Hautschonende Bekleidung mit Sonnenschutz

07.07.2008Textilien sind als UV-Schutz geradezu prädestiniert, da sie bei Verwendung geeigneter Materialien und Konstruktion einen besonders guten Schutz vor zu intensiver Bestrahlung bieten können. Entsprechend fragen immer mehr Verbraucher spezielle Sonnenschutztextilien nach.
Modische Asscessoires, die gleichzeitig den perfekten Sonnenschutz liefern, das ist ein intelligenter Beitrag zur Vermeidung eines Sonnenbrandes.

Der Frühsommer mit längeren Tagen und zunehmender Sonnenstärke steht vor der Tür. Endlich wieder lange Spaziergänge und Sport im Freien. Natürliches UV-Licht  der Sonnenstrahlung ist leider nicht nur angenehm. Ein zuviel des Guten ist besonders für hautsensible Menschen und hier besonders für die Kinder gefährlich. Hautschützend kann neben einer wirksamen Sonnenschutzcreme auch die richtige Kleidung sein. Was soll man anziehen, um sich vor den UV-Strahlen zu schützen? Reicht ein T-Shirt für Kinder an der Nordsee aus oder sind langärmelige Jacken notwendig für die empfindliche Haut? Nicht nur für Neurodermitiker, sondern speziell für Kinder empfehlen Hautexperten einen Schutz vor UV-Strahlung angesichts weltweit steigender Hautkrebsraten. Der beste Schutz ist neben dem Meiden der Sonne die richtige Kleidung. Unbekleidete Hautstellen sollen zusätzlich mit dem passenden Sonnenschutzmittel geschützt werden. Um festzustellen, wie hoch der Schutz durch ein Kleidungsstück ist, haben mehrere Länder verschiedene Standards für die Messung der UV-Schutzwirkung entwickelt.

Dipl.oec.troph. Susanne Miesera


UV Schutzfaktor


Der Lichtschutzfaktor (LSF) von Sonnenschutzmitteln entspricht bei Kleidung dem UV Schutzfaktor (USF oder UPF). Für Textilien gilt mit Kleidung UPF 40 können Sie ihre Aufenthaltsdauer in der Sonne um das vierzigfache verlängern, ohne Hautschädigungen zu provozieren. Somit ist der UVP/USF Textilien ein Maß für die Schutzwirkung des Textils.
Der UV-Schutz von Textilien hängt von den verwendeten Materialien und Fertigungsverfahren ab und lässt sich als Laie nicht beurteilen. Das Anschauen und Betasten von Kleidungsstücken beim Kauf gibt leider keinen Hinweis auf die UV Durchlässigkeit. Mit UV- absorbierenden oder -reflektierenden Stoffen oder der Verwendung besonders dicht gewebter Stoffe sowie bewusst eingesetzter Farben können UV-Schutzfaktoren von über 40 erzielt werden. Zur Festlegung des UV-Schutzfaktors (UPF) sind komplizierte Laboruntersuchungen von Prüfinstituten notwendig. Diese haben spezielle Methoden entwickelt mit denen nachgewiesen werden kann, wie viel UV-Strahlung durch ein Kleidungsstück hin durchtritt (UV-Transmission). Für die Zertifizierung der Stoffe gibt es weltweit 3 bekannte Standards.

 
USF          Schutzkategorie      
>40          Hervorragender Schutz      
>30          Sehr guter Schutz      
>20          Guter Schutz    
(Quelle: www.textil-consulting.de)

Textilien können einen höheren und länger wirksamen Sonnenschutz als Sonnenschutzcremes bieten. Mit den richtigen Materialien und deren Behandlung kann kein Sunblocker mithalten. Sicherheit können Gütesiegel geben. Einen hohen Stellenwert hat zertifizierte UV-Schutzkleidung bei besonders empfindlichen Personen (z.B. Kinder) oder bei intensiver Einwirkung ohne Möglichkeit, Schatten aufzusuchen (z.B. Sport- und Funktionsbekleidung).

UVP Messung

Es gibt eine große Anzahl von Faktoren, die den Sonnenschutz von Bekleidungstextilien beeinflussen. Der UVP berechnet sich aus dem Transmissionsgrad (UV-Strahlendurchlässigkeit) der Kleidung und ist von deren Dichte, sowie der Dicke, dem Fasermaterial, aber auch der Farbe abhängig. Viskose, Baumwolle- und Leinenstoffe bieten weniger Schutz vor UV-Strahlung als solche aus Wolle, Seide und Nylon. Es gilt, dass dichte, schwere Textilien in dunklen Farben einen guten UV-Schutz bieten. Doch gerade im Sommer tragen wir gerne helle leichte Kleidung statt dem dunkelgrünen Wollpullover.
Einige Anbieter haben Textilien entwickelt, die im Sommer gerne getragen werden, aber trotzdem den UV Schutz einer Wolljacke haben. Die Schutzwirkung bestimmter Textilien kann durch spezielle Ausrüstung der Fasern verbessert werden. Um den UV-Schutz besonders von Freizeit- und Sportbekleidung zu erhöhen, werden entweder chemische Filtersubstanzen oder Pigmente wie Titandioxid in die Faser eingeschlossen. Bei Chemiefasern lassen sich diese Pigmente direkt in die Fasermasse einarbeiten.
Das häufige Tragen und Waschen von Kleidungsstücke reduziert den Schutz. Bei der Messung sollten im Optimalfall Abnutzung, Dehnung des Gewebes beim Tragen, Feuchtigkeit durch Schweiß oder Meerwasser beachtet werden. Die Schutzzeit kann je nach Bedingungen reduziert sein; z.B. bei nasser Kleidung um bis zu 50 Prozent.


Beispiele für UV-Schutzmaßnahmen und deren UV-Schutzfaktoren
 
 
UV-Schutzmaßnahmen                                         UV-Schutzfaktor       
UV-Schutzkleidung                                              20-80       
Dichte Baumwollbekleidung                                  ca. 20       
Sonnenschutzcreme bei richtiger Anwendung         0-30       
Leichte Baumwollkleidung                                    ca. 10       
Schatten unter einem Baum                                 ca. 5-15       
Sonnenhut mit breitem Rand                                ca. 10       
Schatten unter einem Sonnenschutzschirm            ca. 5      
(Textilforschungszentrum Hohenstein, 2003, Quelle: www.uvstandard801.de)
 
Ein Hut mit breitem Rand, der Gesicht und Nacken kann das Gesicht mit UV-Schutzfaktor 10 schützen. Auch leichte Baumwollkleidung schützt in ähnlichem Maße. Ein Baumwoll-T-Shirt lässt im trockenen Zustand ungefähr 10 % der UV-Strahlung durch, liegt es nah am Körper an oder ist es gedehnt, steigt die Durchlässigkeit. Ein nasses T-Shirt lässt doppelt bis viermal soviel UV-Strahlung wie ein trockenes durch. Spezielle Sonnenschutzkleidung kann Schutz gegenüber UV-Strahlung bieten, der mit einem Lichtschutzfaktor von 100 bis 500 oder höher vergleichbar ist.

Folgende Bedingungen bestimmen die Schutzwirkung:

-    Die Faserart: Gut ist z.B. Wolle, weil die Faser eine der höchsten Strahlenabsorptionen und
     somit auch eine geringe UV-Durchlässigkeit hat
-    Das Stoffgewicht: Je schwerer der Stoff, desto höher der Schutz
-    Die Garne: Am besten sind dichte Gewebe
-    Die Farbe: Je dunkler und kräftiger die Farben, desto besserer Schutz (dunkelgrün, rot und
     schwarz.)
-    Der Feuchtegehalt: Nasse Kleidung verliert bis zur Hälfte des UV Schutzes 
-    Die Veredelung: Einsatz von UV-Absorbern wie Titanoxid verbessert Schutz
-    Der Oberflächenbeschaffenheit: Strukturiert ist besser als glatt
-    Der Gebrauch: Ausbleichen der Farbe und Faserabrieb verschlechtert Schutz
-    Passform: Locker geschnittene Kleidung hat einen besseren UV-Schutz als enge Kleidung

Bekannte zertifizierte Hersteller finden Sie im Internet Verzeichnis im Anhang. Besonders erwähnenswert ist die österreichische Firma Lenzing mit Modal Sun. Sie bieten Textilien in Polyamid oder Polyester an, in denen Pigmente eingelagert sind. Durch das Einspinnen der Pigmente in die Faser, ist der UV–Schutz auch nach vielen Wäschen noch vorhanden und beständig. Durch die entsprechende Verarbeitung kann das Kleidungsstück einen Lichtschutzfaktor von 30 und mehr haben.


Weitere Informationen:

Firmenunabhängige Verbraucherinformationen rund um Sonnenschutz sind unter:
http://www.verbraucher.org/index.php/aid/118

Vom Informationsdienst Wissenschaft gibt es Hintergrundinformationen:
http://idw-online.de/pages/de/news202776

Übersicht von Anbietern mit Zertifikat:
http://www.hohenstein.de/ximages/124319_referenzli.pdf

Übersicht von Anbietern allgemeinen UV Schutz Textilien: http://www.unserehaut.de/docroot/pdf/level03/anbieter-uvtextilien.pdf




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