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05.01.2015

Die Milch macht‘s?

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Milch gilt als gesundes Nahrungsmittel. Aktuelle wissenschaftliche Forschungen weisen aber darauf hin, dass der Konsum von Kuhmilch die Entstehung von Akne, Allergien und anderen Zivilisationskrankheiten begu?nstigt.
„Milch ist kein gewöhnliches Nahrungsmittel, sondern ein biologisches Signalsystem zwischen Mutter und Säugling“, so die Auffassung von Prof. Bodo Melnik, Hautarzt in Gu?tersloh und Lehrbeauftragter an der Universität Osnabru?ck.
Die Monate nach der Geburt sind ein wichtiges Zeitfenster, in dem Signale der Nahrung den Stoffwechsel und das Immunsystem des Säuglings nachhaltig prägen. Wesentliche Aufgabe der Muttermilch ist es, das Wachstum des Säuglings angemessen zu fördern. In Milch enthaltene essentielle Aminosäuren stimulieren die Produktion des Wachstumshormons IGF-1 in der Leber sowie von Insulin in der Bauchspeicheldru?se des Milchempfängers.

Beide Wachstumshormone aktivieren das Enzym mTORC1. „Dieser erst vor wenigen Jahren entdeckte Enzymkomplex ist der zentrale Schalter jeder Zelle, u?ber den das Zellwachstum, die Protein- und Lipidbiosynthese reguliert wird“, erklärt Professor Melnik. Muttermilch sorgt fu?r eine artgerechte kontrollierte mTORC1-Aktivierung. Ku?nstliche Säuglingsnahrung mit erhöhter unkontrollierter Zufuhr von Kuhmilcheiweiß fu?hre dagegen zu einem beschleunigten Wachstum, aber auch zu einer vermehrten Bildung von Fettgewebe und erhöhe somit das Risiko fu?r Übergewicht, warnt Professor Melnik.

Neuere Forschungen weisen zudem darauf hin, dass eine u?berhöhte Eiweißzufuhr die Entwicklung des kindlichen Immunsystems negativ beeinflusst.
Eine vermehrte Aktivität von mTORC1 hemmt die Reifung wichtiger regulatorischer T-Zellen und erhöht somit die Neigung zu allergischen Reaktionen.
„Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Signalfunktion der Milch können erklären, warum Stillen im Gegensatz zu ku?nstlicher Säuglingsnahrung vor  der Entwicklung von Übergewicht und Allergien schu?tzt“, so Professor Melnik.

Muttermilch trägt während der zeitlich begrenzten Stillzeit zu einer optimalen Entwicklung des Säuglings bei. Wird dagegen dauerhaft u?berm..ig Kuhmilcheiweiß konsumiert, birgt dies die Gefahr einer anhaltenden Überaktivierung von mTORC1 und in der Folge von u?berm..igem Wachstum und u?bersteigerter Differenzierung von Fettzellen. „Dieser Mechanismus spielt daher eine Schlu?sselrolle bei der Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes“, betont Melnik.

Internationale Studien bestätigen, dass Milchkonsum Diabetes begu?nstigt. Daru?ber hinaus werden durch die Überaktivierung des mTORC1-Signalwegs Krebszellen zu vermehrtem Wachstum angeregt. Wie Studienergebnisse zeigen, erhöht täglicher Milchkonsum beispielsweise das Risiko fu?r Prostatakrebs.
Bei Jugendlichen konnte auch ein Zusammenhang zwischen der Menge des Milchkonsums und dem Schweregrad einer Akne aufzeigt werden.

„Milch macht nicht nur – wie ein Werbeslogan verspricht - mu?de Männer munter, sondern auch die Talgdru?sen“, veranschaulicht Professor Melnik: Hauptsächlich verantwortlich fu?r die Akne ist das Pubertätshormon IGF-1, das bei Milchkonsumenten noch um 20 Prozent erhöht ist. „IGF-1 aktiviert die Synthese von Androgenen und schärft die Aktivität des Androgenrezeptors“, erklärt Professor Melnik. IGF-1 und Androgene stimulieren dann die Lipidproduktion der Talgdru?sen, sichtbar an verstärkter Seborrhoe mit der typisch fettglänzenden Haut. Die Überaktivität von IGF-1 fördert auch die Androgen-vermittelte Bildung von Komedonen (Mitessern). Vermehrte Talgproduktion und Komedonenbildung begu?nstigen zudem das Wachstum von Bakterien und in der Folge die Entwicklung entzu?ndlicher Papeln und Pusteln.

Nicht nur IGF-1, sondern auch sein Schwesterhormon Insulin stimuliert die Talgdru?se. Dies erklärt, warum neben Kuhmilch auch hyperglykämische Kohlenhydrate, die in Zucker, Softdrinks, Su?.waren und Weißmehlprodukten enthalten sind, Akne fördern. Auch gesättigte Fette, vor allem die im Milchfett vermehrt vorkommende gesättigte Palmitinsäure, sowie schädliche Transfette in Fast Food, Pommes frites oder Chips erhöhen vermutlich mTORC1 und verstärken ebenfalls Akne. „Die Akne kann somit als sichtbare Indikatorerkrankung westlicher Fehlernährung gedeutet werden“, so Prof.
Melnik.

„Akne sollte nicht nur medikamentös, sondern auch diätetisch therapiert werden“, betont der Hautarzt und rät seinen Patienten, ergänzend zur dermatologischen Behandlung auf Kuhmilch und Kuhmilchprodukte zu verzichten. Sie sollten Nahrungsmittel mit niedrigem glykämischen Index wie Salat und Gemu?se bevorzugen. Die Effekte diätetischer Maßnahmen zeigen sich nach etwa acht bis zwölf Wochen und erfordern daher etwas Geduld.

Gu?nstig ist auch der Verzehr von Seefischen und Lachs. Omega-3-Fettsäuren und Ölsäure sowie die beispielsweise im gru?nen Tee enthaltenen pflanzlichen Polyphenole hemmen die Aktivität von mTORC1.

„Stillen beim Säugling und eine gesunde Ernährung fu?r Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist fu?r jeden empfehlenswert, um der Epidemie unserer Zivilisationskrankheiten entgegenzutreten“, so der Gu?tersloher Dermatologe.


Recherchetipp
Milch und mehr
Melnik B, Zouboulis C: Potential
role of FoxO1 and mTORC1 in the
pathogenesis of Western diet-induced
acne. Exp Dermatol 2013;
22:311–315.

Melnik BC, John SM, Plewig G.
Acne: risk indicator for increased body mass index and insulin resistance.
Acta Derm Venereol.
2013; 93:644-9.

Melnik B: The potential mechanistic
link between allergy and obesity
development and infant formula
feeding. Allergy Asthma Clin
Immunol 2014; 10:37

Quelle: Berufsverband der Deutschen Dermatologen www.uptoderm.de
hautinform 11-2014

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