Vorsicht mit der Frühlingssonne
Endlich Sonne nach diesem harten Winter 2025/26. Ja, aber Vorsicht. Im Frühjahr steigt die UV-Intensität deutlich an. Bereits im März und April können in Deutschland UV-Index-Werte von 3 oder höher erreicht werden, was den Beginn der Schutzbedürftigkeit markiert.
Die höchste Belastung herrscht natürlich von April bis Anfang September, insbesondere in den Sommermonaten Juni und Juli, wenn Werte von bis zu 10 (im Flachland) und sogar 12 (im Hochgebirge) möglich sind.
Risiken der Frühjahrs-Sonne
Die UV-Strahlung im Frühjahr ist besonders tückisch, weil:
- Die Haut nach den Wintermonaten noch keinen Eigenschutz (Pigmentierung) aufgebaut hat.
- Die Lufttemperatur oft mild ist, sodass die Gefahr unterschätzt wird.
- Bereits nach 20 Minuten ungeschützter Sonneneinstrahlung ein Sonnenbrand entstehen kann.
- Jeder Sonnenbrand das Risiko für weißen Hautkrebs und malignes Melanom erhöht.
Schutzmaßnahmen ab UV-Index 3
Fachorganisationen wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfehlen ab einem UV-Index von 3 konsequenten Schutz:
- Sonnenschutzmittel mit mindestens LSF 30 (LSF 50+ für Kinder und helle Hauttypen), das sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen blockiert.
- Kopfbedeckung und UV-Schutzbrillen mit Kennzeichnung UV400.
- Aufenthalt in den Mittagsstunden im Schatten.
- Vorherige Feuchtigkeitspflege, um die Wirksamkeit der Sonnencreme zu verbessern.
Aktuelle Trends und Klimawandel
Die UV-Strahlung in Mitteleuropa nimmt langfristig zu. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz stieg die monatliche UV-Strahlung in Dortmund zwischen 1997 und 2022 um mehr als 10 %, in Brüssel sogar um fast 20 %. Ursachen sind der ozonbedingte Strahlungsanstieg und sogenannte Niedrigozonereignisse, die durch den Klimawandel verstärkt werden. Diese können Ende März/Anfang April zu plötzlichem, unerwartet hohen UV-Index führen – bis zu drei Stufen höher als normal.
Schützen dunkle Stoffe besser als helle?
Ja, dunkle Stoffe schützen besser vor UV-Strahlung als helle.
Dunkle oder kräftige Farben wie Schwarz, Rot oder Marineblau absorbieren mehr UV-Strahlen, während helle Farben wie Weiß oder Pastelltöne einen größeren Teil der Strahlung durchlassen. Beispielsweise hat ein weißes Baumwoll-T-Shirt nur einen UPF von etwa 5–10, während ein dunkles, dicht gewebtes Kleidungsstück einen Schutz von UPF 50+ oder sogar bis zu 1.700 bieten kann.
Die Schutzwirkung hängt zusätzlich von Material, Dichte, Feuchtigkeit und Passform ab. Spezielle UV-Schutzkleidung mit Zertifizierung (z. B. nach UV-Standard 801) bietet auch nass oder nach Abnutzung zuverlässigen Schutz.
Schützt nasse Kleidung weniger vor UV-Strahlen?
Ja, nasse Kleidung schützt weniger vor UV-Strahlen – besonders bei normalen Stoffen wie Baumwolle.
Ein weißes Baumwoll-T-Shirt hat trocken einen UV-Schutzfaktor (UPF) von etwa 5–8, nass sinkt dieser auf UPF 2–4, sodass deutlich mehr UV-Strahlung die Haut erreicht. Selbst kurzes Schwitzen oder Schwimmen kann den Schutz stark mindern.
Dagegen behalten spezielle UV-Schutztextilien, besonders solche nach dem UV-Standard 801, auch nass ihren hohen Schutz, da sie unter realen Bedingungen (Nässe, Dehnung, Abnutzung) geprüft werden.












