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Warum beginnt Neurodermitis schon im frühen Alter?

Neurodermitis beginnt häufig im frühen Alter, da eine starke genetische Veranlagung eine zentrale Rolle spielt.

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Kinder, deren Eltern an Neurodermitis oder anderen atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma leiden, haben ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko. Wenn ein Elternteil betroffen ist, liegt das Risiko bei 20 bis 40 Prozent, bei beiden betroffenen Eltern sogar bei bis zu 80 Prozent. Diese erbliche Komponente führt zu einer gestörten Hautbarriere und einer überempfindlichen Immunreaktion, die bereits kurz nach der Geburt wirksam werden kann.

Entwicklung der Hautbarriere im Säuglingsalter

Die Haut von Säuglingen ist von Natur aus dünner und empfindlicher. Bei genetischer Prädisposition ist die Barrierefunktion der Haut bereits von Geburt an beeinträchtigt. Es fehlen bestimmte Strukturproteine wie Filaggrin, die für eine intakte Hornschicht notwendig sind. Dadurch kann die Haut Feuchtigkeit schlechter binden und ist anfälliger für Reizstoffe, Allergene und Keime. Diese gestörte Hautbarriere führt bereits im ersten Lebenshalbjahr – oft zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat – zu ersten Symptomen wie trockener Haut, Rötungen und nässenden Ekzemen, insbesondere an Wangen, Armen und Beinen.

Umweltfaktoren und die Hygiene-Hypothese

Neben der Vererbung tragen auch Umweltfaktoren zum frühen Auftreten bei. Die sogenannte Hygiene-Hypothese besagt, dass zu saubere Lebensbedingungen das Immunsystem unterfordern und dadurch anfälliger für allergische Reaktionen machen. Kinder, die früh mit Keimen in Kontakt kommen – etwa durch viele Geschwister, Betreuung in Kita oder Leben mit einem Hund – erkranken seltener an Neurodermitis. Zudem können Umweltbelastungen wie Luftverschmutzung oder Tabakrauch das Risiko erhöhen. Auch Faktoren wie Schwitzen, bestimmte Textilien oder Nahrungsmittel können Schübe auslösen.

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Verlauf von Neurodermitis im Alter

Obwohl Neurodermitis meist im Säuglingsalter beginnt, verläuft sie individuell sehr unterschiedlich. Etwa 60 bis 70 Prozent der betroffenen Kinder wachsen symptomfrei heraus, besonders wenn die Erkrankung mild verläuft. Bei mindestens drei von zehn Betroffenen bleibt die Neurodermitis jedoch bestehen oder kehrt im Erwachsenenalter zurück, oft begünstigt durch hormonelle Veränderungen wie die Wechseljahre. In seltenen Fällen tritt die Erkrankung auch erst im Erwachsenenalter erstmals auf, möglicherweise aufgrund von Umweltbelastungen oder einer altersbedingten Schwächung der Hautbarriere.

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