Gelbwurz

24.04.2017

Fotolia  photocrewBei Gelbwurz(el) handelt es sich um ein Gewürz. Die lateinische Bezeichnung lautet Curcuma longa. Gelbwurz wird auch als Farbstoff eingesetzt beim Zubereiten von asiatischen Gerichten. In Deutschland findet sich Gelbwurz vor allem in Currygerichten und Senf. Curcumin stellt dabei den Hauptbestandteil dar.
Gelbwurz wird in Asien auch in der Kosmetikindustrie verwandt, um die Haut aufzuhellen.

In einer kleinen Fallstudie von sechs Probanden untersuchten Schallreuter und Rokos 2006 die mögliche Wirkung von Curcumin. An dieser Stichprobe nahmen drei hautgesunde und drei an akuter Vitiligo erkrankte Personen teil. Die Applikation von Curcumin bewirkte in der Epidermis aller sechs Probanden eine Ansammlung an reaktiver Sauerstoffspezies (Abkürzung ROS). Bei den Vitiligo-Betroffenen erwies sich diese Ansammlung jedoch als deutlich höher als bei den hautgesunden Probanden. Man nahm an, dass diese erhöhte Ansammlung in der Epidermis der Vitiligo-Betroffenen durch deren verringerte Katalase-Aktivität bedingt wäre. Die Fallstudie jedoch war vom Umfang der Probanden her viel zu gering, als dass sie allgemeingültige Aussagen zulassen hätte können.

Hierauf fand eine kleine Fallstudie von acht Probanden statt. Es handelte sich um acht Probanden asiatischer Herkunft, die an Vitiligo erkrankt waren. Bekannt war zu diesem Zeitpunkt, dass der häufige bzw. nahezu alltägliche Konsum von Gelbwurz im asiatischen Lebensraum bei den Probanden damit einherging, dass eine Vitiligo-Therapie aus UV-B-Bestrahlung (Schmalband) und der Anwendung von Pseudokatalase in der Regel wirkungslos blieb und keine Repigmentierung bewirkte.
In dieser Fallstudie wurde den Probanden verordnet, über ein halbes Jahr (sog. Karenzzeit) auf Gelbwurz in ihrer Nahrung zu verzichten. Bei der folgenden Therapie aus UV-B-Bestrahlung (Schmalband) und Pseudokatalase wurden deutliche Repigmentierungen im Gesicht bei allen sechs Probanden deutlich. Auch hier erwies sich der Umfang der Fallstudie von nur sechs Probanden als viel zu gering, als das man allgemeingültige Aussagen daraus hätte ziehen können.

An dieser Stelle steht also die Frage im Fokus, inwieweit es sich bei Gelbwurz um einen Triggerfaktor für Vitiligo handeln könnte. Diese Annahme beruht darauf, dass sich eine verringerte Katalase-Aktivität nach Verabreichung von Curcumin einstellen könnte. Von einem starken Gebrauch von Gelbwurz in der Nahrung von Vitiligo-Betroffenen wird deshalb derzeit abgeraten.

Quelle: Deutscher Vitiligo Verein (DVV)





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