Loading...

Anzeige

Anzeige
04.09.2011

Heimische Früchte – jetzt ist Saison

Anzeige

Anzeige
Erdebeeren eröffnen die heimische Fruchtsaison bereits im Mai. Ab dann wird es immer bunter und die Ernte geht bis in den späten Herbst hinein. Mit dem ersten Frost werden dann die letzten Weintrauben geerntet. Früchte sind wahre Gesundheitsboten. Neuere Untersuchungen zeigen immer mehr positive Wirkungen auf die menschliche Gesundheit. Neben Vitaminen und Mineralien sind kleinste Bestandteile wie sekundäre Pflanzenstoffe wichtige Gesundmacher.

Obst ist nicht gleich Obst.
Neurodermitiker finden bestimmt auch verträgliche Früchte. Leider zählen Erdbeeren eher zu den Früchten, die häufig nicht vertragen werden, dagegen sind Birnen gut verträglich. Wie passiert dies? Generell gehören Früchte zu verschiedenen Gruppen, die nach ihrer Beschaffenheit eingeteilt werden können. Beeren werden Früchte genannt, wenn sie komplett in allen Schichten fleischig sind, dazu zählen Weintrauben, Himbeeren, Stachelbeere usw. Es besteht nicht immer eine botanische Verwandtschaft, die auf gleiche Eiweiße hinweist und somit keine „Allergieverwandtschaft“. So können Weintrauben vertragen werden, aber keine Erdbeeren. Die Pflanzenfamilie der Rosengewächse hat botanische Verwandtschaften. So kommen bei den Rosengewächsen (Rosaceae) ähnliche Verträglichkeiten in Betracht. Dazu zählen neben Apfel und Birne, Kirsche, Pflaume, Quitte, Aprikose, Pfirsich, Himbeere, Brombeere und Hagebutte.

Obstunverträglichkeiten
Hinter Obstunverträglichkeiten können Allergien, Kreuzallergien, Pseudoallergien und Fructoseunverträglichkeiten stecken. Bei allergieauslösenden Stoffen handelt es sich um Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, beispielsweise von Blütenpollen, die überschießende Immunreaktionen im Körper hervorrufen. Diese Allergien sind dank Blutdiagnostik gut abzuklären. Es gibt keine Einschränkung, sondern alle Obstarten können Allergien verursachen. Das allergene Potenzial zeigt sich vor allem bei den Rosengewächsen (Rosaceae) wie Apfel, Kirsche oder Pfirsich, aber auch bei der Weinrebe und zahlreichen exotischen Früchten. Zu den häufigsten Fruchtallergien zählt die Apfelallergie. Teilweise können die Allergiker die Äpfel in verarbeiteter Form (erhitzt, mechanisch zerkleinert) problemlos vertragen. Leider sind manche Allergene hitzestabil und so werden Äpfel von diesen Allergikern auch verarbeitet schlecht vertragen. Mehrere Studien konnten sortenabhängige Unterschiede in der Allergenwirkung bestätigen, deshalb bei Äpfeln Sorten probieren. Granny Smith, Golden Delicious, Jonagold, Braeburn und Cox Orange besitzen eine hohe Allergenität. Einheimische Sorten wie Boskop, Gravensteiner, Altländer, Gloster, Berlepsch, Goldparmäne können von einzelnen Allergikern symptomfrei verzehrt werden. Zu den gleichen Proteinfamilien wie die Apfelallergene gehören die Allergene der Kirsche. Auch die Kirsche hat hitzestabile und hitzelabile Allergene. Um die Verträglichkeit sicher zu klären, hilft ein vorsichtiges Austesten. Allergische Reaktionen gegenüber Erdbeeren treten im Vergleich zu anderen Fruchtarten der Familie Rosaceae seltener auf. Die Symptome sind je nach Obst höchst unterschiedlich, so löst die häufige Apfelallergie vergleichbar schwache Reaktionen wie Schleimhautbrennen aus. Dagegen ist bei einer Kiwiallergie sogar ein allergischer Schock möglich.

Kreuzallergien oder pollenassoziierte Allergien sind die häufigsten Nahrungsmittelallergien. Hautpverterter sind frühblühende Bäume wie Birke oder Hasel. Meist vertragen die Betroffenen leider auch keine Nüsse und Früchte der Rosengewächse wie Apfel, Kirsche oder Mandel.

Pseudoallergien lösen teilweise die gleichen Symptome wie Allergien aus, aber sie heißen „Pseudo“, weil das Immunsystem nicht beteiligt ist. Auslöser der Pseudoallergie sind hauptsächlich biogene Amine. Diese Abbaustoffe von Eiweißen kommen unter anderem in gereiftem Obst wie Bananen, Erdbeeren oder Ananas vor.
Fructose ist in allen Obstsorten in unterschiedlicher Menge vorhanden. Generell leicht heraus zu schmecken, je süßer, desto mehr Fructose. Banane hat mehr als Apfel, Nektarine wieder weniger als Birnen. Die Symptome bei einer Fructoseunverträglichkeit beschränken sich auf den Magen-Darm-Trakt, während bei allen anderen Allergien Reaktionen am ganzen Körper möglich sind.

Innere Werte im Obst
Obst besteht zwar hauptsächlich aus Wasser, aber es bietet noch mehr. Die Schale ist meist fest und hat einen hohen Anteil Ballaststoffe. Ballaststoffe sind unterschiedlich gut verdaulich und haben wichtige Aufgaben. Pektin und Cellulose aus der Schale sind unverdaulich.  Sie binden Gallensäuren im Darm, helfen so bei Reduktion des Cholesterinspiegels und sie fördern die Darmbewegung. Wichtiges Argument für Ballaststoffe ist, dass sie stark das Darmkrebsrisiko senken.
Neben Ballaststoffen sind wasserlösliche Vitamine in großen Mengen vorhanden. Je nach Obstsorte sind die Konzentrationen von Vitamin C und den B-Vitaminen geballt vorhanden. Vorteilhaft bei heimischem Obst ist, dass reifes Obst mit kurzen Transportstrecken mehr Vitamine enthält als unreif geerntetes Obst aus Übersee. Bei den Mineralien sind besonders Kalium und Magnesium erwähnenswert. Die mengenmäßig kleinsten Inhaltsstoffe, die sekundären Pflanzenstoffe, wurden erst die letzten Jahre verstärkt untersucht. Immer mehr positive Wirkungen kommen zum Vorschein und finden in Ratgeberbüchern Anklang. Das bekannte Anti-Krebs-Buch: „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ weist auf eine wichtige Wirkung hin. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) wertet regelmäßig die Studien aus und kommt zu dem Schluss, dass täglich 5 Portionen Obst und Gemüse gegessen werden sollen. In ihren Empfehlungen zur Krebsprävention sprechen Experten aus verschiedenen Ländern dem Gemüse- und Obstverzehr eine wichtige Rolle bei der Senkung des Krebsrisikos zu. Die Anhebung des Gemüse- und Obstverzehrs auf 400-800 g pro Tag wurde weltweit mit einer Senkung des Krebsaufkommens um 23 % geschätzt. Auch für andere Krankheitsbilder, kardiovaskuläre Erkrankungen, Katarakt, Typ-2-Diabetes und Blutdruck, gilt, dass deren Erkrankungsrisiko mit steigendem Gemüse- und Obstverzehr abnimmt. Am besten einheimisches reifes Obst und Gemüse und je nach Saison wechselnde Sorten. Die DGE rät Vitamine und Mineralien mit natürlichen Lebensmittel aufzunehmen. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung mit täglich 5 Portionen Obst und Gemüse sind laut DGE keine Nahrungsergänzungsmittel nötig.
Biologisch angebautes Obst hat weniger Pestizide und Schadstoffe unter der Schale, bei den Nährstoffen sind keine großen Unterschiede zu messen.

Obst oder Pille
Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln werben gerne damit, dass heutiges Obst und Gemüse weniger Vitamine und Mineralien enthält. Dem widerspricht die DGE nach Auswertung mehrere Studien. Immer häufiger sind Tabletten im Handel, die versprechen, das ganze Spektrum von Obstinhaltsstoffen inklusiv der sekundären Pflanzenstoffe zu besitzen. Auch diese Nahrungsergänzungsmittel finden keine Unterstützung bei Deutschlands obersten Organ für Ernährungsempfehlungen, der DGE. Erschwerend für die positive Bewertung von Nahrungsergänzungsmitteln ist, dass die Hersteller von solchen als Nahrungsergänzungsmittel angebotenen Gemüse- und Obstprodukten keine Angaben dazu machen, welche sekundären Pflanzenstoffen und wie viel davon in den Produkten vorliegt. Generell können nicht alle sekundären Pflanzenstoffe aus Obst und Gemüsepflanzen gleichzeitig gewonnen werden, da wasserlösliche Stoffe andere Verfahren benötigen als z. B. fettlösliche Stoffe. Die Aussage, ein entsprechendes Produkt sei „Obst- und Gemüsesaft in getrockneter Form“ und enthalte alles, was in vollreifem Obst und Gemüse enthalten ist, ist nicht durch wissenschaftliche Daten belegt. Für Apfelsaft ist z. B. bekannt, dass über 80 % der sekundären Pflanzenstoffe, Flavonoide, beim Pressvorgang im Apfeltrester verbleiben und nur ca. 20 % in den Saft übergehen. Ein Vergleich der Inhaltsstoffe der Nahrungsergänzungsmittel auf Gemüse- und Obstbasis mit kommerziell erhältlichen Gemüse- und Obstsäften ist nicht korrekt. Nur wenn bekannt ist, wie hoch die Bioverfügbarkeit sekundärer Pflanzenstoffe aus den Gemüse- und Obstprodukten für den Menschen ist, kann die ernährungsphysiologische Qualität dieser Nahrungsergänzungsmittel bewertet werden. Bisher liegen nur zu wenigen Produkten Informationen zur Bioverfügbarkeit der vorhandenen sekundären Pflanzenstoffe vor. Fazit: Bei Nahrungsergänzungsmitteln auf der Basis von Gemüse- und Obstextrakten fehlen gegenwärtig in der Regel ausreichende wissenschaftliche Beweise für die behaupteten gesundheitlichen Wirkungen. Die Übertragung wissenschaftlicher Befunde aus Studien, die direkt die Wirkung von Obst und/oder Gemüse untersucht haben, auf Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht zulässig. Industriell hergestellte Gemüse- und Obstprodukte, die mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind, sind in ihrer Wirkung grundsätzlich nicht vergleichbar mit der Wirkung von natürlichem Gemüse und Obst. (Quelle www.DGE.de)

Obst in der Küche

Für gesunde Menschen gelten die Empfehlungen

· Insgesamt 5 Portionen (ca. 400-800 g) Obst und Gemüse am Tag essen.
· Möglichst einheimisches saisonales Obst nehmen, nur im gereiften und frisch geernteten Obst sind alle wertvollen Inhaltsstoffe in größtmöglicher Menge enthalten.
· Vermeiden Sie lange Lagerungen zu Hause. Viele Obst- und Gemüsesorten werden falsch gelagert und verlieren so viele Vitamine. Vitamine sind oft temperatur- und lichtempfindlich. Außerdem geht bei falscher Lagerung das Fruchtfleisch kaputt, die Frucht wird unansehnlich und ungenießbar. Meist ist es angebracht Obst kühl und dunkel zu lagern, aber nicht jedes Obst verträgt den Kühlschrank. Bei einer Banane im Kühlschrank wird beispielsweise die Zellatmung der Frucht gestört. Das führt zu chemischen Prozessen, die das Gewebe zerstören, denn Bananen sind wie viele andere Südfrüchte nicht an kalte Temperaturen gewöhnt.
· Gut für den Kühlschrank sind: Äpfel, Aprikosen, Birnen, Erdbeeren, Feigen, Kirschen, Nektarinen, Pflaumen, Pfirsiche, Tafeltrauben.
· Exotisches Obst gehört nicht in den Kühlschrank: Ananas, Avocados, Bananen, Granatapfel, Mangos, Papayas, Zitrusfrüchte, Melonen
· Verzehren Sie Gemüse und Obst oft als Rohkost. Da Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe meist hitzeempfindlich sind und im Apfelkompott deshalb weniger Vitamin C ist. Wenn Sie Obst garen, dann mit wenig Wasser oder im Dampf.

Zusätzlich gilt für Allergiker:
· Nicht nur Vitamine sind hitzempfindlich, sondern auch Allergene. Bei den meisten Obstsorten lassen sich die Allergene durch Erhitzen, Tiefkühlen oder Reiben unschädlich machen. Wenn Sie Obst erhitzen, achten Sie darauf, dass es mindestens 3 Minuten lang kocht. Meistens sind Obstmus, Marmelade, eingekochte Früchte und Obstkuchen, bei dem die Früchte mitgebacken wurden, verträglich.

Weitere Informationen
www.dge.de
www.alles-zur-allergologie.de
Bayerischer Rundfunk: www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/gesundheit/gesundheit-ernaehrung-lagerung-vitamine-ID1200997559237.xml


Autorin: www.susanne-miesera.de

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren!

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige
hautsache.de Newsletter

Abonnieren Sie unseren
hautsache.de Newsletter!

Immer aktuelle News zu Ihrem Hautthema.
Monatlich direkt in Ihr E-Mail-Postfach!

Jetzt anmelden

Anzeige

Anzeige
powered by webEdition CMS