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Umgang mit einem von Neurodermitis betroffenen Kleinkind

Für Kinder, die Neurodermitis haben und die Situation noch nicht verstehen können, ist eine konsequente, verständnisvolle und strukturierte Herangehensweise entscheidend

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Die Krankheit verläuft phasenhaft, wobei sich schubfreie Phasen mit akuten Schüben abwechseln, die durch starken Juckreiz gekennzeichnet sind. Da das Kind den Juckreiz nicht kontrollieren kann und das Kratzen die bereits geschädigte Hautbarriere weiter beschädigt, führt dies zu einem schädlichen Kreislauf aus Juckreiz, Hautschädigung, Entzündung und erneutem Juckreiz.

Es ist daher wichtig, frühzeitig und konsequent gegen diesen Kreislauf vorzugehen.

Die zentrale Maßnahme ist eine intensive, tägliche therapeutische Hautpflege, die auch in schubfreien Phasen durchgeführt werden sollte, um die Hautbarriere zu stärken und die schubfreien Phasen zu verlängern.

Dazu gehören, das regelmäßige Auftragen einer rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Creme oder Lotion, mindestens zweimal täglich, besonders auf dem Gesicht. Für akute Schübe kann eine spezielle Akut-Pflegecreme mit beruhigenden Inhaltsstoffen wie Licochalcone A (Extrakt aus der Süßholzwurzel) und Omega-6-Fettsäuren aus Nachtkerzensamen- oder Traubenkernöl hilfreich sein. Diese Pflege sollte so früh wie möglich nach dem Waschen oder Duschen erfolgen, um die Hautfeuchtigkeit zu halten.
Um den Juckreiz zu reduzieren und das Kratzen zu verhindern, ist es entscheidend, die Fingernägel kurz zu halten, um die Hautschäden beim Kratzen zu minimieren.
Zudem sollten Reizstoffe vermieden werden, die die Haut weiter reizen oder austrocknen können, wie parfümierte Cremes, Badezusätze, Weichspüler, Chlorwasser, enge Kleidung oder Materialien wie Wolle und Polyester. Die Kleidung sollte aus weichen, atmungsaktiven Stoffen wie z.B. Baumwolle bestehen und nicht zu warm sein. Auch die Umgebung sollte auf Allergene wie Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaare überprüft werden, da diese Auslöser für Schübe sein können.

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Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Unterstützung durch Fachkräfte. Ein Besuch beim Haut- oder Kinderarzt ist unerlässlich, um eine sichere Diagnose zu stellen und gegebenenfalls eine individuelle Therapie zu besprechen. Es gibt auch spezielle Pädriatische Hautarztpraxen.

In akuten Schüben ist oft eine Behandlung mit einem topischen Arzneimittel wie Kortison oder Calcineurin-Inhibitoren erforderlich, die der Arzt bzw die Ärztin verordnet. Antihistaminika können bei starkem nächtlichen Juckreiz zur Verbesserung des Schlafes verschrieben werden, da sie oft schläfrig machen. In schweren Fällen oder bei eitrigen Hautentzündungen kann eine antibiotische Behandlung notwendig sein. 
Empfehlenswert auch ein Kratzoverall aus Silbertextilien.

Eltern können durch die Teilnahme an Neurodermitisschulungen oder einer Mutter-Kind-Reha lernen, wie sie mit dem Juckreiz umgehen, Reizstoffe vermeiden und Strategien entwickeln, um das Kind und sich selbst zu entlasten.

Auch das Führen eines Tagebuchs, in dem Auslöser wie Nahrungsmittel, Stress oder Umweltfaktoren dokumentiert werden, kann helfen, individuelle Trigger zu erkennen. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ist für Kinder mit Neurodermitis wichtig. Eine Vermeidung von Nahrungsmitteln sollte nur nach ärztlicher Abklärung erfolgen, da sie schnell zu Nährstoffmängeln führen kann. Die Einnahme von Probiotika während der Schwangerschaft und Stillzeit könnte das Risiko für Neurodermitis beim Kind verringern. 

Es ist entscheidend, dass Eltern und Kinder gemeinsam lernen, mit der Krankheit umzugehen, um die Belastung für die gesamte Familie zu reduzieren.

Gute Unterstützung können Eltern beim Deutschen Neurodermitis Bund e.V. erhalten

Dort kann man auch per E-Mail informative Flyer bestellen.

Das Baby mit Neurodermitis
Das Kind mit Neurodermitis
Das Kind im Kindergarten mit Neurodermitis
Das Schulkind mit Neurodermitis.

Eine Mitgliedschaft im DNB ist zu überlegen, da Neurodermitis ja eine chronische Hauterkrankung ist, die nach heutigem Stand der Wissenschaft noch nicht heilbar ist sondern nur erscheinungsfreie Zeiten hat. Es ist also evtl. eine lebenslange Reise, auch wenn in der Pubertät die Beschwerden manchmal nachlassen können.

Aber lassen Sie sich nicht im Internet von Heilungsangeboten einfangen. Das ist ein falsches Versprechen, das nur dem Portemonnaie der Anbieter zu Gute kommt. Geistheiler und Geschäftemacher sind leider vielfach unterwegs.

Quelle: Deutscher Neurodermitis Bund e.V. (DNB)

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