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28.10.2017

Ernährung. Allergievermeidung

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Fotolia st-fotografIgE- vermittelte Nahrungsmittelallergien sind die häufigsten Auslöser für Ekzeme, Urtikaria und Exantheme sowie vieler anderer Reaktionsarten. Je nach Alter variieren die Auslöser, meist sind es Kuhmilch, Hühnerei, Sellerie, Soja, Erdnuss und Baumnüsse, Weizen. Betroffen sind einer bevölkerungsbezogenen Studie nach 1-8 % (vornehmlich Milch und Ei). Das Gros der nicht IgE-vermittelten Reaktionen ist pollenassoziiert, d.h. Ursache ist eine Pollenallergie und die Reaktionen beruhen auf einer Kreuzallergie.

Die häufigsten Auslöser bei Nahrungsmittelbestandteilen sind Nickel und die Koppelungsallergene Kobalt und Chrom. Typisch sind (nicht nur berufsbedingte) Handekzeme, „trockene“ Ekzeme mit z.T. Nagelbildveränderungen, schuppige Haut um die Augen, Nacken, aber auch großflächige Ekzeme. Vor allem die orale Nickelaufnahme gewinnt an Bedeutung, da durch die als „gesund“ propagierte Ernährungsweise, aber auch regionale Belastungen wie Bodenbeschaffenheit, Düngung etc. enorme Mengen an dem Spurenelement und Schwermetall Nickel aufgenommen werden. Besonders nickelreich sind z.B. Nüsse, Erdnüsse, Hülsenfrüchte, Kakao. Kobalt findet sich auch z.B. in Lebensmitteln wie Erdnüsse, schwarzer Tee, Eigelb, Innereien, Trockenhefe und Vitaminprodukten sowie damit angereicherten Medikamenten. Bei im Ausland hergestellten Bieren wird Kobalt immer noch als Stabilisator verwendet. Chrom wird u.a. zu lebensmittelchemischen Untersuchungen verwendet.

Eine gestörte Hautfunktion kann zu einer Kontaktallergie auf Gewürze und damit zu chronischen Ekzemen führen, z.B. durch Anis, Arnika, Dill, Mohrrübe, Petersilie, Pfefferminz oder Rosmarin. Aber auch Aloe, Ringelblume, Mistel oder Echinacea in Kräuter- und Gesundheitstees können ekzemauslösend sein.

Rosacea („Rosenblüte“) ist eine erblich bedingte, nicht ansteckende Hauterkrankung. Schon bei geringen Reizen wird die Haut stärker durchblutet und rötet sich, das Gesicht „blüht“ auf. Patienten leiden auch häufig an Entzündungen der Augenlidränder, Bindehaut und Hornhaut. Betroffen sind wie bei der Nickel- bzw. Kobaltallergie vor allem Frauen. Durch die gestörte Hautbarriere kann leicht eine Kontaktallergie entstehen. Studien konnten u.a. Sensibilisierungen zu Nickel II-Sulfat nachweisen. Auch kann eine schwere Kontaktdermatitis im Gesicht die Entstehung der Rosacea fördern. Bei den Nahrungsmitteln lösen vor allem scharfe Gewürze und Gerichte, heiße Getränke und Alkohol Gesichtsrötungen aus.

Eine Sonderform der Zöliakie (glutensensitive Entheropathie) stellt die Dermatitis herpetiformis Duhring, auch Morbus Duhring genannt, dar. Diese spezielle Hauterkrankung spricht, neben anderen notwendigen therapeutischen Maßnahmen, in der Regel gut auf eine glutenfreie Ernährung an. Sie ist erkennbar an dem blasigen, juckenden und narbenbildenden Ausschlag an Armen und Beinen, oberem Rücken oder Bauch. Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Man vermutet, dass sich Komplexe aus Antikörpern und Glutenbestandteilen in der Haut ablagern und dort eine Ablösung der obersten Hautschichten auslösen. Die Erkrankung kann auch ohne sonstige Symptome auftreten, sie zeigt sich auch oft als Osteoporose, Gelenk- oder Menstruationsbeschwerden.

Die Weizensensitivität (Non-Coeliac Gluten Sensitivity „NCGS) ist keine Allergie oder Form der Zöliakie, sie kann aber auch Stresssymptome über die Haut auslösen. Die Diagnose wird über ein Ausschlussverfahren gestellt. Bei NCGS müssen nur die Weizeneiweiße, genannt Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) gemieden werden, alle anderen Getreide sind weiterhin verträglich. Eine Reduzierung über 90 % des bisherigen Weizenmehlverzehrs reicht aus, die Beschwerden zu lindern. Dinkel enthält neben anderen Getreiden im Übrigen deutlich weniger ATI und ist deshalb besser verträglich.

Die Urtikaria (Nesselsucht) ist eine häufige Hauterkrankung mit unterschiedlicher Intensität, Erscheinungsformen und Dauer der auftretenden Quaddeln. Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben daran zu erkranken, liegt bei 20 %. Pseudoallergische bzw. intolerante Reaktionen auf Lebensmittel lösen z.B. eine cholinergische Urtikaria aus, Zusatz- oder andere natürliche Lebensmittelinhaltsstoffe können eine spontane Urtikaria auslösen. Die häufigsten Auslöser für die chronische Form sind im Nahrungsmittelbereich Nickel und Histamin.

Eine palmoplantare Psoriasis in Form von Bläschen- und Ekzembildung an Händen und Füßen kann mit einer Kontaktallergie verwechselt werden. Ein Allergietest auf mögliche Allergene und eventueller Abgrenzung davon ist daher sinnvoll. Im Übrigen können u.a. einige Gewürze, stark nickelhaltige Lebensmittel, fette Käsesorten oder stark säurehaltige Getränke bei Psoriasis symptomauslösend sein.


Die jeweilige Diagnosestellung geschieht durch Allergietests (Anamnese, Haut- und Bluttest, Provokation), diagnostische Diäten (zeitlich begrenzte Karenz mit ausgewählten Lebensmitteln) oder H2-Atemtest. Ansprechpartner ist in allen Fällen der Facharzt/Allergologe.

Entsprechend dem Ergebnis der Diagnoseverfahren ist bei Allergien eine vollständige Karenz des Allergens notwendig, je nach Art des Allergens von einigen Monaten bis dauerhaft. Im Falle der Pseudoallergien und Intoleranzen reicht ein Meiden des Auslösers innerhalb der individuellen Schwellengrade der Verträglichkeit.

Autorin: Roswitha Stracke
www.allergieberatung-stracke.de
Roswitha Stracke veröffentlicht Ihre Lesertipps regelmäig im Mitgliedermagazin hautfreund vom Deutschen Neurodermitis Bund e.V. www.neurodermitis-bund.de

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