw. auszuschließen. Denkbar sind auch psychische Belastungen, die man selbst nicht als so gravierend ansieht, sich aber doch ungünstig auf das Schlafen auswirken können. In Ihrer Situation kämen zum Beispiel Sorgen um Ihren Sohn in Frage. Wenn Schlafprobleme über zwei Jahre bestehen, sollte man nicht mit einer medikamentösen Einschlafhilfe darüber hinweggehen, sondern eine ausführliche Diagnostik betreiben. Dies trifft vor allem zu, wenn sich tagsüber bereits dauerhafte Auswirkungen des gestörten Schlafs wie schnelle Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder leichte Gereiztheit eingestellt haben. Typischerweise werden Schlafstörungen im Durchschnitt erst nach 14 Jahren ihres Bestehens adäquat diagnostiziert und behandelt. Oft sind sie dann bereits so chronifiziert oder durch falsche Selbstmedikation schwer veränderbar, dass eine Behandlung nur mühevoll zum Erfolg führt.

Zur Behandlung von Schlafstörungen gehört eine ausführliche Klärung der Schlafsituation, meist mittels eines Schlaffragebogens und -protokolls. Oft ergeben sich Hinweise auf mögliche Ursachen oder auch hilfreiche Veränderungsmöglichkeiten erst, wenn man das Schlafverhalten über längere Zeit (zwei bis vier Wochen) beobachtet und schriftlich festhält. In Ihrer Beschreibung zeigen sich zum Beispiel das Einschlafen vor dem Fernseher und das Wachliegen im Bett als schlafstörende Verhaltensweisen. Zum Abend hin baut sich eine zunehmende Müdigkeit auf, auch als Schlafdruck bezeichnet. Bei einem entsprechend hohen Schlafdruck schlafen wir innerhalb einer Zeit von maximal 15–30 Minuten „wie von selbst“ ein. Der Kurzschlaf vor dem Fernseher vermindert den Schlafdruck aber rapide, so dass damit das spätere Wachliegen erklärbar wäre. Die halbe Stunde in der Nacht, die Sie bis zum Wiedereinschlafen längstens benötigen, ist noch nicht unbedingt auffällig, sondern liegt im Normbereich, auch wenn Sie selbst sich dadurch gestört fühlen. Wenn allerdings Grübeleien das Einschlafen verhindern, können spezielle psychologische Techniken wie der „Gedankenstopp“ (siehe unten) hilfreich sein. Sie können die unten genannten Tipps selbst erproben und die Veränderungen festhalten. Auch hierfür ist ein Schlafprotokoll (vgl. Stiftung
Warentest, 1994, Seite 178) eine wichtige Hilfe. Vor der Eigenbehandlung sollte noch einmal das Gespräch mit dem Arzt stehen. Sollten die eigenen Veränderungen nicht erfolgreich sein, kann Ihnen Ihr Arzt oder auch die Kassenärztliche Vereinigung oder der Berufsverband Deutscher Psychologen weitere Spezialisten nennen.

Rainer Simeit ist Diplom-Psychologe mit den Zusatzbezeichnungen Klinischer
Psychologe/Psychotherapeut BDP; Supervisor BDP.




Verwendete Literatur:
• Berger, Mathias (Hrsg.) (1992): Handbuch des normalen und gestörten Schlafs. Springer Verlag
• Müller,Tilmann&BeatePaterok (1999): Schlaftraining. HogrefeVerlag
• Stiftung Warentest (1994): Fit durch gesunden Schlaf. Selbstverlag Stiftung Warentest










Tipps zum besseren Einschlafen finden Sie hier.

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren!

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige
hautsache.de Newsletter

Abonnieren Sie unseren
hautsache.de Newsletter!

Immer aktuelle News zu Ihrem Hautthema.
Monatlich direkt in Ihr E-Mail-Postfach!

Jetzt anmelden

Anzeige

Anzeige
powered by webEdition CMS