Allergie und Asthma im Sommer. Worauf soll man achten.
Im Sommer können Pollen, Schimmelpilzsporen und andere Allergene nicht nur Niesen und juckende Augen auslösen, sondern auch Asthmasymptome wie Husten, pfeifende Atemgeräusche und Atemnot verstärken oder sogar einen Asthmaanfall auslösen.
Allergisches Asthma und saisonale Allergien wie Heuschnupfen sind eng miteinander verknüpft. Etwa 80 % der Asthmapatienten leiden auch unter allergischer Rhinitis.
Häufige Auslöser im Sommer
Im Sommer sind vor allem folgende Allergene relevant:
- Gräserpollen: Hauptallergen im späten Frühjahr und Frühsommer (Mai–Juli)
- Schimmelpilzsporen: Gedeihen besonders bei warmer, feuchter Witterung
- Ambrosia-Pollen: Spätblüher, die bis in den Herbst hinein Probleme bereiten können
- Hausstaubmilben: Vermehren sich bei hoher Luftfeuchtigkeit in Innenräumen
Besondere Risiken: Hitze, Ozon und Gewitter
Die Kombination aus hoher Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftschadstoffen wie Ozon kann die Atemwege zusätzlich reizen. Besonders zur Mittagszeit steigen in Städten die Ozonwerte, was Asthmatikern zu schaffen macht.
Ein weiteres Phänomen ist das sogenannte „Gewitter-Asthma“: Bei sommerlichen Gewittern können Pollen durch Feuchtigkeit und Wind aufplatzen und in kleinste Partikel zerfallen, die tief in die Lunge eindringen und schwere Asthmaanfälle auslösen.
Praktische Tipps für den Alltag
Um Asthmaanfällen im Sommer vorzubeugen, helfen folgende Maßnahmen:
- Pollenflugvorhersagen nutzen: Apps wie „Pollen-News“ informieren über aktuelle Belastungen.
- Fenster geschlossen halten: Besonders während der Hauptflugzeiten (morgens für Ambrosia, abends für Gräser).
- Kleidung wechseln und duschen: Nach Aufenthalten im Freien, um Pollen von Haut und Haaren zu entfernen.
- Luftreiniger mit HEPA-Filter: Reduzieren Allergene in Innenräumen effektiv.
- Medikamente rechtzeitig einnehmen: Vorhersehbare Belastungen erfordern eine prophylaktische Behandlung.
Sport und Freizeit
Sport ist wichtig, sollte aber nicht während der Hitze- und Pollenspitzen (meist zwischen 11 und 16 Uhr) stattfinden. Besser sind kühle Morgen- oder Abendstunden. Bei hohem Pollenflug oder Ozonwerten sollte der Sport nach innen verlegt werden. Ein Notfall Inhalator sollte immer griffbereit sein.
Beim Grillen ist Vorsicht geboten: Holzkohlerauch kann Asthmaanfälle auslösen. Elektrische oder Gasgrills sind eine sicherere Alternative.
Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn:
- Die aktuellen Medikamente nicht mehr ausreichen
- Der Notfall Inhalator mehr als zweimal pro Woche genutzt werden muss
- Die Symptome den Alltag stark beeinträchtigen
Ein Allergologe kann durch Tests die genauen Auslöser identifizieren und gegebenenfalls eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) empfehlen, die langfristig Linderung verschafft.












