Die Kunst der Berührung - Erfahrungen einer Fachjournalistin

01.07.2010
Zwischen Computer und Auto zeigte der Blick in den Spiegel, dass ein Wohlfühlprogramm angeraten ist.  Im Alltag blieb zu wenig Zeit für die Pflege, die meine Haut gebraucht und verdient hätte. Alles spannte, Hautreizungen und unübersehbar die „Arbeitsfalten“. Von Natur aus neugierig auf Hautbehandlungen, buchte ich mir einen Termin bei einer Naturkosmetikerin, die versprach, dass die Behandlung und die sanfte Berührung lange nachwirkt. Kann es wirklich sein, dass eine Gesichtsbehandlung einen gesundenden Impuls für Haut und Körper im Ganzen gibt?

Ich ließ mich drauf ein. So lernte ich, dass eine Kosmetikbehandlung bei den Füßen beginnt. 
Mit einem duftenden Fußbad löst sich der Stress des Tages in Wärme und Wohlgefühl auf.
Sanfte rhythmische und fließende Bewegungen massieren meine durchwärmten Füße und Beine. Später erfahre ich, dass dies die Lymphe mit feinen Pinselstrichen und sanften Handbewegungen stimuliert. Damit werden Flüssigkeitsprozesse im Gewebe angeregt und die Regeneration und Gesundheit gefördert. Diese Massage entstaut und entschlackt, so wird die Haut von innen besser mit Nährstoffen versorgt. Nach den Füßen und Beinen bekommen meine Hände und Arme Aufmerksamkeit. Ein auf mich und meinen Hautzustand abgestimmtes ätherisches Öl wird mit gekonnten Bewegungen in die Haut gebracht. Ich spüre eine verbesserte Durchblutung, es stellt sich eine wohlige Wärme ein. Dies stellt meine bisherigen Kosmetikerinerfahrungen auf den Prüfstand. Hier war kein Heizkissen nötig, damit kalte Füße warm werden, hier wird Hand angelegt und die Haut erwärmt sich von innen. Ich spürte wie während der Behandlung die Flüssigkeitsströme im gesamten Körper ins Fließen kommen.

Selbstverständlich gehören auch die Gesichtsreinigung und -pflege bei einer Naturkosmetikerin zur Behandlung. Ich lerne, dass bei der Auswahl der Pflegeprodukte der Hautrhythmus beachtet wird. Unsere Haut hat einen eigenen Rhythmus: In 28 Tagen erneuern sich alle Zellen der obersten Hautschicht einmal. Tagsüber verhält sich die Haut anders als nachts: Im Tagesrhythmus ist sie als Schutzsystem gegenüber Umwelteinflüssen voll eingespannt, in ihrem Nachtrhythmus regeneriert sie sich. Die Naturkosmetikerin reinigt und pflegt, unterstützt diese Rhythmen und stabilisiert damit die hauteigenen Aktivitäten. 
Mit der Reinigungsmilch wird der grobe Schmutz des Tages weggespült. Die Waschcreme bindet Hautausscheidungen wie Talg und angelagerte Schmutzpartikel. Während der Reinigung erklärt mir die Fachfrau, dass beide Präparate frei von Seifen und Tensiden und deshalb besonders schonend sind. Kompressen mit natürlichem Duft nach Zitrone und Organe auf meinem Gesicht lassen mich tief und entspannt durchatmen. Beim Gesichtsdampfbad mit Zaubernuss, Kapuzinerkresse und Gänseblümchen schlafe ich ein. Eine leicht kühlende Packung weckt mich wieder. Ich erfahre, dass bewusst kein Peeling und Ausreinigen erfolgt, nach dem Grundsatz: Nur das abnehmen, was die Haut von selbst abgibt, jedes Mehr kann die Haut irritieren.

Mit rosigem Teint, perfekt geschminkt und angenehm durchgewärmt verlasse ich den „Pflegeplatz“. Noch vor dem Gehen, vereinbare ich im 28 Tagerhythmus den nächsten Termin. Und wann gönnen Sie sich so viel Wohlgefühl? Viel Spaß.

Erfahrene Kosmetikerinnen finden Sie unter:


Text: Susanne-Miesera.de




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