Herbst, Heizung, Juckreiz
Die trockene Heizungsluft in unseren Wohnräumen ist zwar angenehm, wenn es draußen kälter wird, aber sie holt auch wieder den Juckreiz aus der Sommerruhe.
Hier ein paar Tipps für den Umgang mit dem Plagegeist.
Erst einmal die Soforthilfe:
Kühle Kompressen (sauberes Tuch mit kaltem Wasser, 10–15 Min.) oder abgekühlte Schwarztee-/Kamillentee-Umschläge dämpfen den akuten Juckreiz schnell. Auch ein Kühlpack (nicht direkt auf die Haut) oder ein kühlendes Thermalwasserspray (Vorschlag: Avène) aus dem Kühlschrank auf die betroffene Stelle hilft schnell.
Basistherapie (täglich):
Rückfettende, feuchtigkeitsbindende Cremes (sog. Emollienzien) mindestens zweimal großzügig auftragen – auch in schubfreien Phasen. Nach dem Duschen (lauwarm, max. 32–34 °C) sofort eincremen. Duftfreie, alkoholfreie Produkte verwenden.
Medizinische Behandlung:
Kortisonsalben/Cremes:
Bei akuten Schüben die Mittel der ersten Wahl; unterbrechen Entzündung und Juckreiz.
Juckreizstillende Wirkstoffe:
z. B. Polidocanol (z. B. Optiderm) oder Gerbstoff-Cremes (z. B. Tannosynt).
Lichttherapie (UV):
Reduziert Entzündung und Juckreiz.
Biologika & JAK-Inhibitoren:
Für schwere, therapieresistente Fälle – wirken gezielt gegen die Entzündungsprozesse.
Kortisontabletten:
Nur in extremen Ausnahmefällen, nicht dauerhaft.
Kratzen vermeiden:
Fingernägel kurzhalten, nachts Baumwollhandschuhe tragen
Stattdessen: flache Hand neben die Stelle drücken, Faust 30 Sek. ballen, Stressball zusammendrücken
Ablenkung durch Bewegung, Musik, Atemübungen
Schlafzimmer kühl halten (Wärme/Schwitzen verstärken Juckreiz)
Hausmittel (unterstützend):
Haferbäder (kolloidaler Hafer mit Avenanthramiden), Aloe-Vera-Gel, Joghurt-/Quarkmasken, Meersalzbäder, Nachtkerzenöl. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung, können aber im Alltag sinnvoll ergänzen.
Trigger meiden:
Stress, Alkohol, bestimmte Lebensmittel, reizende Waschmittel (ohne Duft- und Farbstoffe), Wärme. Ein Juckreiz-Tagebuch hilft, individuelle Trigger zu identifizieren und der Hautärztin/dem Hautarzt die Therapie anzupassen.
Textilien:
Pima-Baumwolle aus Peru
Für Kinder Schlafoveralls
Keine billige TEMU-Kleidung aus unbekannten Textilfasern. Was man an der Kleidung spart, gibt man an juckreizlindernden Hautpflegemitteln mehrfach wieder aus.
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