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01.06.2026

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Die Wirkung von Klimaanlagen auf unsere Haut

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen – von der Temperaturregulierung über den Schutz vor Keimen bis hin zur Wahrnehmung von Berührungen, Schmerz und Temperatur.

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Sie wird auch als „Spiegel der Seele“ bezeichnet, da sie Emotionen widerspiegeln kann, etwa durch Erröten oder Blässe.

Ein zentraler Aspekt ihrer Funktion ist die Regulierung der Körpertemperatur. Bei Hitze schwitzt die Haut, um durch Verdunstungskälte abzukühlen. Bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, um Wärme zu speichern. Diese natürlichen Mechanismen können durch künstliche Umgebungen, wie sie von Klimaanlagen geschaffen werden, beeinflusst oder sogar gestört werden.

Wie Klimaanlagen die Luft verändern

Klimaanlagen wirken, indem sie warme Luft über einen Verdampfer leiten, wodurch Feuchtigkeit kondensiert und aus der Luft entfernt wird. Dadurch sinkt die relative Luftfeuchtigkeit im Raum. Obwohl dies bei schwüler Sommerluft zur Verbesserung des Raumklimas beitragen kann, führt ein übermäßiger oder falsch dosierter Betrieb zu zu trockener Luft – insbesondere, wenn die Raumtemperatur stark abgesenkt wird.

Experten weisen darauf hin, dass moderne Klimaanlagen bei sachgemäßer Nutzung die Luftfeuchtigkeit nicht unter 35 % senken sollten. Dennoch kann eine Dauerbelastung mit trockener Luft die Haut und Schleimhäute belasten.

Auswirkungen trockener Luft auf die Haut

Durch die von Klimaanlagen verursachte trockene Raumluft kann die Haut Feuchtigkeit verlieren. Dies führt zu einem gestörten Säureschutzmantel, der normalerweise bei einem pH-Wert von etwa 5,5 Bakterien und Keimen den Zutritt verwehrt. Trockene Haut wird dadurch anfälliger für Reizungen, Juckreiz und Spannungsgefühle.

Besonders betroffen sind oft die Beine und andere Körperregionen mit weniger Talgdrüsen. Symptome wie schuppende, rissige oder juckende Haut können auftreten, insbesondere bei längerem Aufenthalt in klimatisierten Räumen. Ähnliche Effekte können auch bei trockenen Lippen beobachtet werden.

Risiken bei längerer Exposition

Ein starker Temperaturunterschied zwischen Außen- und Raumtemperatur – etwa mehr als 7–10 °C – belastet den Kreislauf und kann das Immunsystem schwächen. Dieser Effekt wird durch trockene Schleimhäute in Nase und Rachen noch verstärkt, wodurch Viren und Bakterien leichter eindringen können.

Obwohl Klimaanlagen nicht direkt Krankheiten verursachen, begünstigen sie Infektionen, da die Abwehrkräfte durch Dehydrierung und Temperaturschocks beeinträchtigt werden. Auch bei empfindlichen Personen können Hautprobleme wie Neurodermitis oder Rosazea durch trockene Luft verschlimmert werden.

Schutzmaßnahmen für die Haut

Um die Haut vor den negativen Auswirkungen von Klimaanlagen zu schützen, empfehlen Experten mehrere Maßnahmen:

  • Trinken Sie ausreichend: Mindestens 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag helfen, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Verwenden Sie Feuchtigkeitscremes: Cremen Sie sich regelmäßig ein, besonders nach dem Duschen. Produkte mit Hyaluronsäure, Glycerin oder Harnstoff sind besonders wirksam.
  • Luftbefeuchter nutzen: Ein Luftbefeuchter oder eine Schale mit Wasser im Raum kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen und so Haut und Schleimhäute schützen. Luftbefeuchter müssen unbedingt regelmäßig gereinigt werden sonst werden sie zur Keimschleuder!
  • Temperatur richtig einstellen: Halten Sie die Raumtemperatur zwischen 24 und 26 °C, um extreme Unterschiede zur Außentemperatur zu vermeiden.
  • Direkten Luftzug vermeiden: Lassen Sie sich nicht direkt von der Klimaanlage anblasen, besonders nicht im Schlaf.

Luftfeuchtigkeit im Flugzeug: Durchschnittswerte

Die relative Luftfeuchtigkeit im Passagierbereich eines Flugzeugs liegt typischerweise zwischen 10 und 20 Prozent. Dieser Wert ist deutlich niedriger als die empfohlene Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, die bei 40 bis 60 Prozent liegt. Die extrem trockene Luft ist ein bekanntes Merkmal des Kabinenklimas und betrifft alle Passagiere, besonders auf Langstreckenflügen.

Warum ist die Luft im Flugzeug so trocken?

Die trockene Luft im Flugzeug resultiert aus der hohen Flughöhe, in der moderne Verkehrsflugzeuge operieren – meist zwischen 9.000 und 12.000 Metern. In dieser Höhe ist die Außenluft extrem kalt (bis zu -56 °C) und enthält von Natur aus sehr wenig Feuchtigkeit. Diese kalte Außenluft wird als sogenannte Zapfluft aus den Triebwerken entnommen, aufbereitet und in die Kabine geleitet.

Ein weiterer entscheidender Grund ist die Vermeidung von Kondensatbildung. Würde man die Kabinenluft stärker befeuchten, könnte sich Feuchtigkeit an der kalten Flugzeugstruktur niederschlagen, was zu Korrosionsschäden und Problemen mit elektrischen Systemen führen könnte. Aus Sicherheits- und Wartungsgründen wird daher bewusst auf eine höhere Luftfeuchtigkeit verzichtet.

Auswirkungen auf Passagiere

Die niedrige Luftfeuchtigkeit kann verschiedene Beschwerden verursachen:

  • Trockene Haut, Augen und Schleimhäute
  • Erhöhter Flüssigkeitsverlust über Atmung und Haut (ca. 100 ml pro Stunde)
  • Milde Dehydrierung, die Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme verstärken kann.
  • Geringe Beeinträchtigung der Abwehrkräfte, da der mukoziliäre Apparat in Nase und Rachen durch Austrocknung weniger effektiv arbeitet.

Tipps für mehr Komfort an Bord

Um die Auswirkungen der trockenen Luft zu mildern, empfiehlt sich folgendes Verhalten:

  • Trinken Sie ausreichend Wasser – idealerweise 237 ml (8 Unzen) pro Stunde, wie von der Aerospace Medical Association (ASMA) empfohlen.
  • Vermeiden Sie Alkohol, Kaffee und stark zuckerhaltige Getränke, da diese den Flüssigkeitsverlust verstärken.
  • Verwenden Sie Feuchtigkeitscreme und Lippenbalsam, um trockene Haut zu verhindern.
  • Tragen Sie statt Kontaktlinsen eine Brille, um trockene, juckende Augen zu vermeiden.
  • Nehmen Sie Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit für zusätzliche Befeuchtung.

Zukünftige Technologien zur Luftbefeuchtung

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP in Valley entwickelt eine neuartige Technologie, um das Problem der trockenen Luft gezielt anzugehen: einen Wirbelringgenerator, der kleine Ringe aus feuchter Luft direkt in den Atembereich der Passagiere leitet. Dieses System soll die Luftfeuchtigkeit im Atemraum um bis zu 15 Prozent erhöhen – auf etwa 30 Prozent – ohne die gesamte Kabine zu befeuchten und somit Kondensation zu vermeiden.

Der Generator soll künftig in die Rückenlehne des Sitzes eingebaut werden. Allerdings sind die Zulassungsverfahren in der Luftfahrt langwierig, sodass eine Serienreife noch einige Jahre dauern könnte.

Fazit

Klimaanlagen wirken indirekt auf die Haut, indem sie die Luftfeuchtigkeit senken. Bei sachgemäßer Nutzung sind sie in der Regel unbedenklich, doch bei Überkühlung oder Dauerbetrieb kann es zu trockener, gereizter Haut kommen. Durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Hautpflege und eine angepasste Raumklimatisierung lässt sich dieser Effekt jedoch gut vermeiden. Die Haut bleibt so geschützt – auch an heißen Tagen.

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