Bakterielles Haut(un)gleichgewicht

22.07.2019

Fotolia © ridvanardaViele von uns müssen sich erst daran gewöhnen, aber es ist Fakt: Der menschliche Körper ist nicht nur im Darm, sondern auch auf der Haut von einer Vielzahl verschiedener Mikroorganismen – Bakterien, Viren, kleinste Pilze und Hefen - besiedelt. Die Gesamtheit dieser Mikroorganismen auf und in uns wird ‚Mikrobiom‘ genannt. Es dient unserer Gesunderhaltung und ist die erste Abwehr gegen Krankheitserreger. Damit Eindringlinge keine oder nur geringe Chancen haben, brauchen wir eine mikrobielle Vielfalt, die schädlichen Keimen keinen Raum gibt.

Jeder Mensch hat ein individuelles Hautmikrobiom, das sich auch von Körperpartie zu Körperpartie stark unterscheidet. So leben auf den trockenen Armen andere Mikroorganismen als auf dem eher fettigen Rücken, auf der dem Sonnenlicht ausgesetzten Nase andere als in der Leistengegend. Dennoch entdecken Wissenschaftler inzwischen gewisse Besiedlungsmuster innerhalb der Gemeinschaften, die typisch für eine gesunde Haut sind.

Bei Hauterkrankungen ist dieses Muster verändert. Bei Neurodermitis ist die trockene und entzündete Haut zwar auf einer gestörten Hautbarriere begründet, an der verschiedene Gene beteiligt sein können, und dennoch ist das veränderte bakterielle Besiedlungsmuster auf der Haut ein zentraler Punkt für die Ausprägung der Erkrankung. Die Vielfalt der Bakterien nimmt von gesunder, über trockene, bis zu entzündeter Haut ab, während ein Keim - das Bakterium Staphylococcus aureus – frei gewordene ‚Lebensräume‘ auf der Haut einnimmt und andere Bakterien überwächst.

Es gibt Ansätze, das bakterielle Hautgleichgewicht durch Cremes, die bestimmte Bakterienarten (probiotisch) oder Bakterienextrakte und -nährstoffe (präbiotisch) enthalten, zu verbessern. Ein Ansatz zielt direkt auf das Bakterium S. aureus, das maßgeblich an Entzündungen (Rötungen, Schwellung, Juckreiz, etc.) beteiligt ist. Dieses lässt sich gezielt durch einen enzymatischen Wirkstoff ausschalten. Das Enzym Staphefekt tötet nur diesen Keim ab - durch Aufspaltung arttypischer und lebensnotwendiger Verbindungen in der Bakterienhülle von S. aureus. Alle anderen Mitglieder des Hautmikrobioms bleiben unversehrt. Der Vorteil: keine Nebenwirkungen, keine Resistenzen. Die Folge: eine Verbesserung des bakteriellen Hautgleichgewichts und Linderung der Neurodermitis-Symptome.

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