Neuraltherapie

05.03.2013Hauterkrankungen sind oft ein multifaktorielles Geschehen, welches eine umfangreiche Behandlung erfordert. Wir beobachten aber immer wieder, dass sogar die besten Therapieansätze nicht den gewünschten Erfolg bringen. Man geht von Pontius bis Pilatus, macht ein ganzes Arsenal an Behandlungen mit … und was tut sich – rein gar nichts. Manchmal scheinen alle Therapiemethoden regelrecht an einem abzuprallen. Doch was könnte hinter einer solchen „Therapieblockade“ stecken?

Beginnen wir erst einmal mit einem Beispiel zur Veranschaulichung: Stellen Sie sich vor, bei Ihnen zu Hause entdecken Sie Schwarzschimmel an den Wänden. Sie lassen ihn fachmännisch entfernen und stellen Luftentfeuchter auf. Nach einiger Zeit kommt der Schimmel aber wieder und Sie wiederholen die ganze Entfernungs- und Trocknungsprozedur. Aber der Schimmel kommt nach einiger Zeit wieder. Würde es denn nicht Sinn machen, nach der Ursache zu suchen? Und siehe da, vor ein paar Jahren war in der Hausfassade ein Riss entstanden, durch den die Feuchtigkeit immer wieder eindringen konnte. Erst wenn Sie den Riss reparieren lassen, haben die nachfolgenden Sanierungsschritte mehr Aussicht auf Erfolg. Der Schimmel fungiert hierbei als Symbol für eine Hauterkrankung, die Sanierungsmaßnahmen als deren Behandlung und der Riss als verstecktes „Störfeld“, als Auslöser oder Unterhalter des Schimmels.

In der Alternativmedizin entwickelten die deutschen Ärzte und Brüder Ferdinand und Walter Huneke die sogenannte „Neuraltherapie“ und führten den Begriff „Störfeldtherapie“ ein. Hierbei geht man davon aus, dass chronische Entzündungszustände oder Narben am menschlichen Körper („Riss in der Wand“) den Gesamtorganismus energetisch schwächen können. Wenn der Körper dies nicht mehr regulieren kann, kann es zu Beschwerden in anderen Körperbereichen oder sogar zu einer Therapieblockade kommen. Ein solches Störfeld ist also in der Lage, eine Erkrankung auszulösen oder zu unterhalten.

Auch bei Hauterkrankungen sollte man immer ein mögliches Störfeld in Betracht ziehen, das den Therapieerfolg verhindern kann. Aber was sind denn eigentlich die häufigsten Störfelder, die wir kennen?

Mandeln: Chronische Mandelentzündungen oder Mandelnarbe
Nasennebenhöhlen: Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen
Stirnhöhlen: Chronische Stirnhöhlenentzündungen
Ohren: Mittelohrentzündungen
Zähne: Versteckte chronische Zahnentzündungen, im Kieferknochen querliegende Weisheitszähne, tote Zähne, Unverträglichkeit der Füllstoffe bzw. Implantate
Schilddrüse: Energetisch gestörte Schilddrüse
Narben am menschlichen Körper, z.B. Kaiserschnitt, OP-Narbe etc. und der Bauchnabel (erste Narbe des Körpers)

Hierbei können auch alte Entzündungen in der Kindheit (z.B. Mandel- oder Mittelohrentzündungen) oder alte Operationsnarben noch im Erwachsenenalter ein Störfeld darstellen.

Wenn der Therapeut bei einer Erkrankung solch ein mögliches Störfeld vermutet, wird versucht, dieses durch gezielte Injektionen mit einem speziellen Lokalbetäubungsmittel, z.B. Procain* oder Lidocain*, auszuschalten. Hierbei werden Narben und andere vermutete Störfelder infiltriert („Sanierung des Risses“). Die chronisch gestörten Zellen können sich dadurch wieder aufladen (Repolarisieren) und werden nach einigen Sitzungen entstört. Zudem wirkt dieses Mittel auch über das vegetative Nervensystem, indem es dort die störenden Signale, die von einem Störfeld ausgehen, ausschaltet. Nach der Entstörung solcher Areale kann eine Therapieblockade deutlich verbessert werden oder vielleicht sogar ganz verschwinden.

Bei Patienten mit Hauterkrankungen sollte man auch auf die Psyche achten. Verdrängte bzw. nicht verarbeitete seelische Verletzungen oder sexueller Missbrauch können eine Art „seelische Störfelder“ darstellen, die mit Psychotherapie oder Hypnotherapie sehr gut zu behandeln sind.

Es wäre also auch bei Hauterkrankungen einen Versuch wert, einen geeigneten und erfahrenen Therapeuten, der mit Neuraltherapie arbeitet, zur Störfeldtherapie zu konsultieren.

* Da vor allem Procain ein gewisses allergisches Potential hat, muss vor der Behandlung ein Procain-Verträglichkeitstest durchgeführt werden. Hierbei wird ein Tropfen Procain in die Bindehaut geträufelt. Bei Lidocain wird das allergische Potential durch eine Testquaddel (Injektion in die Oberhaut) überprüft.

Autor: Kian Schirmohammadi
www.naturheilpraxis-schirmohammadi.de




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