Hautkrebsvorsorge im Kindergarten

09.03.2015Hautkrebs von vornherein zu verhindern, ist angesichts der aktuellen Hautkrebszahlen dringend notwendig. Daher appellieren Hautärzte in Deutschland, den Sonnenschutz bereits bei den Kleinsten zu verbessern. Dazu unterstützen sie das Projekt „SunPass“ – eine Zertifizierung für sonnensichere Kindergärten.

„Um die steigende Anzahl an Hautkrebs-Neuerkrankungen zu reduzieren, benötigt es größere Anstrengungen im Bereich der primären Prävention, also der Verhinderung der Krankheitsentstehung“, betont Hautarzt Dr. Ralph von Kiedrowski vom Vorstand des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD), anlässlich der europaweiten Aufklärungskampagne „Euromelanoma-Woche 2014“. Dazu gehört vor allem ein möglichst frühzeitiger Schutz vor UV-Strahlung, der am besten schon im Kindergartenalter beginnen sollte. „Denn gerade die hohe UV-Exposition in der Kindheit und Jugend birgt ein erhöhtes Risiko für einen schwarzen Hautkrebs“, warnt von Kiedrowski.

Aus diesem Grund unterstützen die deutschen Hautärzte das von der Europäischen Hautkrebsstiftung (ESCF) in Kooperation mit der Deutschen Krebsgesellschaft und den Landeskrebsgesellschaften ins Leben gerufene Projekt „SunPass“. Dieses Zertifikat bekommen Kindergärten, die sich aktiv um den Sonnenschutz für die betreuten Kinder kümmern. „Das SunPass-Projekt bietet einen wichtigen und richtigen Ansatz, über die Früherziehung Einfluss auf das Sonnenverhalten zu nehmen und zudem den direkten UV-Schutz in dieser vulnerablen Phase der Kindesentwicklung im Hinblick auf den schwarzen Hautkrebs zu verbessern“, erläutert der im rheinland-pfälzischen Selters niedergelassene Hautarzt.

Im Rahmen der Zertifizierung unterstützen Hautärztinnen und Hautärzte bundesweit Kindergärten bei der Elternarbeit und klären über die Gefahren der UV-Strahlung auf. Sie schulen Erzieherinnen, Kinder und deren Eltern im Umgang mit Sonnenschutzmitteln und geben Tipps für lichtdichte Kleidung sowie eine schützende Kopfbedeckung. Außerdem überprüfen sie bei einer Begehung der Einrichtung, ob es ausreichend schattige Plätze, Bäume oder andere Vorkehrungen wie zum Beispiel Sonnensegel gibt.

Mit einer formalen Vereinbarung verpflichten sich die Einrichtungen, einen Kriterienkatalog zum Thema Sonnenschutz einzuhalten. Die Realisierung wird in regelmäßigen Abständen überprüft, die Kita erhält abschließend den „SunPass“.

ESCF – European Skin Cancer Foundation

E-Mail: info@escf-network.eu
www.escf-network.eu




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