Einsatz von Antikörpern

11.05.2015Die 48. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. (DDG) war Treffpunkt für mehr als 3.000 Dermatologen aus dem In- und Ausland. Die DDG richtete die Tagung als größte wissenschaftliche Fachgesellschaft deutschsprachiger Dermatologinnen und Dermatologen aus. Vom 29. April bis zum 2. Mai 2015 standen im CityCube Berlin der medizinische und wissenschaftliche Austausch in der Dermatologie, Venerologie und Allergologie im Fokus.

Experten stellten auf der Fachtagung neue molekularmedizinische Erkenntnisse für Immuntherapien vor und zogen ein Resümee der wissenschaftlichen Entwicklung von Immunblockaden und dem therapeutischen Einsatz von Antikörpern. Von besonderem Interesse für Dermatologen im klinischen und niedergelassenen Bereich sind die Erkenntnisse über die Wechselwirkungen der Immuntherapien zwischen Autoimmunreaktion und Antitumorreaktion.

Immuntherapie bei Autoimmunkrankheiten

Ein Schwerpunkt der dermatologischen Wissenschaft liegt in der Erforschung des Immunsystems und den Möglichkeiten, immunmodulatorisch zu therapieren. Auf der Basis aktueller molekularmedizinischer Erkenntnisse können heute Botenstoffe der Entzündungen und krankheitsauslösende Zellen aufgedeckt werden, die an der Entwicklung von Autoimmunkrankheiten und Allergien beteiligt sein können.

Immuntherapien erlauben die gezielte Entwicklung von Antikörpern zur Eindämmung schwerer entzündlicher Erkrankungen. Bis Ende des Jahres 2015 werden etwa 20 unterschiedliche Botenstoffe und Antikörper zur Verfügung stehen, die von therapeutischer Bedeutung sind. Die dermatologische Erforschung des Immunsystems gibt zudem Aufschluss über die antipodische Wirkung zwischen Autoimmun- und Antitumorreaktion.

Autoimmunkrankheiten, wie Psoriasis und Lupus erythematodes sowie entzündliche Gefäßkrankheiten, wie Vaskulitiden zählen zu den schweren chronischen Hauterkrankungen, an denen bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland leiden. „Bei besonders schweren Krankheitsformen können die Entzündungen sogar zur Knochenzerstörung führen,“ so Prof. Dr. med. Martin Röcken, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik Tübingen, der das Verständnis für die Immuntherapie bei Autoimmun- und Tumorkrankheiten maßgeblich vorangetrieben hat. Ziel der dermatologischen Forschung ist ein differenziertes Vorgehen gegen die Ursachen, um nachhaltig und sicher behandeln zu können.

Molekulare Allergiediagnostik


In der Allergologie ist durch die langjährige Forschung eine immer spezifischere Bestimmung von allergieauslösenden Antikörpern möglich. Durch diese differenzierte molekulare Allergiediagnostik lassen sich Allergiequellen sowie einzelne Allergenkomponenten darstellen und zielgenau behandeln. „Die IgE-Testungen durch Serumabnahme ermöglichen die Einschätzung des individuellen Krankheitsrisikos, eine gezieltere Therapie und die Identifizierung ganz neuer Krankheitsbilder,“ sagt Prof. Dr. med. Tilo Biedermann,  Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der Technischen Universität München. Für eine neue Therapie der Urtikaria und innovative Entwicklungen zur Therapie der Neurodermitis können heute therapeutische Antikörper eingesetzt werden, die das Immunsystem modulieren. Prof. Biedermann ist Wegbereiter der molekularen Allergiediagnostik und war einer der zwei Hauptreferenten auf der 48. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft mit dem Thema „Neue Allergiesyndrome“.

Quelle:
Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V
Auszüge aus der Pressemitteilung vom 1.5.2015





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