Vitamin D als Sonnenschutz

15.08.2017

Fotolia © bit24Vitamin D wirkt nicht nur auf den Knochenstoffwechsel und die Kalzium-Homöostase (Gleichgewicht) ein, es hat im Körper noch viele andere Funktionen. Dazu gehören die Wirkungen auf das Immunsystem, das u.a. bei entzündlichen Prozessen eine wichtige Rolle spielt. Vitamin D wird hauptsächlich über die Sonneneinwirkung (UV-Strahlung) auf die Haut gebildet, Nahrungsquellen spielen bei der Versorgung eine geringere Rolle. Ob aber Vitamin D-Ergänzungen akute entzündliche Prozesse, z.B. in der Haut, direkt beeinflussen können, das war bisher nicht näher untersucht. Nun prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern den Einfluss von Vitamin D nach einem Sonnenbrand. An der kleinen Studie (doppelblind, Placebo-kontrolliert) waren 20 Personen beteiligt. Mit einer kleinen UV-Lampe löste man bei ihnen an der inneren Armfläche einen „Sonnenbrand“ aus. Im ersten Teil der Studie beobachtete man nur die Entwicklung danach im Lauf von ein, zwei und drei Tagen sowie nach einer Woche. Im zweiten Teil der Studie nach wenigen Wochen wurde die UV-Einwirkung wiederholt, und nun nahmen die Teilnehmer eine Stunde danach Vitamin D in verschieden recht hohen Dosen (50.000, 100.000 oder 200.000 I.E.) ein. Die Forscher beobachteten hier auf gleiche Weise bei allen Teilnehmern die Entwicklung der Haut an der bestrahlten Stelle. Für weitere Untersuchungen entnahmen sie Hautproben, um die Aktivität von Genen zu bestimmen, die für die Hautreparatur wichtig sind.

Teilnehmer mit den höchsten Vitamin D-Dosen profitierten über die gesamte Beobachtungszeit hinweg am deutlichsten, vor allem nach zwei Tagen hatten sie weniger Hautentzündungen. Teilnehmer, die zu Beginn der Studie bereits gut mit Vitamin D versorgt waren, hatten weniger Hautrötungen, außerdem wurde bei ihnen eine Gen-Aktivität beobachtet, die mit der Reparatur der Hautbarriere verbunden ist. Im Gegensatz dazu hatten Teilnehmer mit anfangs geringem Vitamin D nach der UV-Einwirkung signifikant mehr proentzündliche Gene. Die Wirkungen von Vitamin D auf die Haut waren deutlich von der Dosis abhängig. Die Forscher vermuten, dass Vitamin D hilft, die Hautbarriere zu schützen, indem es entzündliche Prozesse in der Haut verringert. Neu war für die Forscher, dass die Hochdosen von Vitamin D Gene aktivieren konnten, die für die Hautreparatur benötigt werden. Über die Aktivierung bestimmter Gene wird z.B. ein antientzündliches Enzym (Arginase-2) erhöht. Es fördert nach Gewebeschäden die Reparatur und hilft, andere antientzündliche Proteine anzuregen.

Erstmals wurde in dieser Studie gezeigt, dass Vitamin D auch in akuten Situationen antientzündliche Wirkungen entfalten kann. Die Forscher heben jedoch hervor, dass sie sehr hohe Dosen von Vitamin D eingesetzt haben, die weit über den täglich empfohlenen Werten liegen. Die Einnahme von Hochdosen von Vitamin D sollte nur nach medizinischer Empfehlung erfolgen. In weiteren Studien wollen die Forscher nun mögliche Behandlungs-Pläne mit Vitamin D bei Sonnenbrand-Patienten untersuchen.

Unser Tipp: Die Studie zeigt auch, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D den Hautschutz bei Sonneneinwirkungen bereits verbessern kann. In der Regel reichen dafür geringere Dosierungen aus, als hier eingesetzt wurden.

Quelle:
Jeffrey F. Scott et al., Oral vitamin D rapidly attenuates inflammation from sunburn: an interventional study. In: Journal of Investigative Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 30.5.2017, doi: 10.1016/j.jid.2017.04.40.


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Quelle: openPR





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