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07.09.2022

Vitiligo Therapie Empfehlungen laut Deutscher Vitiligo Leitlinie

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Vorbemerkungen: Diese Leitlinie fasst evidenzbasierte und Experten-basierte Ergebnisse und Empfehlungen zur Diagnostik, Klassifizierung und Therapie der Vitiligo zusammen (1-3), integriert Ergebnisse der Vitiligo European Task Force (VETF) und der damit in Verbindung stehenden Vitiligo Global Issues Consensus Conferences inklusive den europäischen Vitiligo-Konsensus-Empfehlungen des European Dermatology Forum (EDF) der European Academy for Dermatology and Venereology (EADV) (4).

Die wichtigsten Empfehlungen im Überblick

Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Empfehlungen dieser Leitlinie dar. Diese Darstellung beinhaltet keine umfassende Präsentation der Leitlinieninhalte und dient nur der orientierenden Übersicht. Ausführliche Empfehlungen unter Berücksichtigung verschiedener klinisch relevanter Situationen finden sich im Leitlinientext.

Empfehlung
Die Bestimmung von TSH sowie von TPO- und TG-Antikörpern im Blut mindestens einmal jährlich wird empfohlen.

Empfehlung
Topische Kortikosteroide sind Mittel der 1. Wahl bei limitierter Vitiligo und extrafazialem Befall. Diese Therapie eignet sich auch für Kinder, wobei die systemische Resorption in intertriginösen Arealen zu beachten ist.

Empfehlung
Topische Calcineurin-Inhibitoren sind eine ähnlich wirksame Alternative zu topischen hochpotenten Kortikosteroiden, insbesondere in Hautarealen, wo eine Atrophie durch topische hochpotente Kortikosteroide nach prolongierter Therapie gefürchtet wird. Bei erfolgreicher Repigmentierung kommen sie auch als proaktive Therapie in Betracht.

Empfehlung
NB UVB (zweimal bis dreimal pro Woche) ist die am besten untersuchte und dokumentierte Therapie bei Patienten mit NSV. NB UVB ist indiziert bei generalisierter Vitiligo, wenn aufgrund der Ausdehnung eine topische Therapie nicht mehr praktikabel erscheint, sowie bei aktiver, progredienter Vitiligo, um die Erkrankungsaktivität zu stoppen. Kombination mit topischen Kortikosteroiden oder Calcineurin-Inhibitoren kann den Effekt von NB UVB verstärken. Bei rasch fortschreitender NSV kann NB UVB auch mit systemischen Kortikosteroiden kombiniert werden.

Empfehlung
308 nm Excimer-Laser oder 308 nm Excimer-Lampe kommen vorranging bei SV und NSV mit limitierter Ausdehnung in Frage. Die Kombination mit topischen und systemisch wirkenden Wirkstoffen (z. B. Kortikosteroide, topische Calcineurin-Inhibitoren) scheint die Wirkung gezielter Lichttherapie zu verstärken.

Empfehlung
Eine orale Minipulstherapie mit Dexamethason kann zur Erzielung eines Krankheitsstopps bei akuter, rasch progredienter Vitiligo erwogen werden. Als alleinige Therapie zur Repigmentierung wird diese Therapieform nicht empfohlen.

Empfehlung
Chirurgische Therapien können nur für eine therapieresistente und stabile Vitiligo empfohlen werden, insbesondere für die segmentale und fokale Vitiligo.

Empfehlung
Ein Lichtschutz wird empfohlen. Aktuelle Erkenntnisse zum potentiellen Risiko einer in Frage kommenden Lichttherapie sollten mit dem Patienten in diesem Kontext besprochen werden

Empfehlung
Supportive Maßnahmen sind bei allen Patienten mit Vitiligo zu empfehlen. Dermatokosmetische Produkte können zur Abdeckung von Vitiligoherden erwogen werden. Abweichende ästhetische Normen, Stigmatisierung, der unvorhersehbare Verlauf der Erkrankung und fehlende Verfügbarkeit einer universellen Therapie führen bei vielen Patienten zu einer großen psychischen Belastung und Einschränkung der Lebensqualität. Mithilfe spezieller Messinstrumente können Patienten leichter identifiziert werden, die von einer psychotherapeutischen Intervention profitieren. Selbsthilfe-organisationen und Selbsthilfegruppen bieten allen Vitiligopatienten eine gute Möglichkeit der gegenseitigen Kontaktaufnahme und sollten den Patienten für Fragen des alltäglichen Umgangs mit Vitiligo empfohlen werden.

Empfehlung
Eine Depigmentierung wird nur nach Ausschöpfung aller therapeutischer Maßnahmen in extrem seltenen Fällen empfohlen.

Literatur
(1) Whitton ME, Pinart M, Batchelor J, Lushey C, Leonardi-Bee J, González U. Interventions for vitiligo. Cochrane Database Syst Rev. 2010; CD003263.
(2) Whitton ME, Pinart M, Batchelor J, Leonardi-Bee J, González U, Jiyad Z, Eleftheriadou V, Ezzedine K. Interventions for vitiligo. Cochrane Database Syst Rev. 2015; CD003263.
(3) Whitton M, Pinart M, Batchelor JM, Leonardi-Bee J, Gonzalez U, Jiyad Z, Eleftheriadou V, Ezzedine K. Evidence-based management of vitiligo: summary of a Cochrane systematic review. Br J Dermatol. 2016; 174: 962-9.
(4) Taieb A, Alomar A, Böhm M, Dell’anna ML, De Pase A, Eleftheriadou V, Ezzedine K, Gauthier Y, Gawkrodger DJ, Jouary T, Leone G, Moretti S, Nieuweboer-Krobotova L, Olsson MJ, Parsad D, Passeron T, Tanew A, van der Veen W, van Geel N, Whitton M, Wolkerstorfer A, Picardo M; Vitiligo European Task Force (VETF); European Academy of Dermatology and Venerology (EADV); Union Europeénne des Médecins Spécialistes (UEMS). Guidelines for the management of vitiligo: the European Dermatology Forum consensus. Br J Dermatol. 2013; 168: 5-19.

Quelle: Deutsche Vitiligo Leitlinie, Stand 23.4.2021, Gültig bis 22.4.2026

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