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29.09.2009

Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Nahrungsmittelallergien

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Das Herausfinden der individuellen Auslöser von Unverträglichkeiten gleicht einer Detektivarbeit.  Auf der Suche nach Experten und Therapeuten tauchen viele Fachbegriffe auf. Hier geben wir weitere Übersetzungshilfen für Fachbegriffe aus der Diagnostik.







Bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten führt der Therapeut Untersuchungen durch. Dies wird als Diagnostik bezeichnet. Je nach Spezialisierung des Fachmanns/Fachfrau kann das Untersuchungsmaterial Haut, Blut, Atem oder Zellmaterial sein. Die Diagnostik ermöglicht im Idealfall das Auffinden der Ursache, damit bekommen die Symptome einen Krankheitsnamen wie Milchintoleranz oder Erdbeerallergie. Je genauer die Ursache oder der Auslöser bei der Diagnostik herausgefunden wird, desto individueller und vielversprechender kann die Therapie sein. Der Betroffene selbst kann zusätzlich durch gezieltes Beobachten bei der Diagnostik mit helfen.

Diagnostik
Eine Vielzahl von Symptomen erfordert ein genaues Untersuchen. Neben äußeren Symptomen wie Hautschwellungen, Jucken, Entzündungen, gehören innere Symptome wie Asthma, Koliken, Erbrechen, Durchfall, Blutdruckveränderungen bis zum Schock zum Symptomrepertoire der Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Entsprechend komplex und differenziert müssen Therapeut und Betroffene an die Detektivarbeit der Diagnostik herangehen.



Am Anfang aller Diagnostik steht das subjektiv empfundene Symptom. Jeder Neurodermitiker weiß, dass nicht jedes Hautjucken mit Nahrungsmitteln zu tun hat. Bei Schnupfen, Blutdruckabfall und Atemnot denken viele aber - leider- erst zuletzt an Nahrungsmittel. Die erste wichtige Diagnostik ist die Selbstbeobachtung.

Selbstbeobachtung – Jeder ist sein eigener Fachmann/Fachfrau.
Wann treten die Symptome auf: Tageszeiten, Jahreszeiten..?
Welche Handlungen/Ereignisse waren vorher: Stress, neue Creme..?
Was habe ich gegessen: Lebensmittel, Verarbeitung..?
Wie erlebe ich die Symptome: Jucken, brennen, kalt….?
Wie treten die Symptome auf und wie lange halten die Symptome an: in Schüben, chronisch wiederkehrend…?

Mit einem Symptomtagebuch sollte dann ein Therapeut aufgesucht werden. Der beginnt nach einem Raster zu arbeiten.

Anamnese
Die geübte Anamnese ersetzt oft teilweise unnötige und teuere Gerätemedizin. Erfahrene Therapeuten erkennen mit dem Symptomtagebuch und gezielten Fragen wichtige Zusammenhänge. Allergologische Kenntnisse machen den guten Therapeuten aus.


Hautdiagnostik
Hauttests dienen einem ersten Überblick. Nach Erfahrung oder Vermutung des Therapeuten fängt er an die Auslöser zu suchen. Bei Hauttests setzt er die Haut des Betroffenen möglichen Auslösersubstanzen aus. Gemeinsam ist den Hauttests, dass bei allergischen Reaktionen sichtbare Rötungen und Quaddeln entstehen, meist zusammen mit Juckreiz. Durch die genaue Zuordnung des Allergens kann so auf den Auslöser geschlossen werden. Mit verschiedenen Methoden werden die Hauptallergene wie Pollen, Tierhaare oder Schimmelpilze rausgefiltert. Immer genauere Testsubstanzen können die einzelnen Allergene benennen. Zeigen sich Sofortreaktionen werden meist noch ergänzende Bluttests durchgeführt.



Pricktest ist der bekannteste und bewährteste Test. Mit fertigen Allergenkonzentrationen oder Nahrungsmittellösungen wird die Haut provoziert. Die Lösungen werden auf den Unterarm aufgetropft und mit einem Stich wird die Haut verletzt, sodass die Lösung in die Haut dringt. Als Vergleichssubstanzen werden Histamin, ein allgemeiner Allergieauslöser, und Kochsalz, das keine allergische Reaktion auslöst, aufgetragen. Nach spätestens 30 Minuten haben sich bei Allergenen Schwellungen gebildet. Die Zuordnung zu den Substanzen lässt die Allergene sichtbar werden.

Scratchtest oder „Ritztest“ ähnelt stark dem Pricktest. Die einzelnen Allergene werden als Lösung in die Haut gebracht. Entweder werden Standards oder auch Originalsubstanzlösungen verwendet. Die Haut wird mit einem kleinen Einschnitt verletzt und dann wird die Testsubstanz darauf getröpfelt. So dringt die Lösung tiefer bis zu den Blutgefäßen ein. Histamin und Kochsalz dient wieder dem Vergleich. Nachteilig ist, das die Hautregionen auch ohne allergische Reaktion jucken. Er ist für sehr empfindliche Personen und Kleinkinder weniger geeignet.

Der Intrakutantest geht noch tiefer. Mit einer Spritze wird die Testlösung hauptsächlich in die Rückenhaut eingespritzt, dabei bilden sich Bläschen. Das Spritzen ist mit Schmerzen verbunden. Eine allergische Reaktion findet in der Haut statt. Er eignet sich für alle Hauptallergene wie Hausstaub, Pollen und Sporen. Die Ergebnisse sind sehr zuverlässig, allerdings ist er auch gefährlich. Bei empfindlichen Menschen können unerwartete Reaktionen auftreten. Nach spätestens 30 Minuten zeigen sich Quaddeln und Rötungen. Mögliche Spätreaktionen können auch noch nach 1-2 Tagen beobachtet werden. Neben Hautreaktionen, wie Schwellungen und Jucken, können auch Schleimhaut- und Kreislaufreaktionen auftreten. Beim Test und danach muss ein Arzt oder Fachpersonal anwesend sein.

Beim Epikutantest, auch Hauttest, genannt findet die Diagnostik nur auf der Haut statt. Kontaktallergien wie Nickel, Kosmetikstoffe wie Duftstoffe können so rausgefiltert werden. Es ist ein relativ schmerzfreier Test, da nur Pflaster mit Testlösungen auf die Haut geklebt werden. Nach 24, 48 und 78 Stunden wird die Haut kontrolliert. Juckreiz, Brennen oder Rötungen zeigen positive Reaktionen. Diesen Test können Betroffene mit neuen Kosmetik selbst durchführen. An einer gut sichtbaren Stelle z. B. Unterarm etwas Creme auftragen mit einem Pflaster schützen und die Haut beobachten. Besonders Neurodermitiker können so verträgliche Kosmetik rausfinden. Ist bei Nahrungsmittelallergien nicht gebräuchlich. Die Deutung ist manchmal schwierig, das keine Rötungen nicht unbedingt ein Negativtest für Allergien sind. In Zweifelsfällen ist ergänzend eine weitere Diagnostik durchzuführen. Wichtig ist, das die Testsubstanz ohne Wasserkontakt 3 Tage auf der Haut bleibt. Antihistaminika und Duschgels, Parfum verändern die Ergebnisse und sollten nach Möglichkeit werden der Testdurchführung vermieden werden.

Patchtest ist ein Provokationstest besonders bei Neurodermitis. Im Gegensatz zum Pricktest dient der Patchtest zum Rausfinden von Spätallergien. Die Testlösungen werden auf ein Pflaster aufgetragen. Die Pflaster verbleiben meist 2 Tage auf dem Rücken der Betroffenen. Nach weitern 24 -48 Stunden werden die Stellen kontrolliert. Wie beim Pricktest gibt es die Vergleichspflaster mit Histamin und Kochsalz. Bei positiven Reaktionen sind auch Quaddeln und Bläschen zu sehen. Da die Haut nicht verletzt wird, ist der Test auch für sehr empfindliche Haut wie bei Säuglingen möglich. Cremes, Duschgel oder Medikamente verändern die Ergebnisse

Reibetest wird bei starken körperlichen Sofortreaktionen eingesetzt. Beim Reibetest werden keine Lösungen verwendet, sondern die Original-Herkunftssubstanz. Das können Lebensmittel, Tierhaare oder Metalle sein. Ähnlich wie beim Pricktest wird der empfindliche Unterarm benutzt. Das mögliche Allergen, z. B. die Kiwi wird direkt auf die Haut gerieben, ohne dabei die Oberfläche zu verletzen. Bereits nach wenigen Minuten treten bei positiven Tests die ersten Schwellungen auf. Haupteinsatzgebiet sind Typ I Allergien, allerdings ist er umstritten, da der Test nur bei starken Allergien Hautreaktionen Wirkung zeigt und die Herkunftssubstanzen nicht standardisiert sind. Es kann z. B. zu anderen Ergebnissen kommen je nach Apfelsorte und Oberflächenbehandlung wie Wachs auf der Apfelschale. Selbst bei positiven Ergebnissen raten Ärzte zu ergänzenden Blutuntersuchungen.

Blutdiagnostik
Immunologische Mechanismen liegen Allergien zugrunde. Zum Immunsystem gehören die Antikörper im Blut. Antikörper sind die natürliche Reaktion des Körpers auf Fremdstoffe (Allergene). Bei Allergikern kommt es zu überschießenden Reaktionen gegen „ungefährliche“ Fremdstoffe wie Erdbeeren. Genauer gesagt sind es die Glykoproteine in den Erdbeeren oder Soja oder Fisch…, die mit den Antikörpern des menschlichen Blutes reagieren. Atopiker haben eine höhere Grundsensibilisierung meist schon auf Pollen, bedingt durch die botanische Verwandtschaft treten so bei Neurodermitikern auch überproportional Nahrungsmittelallergien gegen Pflanzen auf. Häufige Kreuzallergien finden sich in der Tabelle Heft 3/2009. Die Abwehrstoffe im Körper, die Antikörper sind im Blut nachweisbar. Nach der Einteilung von Allergien in 4 Typen, spricht man meist bei Nahrungsmittelallergien von Typ I. Dies heißt Symptome treten sehr schnell auf (innerhalb von 30 Minuten) und im Blut sind Antikörper Ig E (Immunglobuline E) nachweisbar.   Seltener Allergien Typ II bis IV sind mit anderen Ig nachzuweisen. Dazu zählen Ig G,M, A.  Die Symptome dieser Allergietypen zeigen sich erst zeitversetzt Tage oder Stunden später.

Problematisch sind alleinige Gesamt - Ig E Test. Dabei können nur allgemein erhöhte Werte ermittelt werden, eine Deutung oder Rückschluss auf Einzelallergene ist nicht möglich. Aus Kostengründen werden gerne nur Gesamt- Ig E Test durchgeführt mit wenig Aussagekraft für die Betroffenen. 

Der RAST Test (Radio-Allergo-Sorbens-Test) dient dem Nachweis von Ig E.  Nur die teuren spezifischen  Ig E Bestimmungen haben Aussagekraft. Im Labor werden potenzielle Allergene  mit dem Blut des Patienten in Verbindung gebracht, sind Antikörper im Blut, binden sich diese daran und die Bindung kann über radioaktiv markierte Anti Ig E nachgewiesen werden. Vorteilhaft am Bluttest ist, dass die empfindliche Haut nicht noch zusätzlich gereizt wird und für fast alle gängigen Allergene Tests bereit stehen. Nachteilig ist, dass nicht alle eingesetzten Testallergene gleich sensitiv sind. Der RAST sollte als Testergänzung genutzt werden, um positive Hauttest zu bestätigen.
Elisa Test (Enzyme Linked Immuno Sorbent Assay ) wird nicht nur bei Allergien eingesetzt. Es ist ein enzymvermittelter Test, der Antikörperbestimmungen im Blut ermöglicht.
CAST-Elisa Test ermittelt die in-vitro (im Reagenzglas) Histaminfreisetzung.  Es können sowohl Ig E Allergien als auch Pseudoallergien herausgefunden werden. Er verspricht aussagekräftige Testergebnisse, wird allerdings noch nicht häufig angewendet.

Schwierig ist Blutdiagnostik bei Allergien des Types Spätreaktion. Erhöhte Ig G sind auch bei Gesunden häufig. So bleibt die Aussagekraft dieser Tests umstritten.

Enzymnachweis: Bei angeborenem Enzymmangel fehlen Enzyme, um z. B. Zucker  richtig zu verstoffwechseln. Enzyme und deren Aktivität sind im Blut nachweisbar. Eine schwerwiegende Erkrankung ist die Galaktoseämie. Es fehlt das Enzym, um den Einfachzucker Galactose in Glucose umzuwandeln. Galactose ist Bestandteil des Milchzuckers, so zeigen schon gestillte Kinder ganz früh Symptome. Bei dieser Erkrankung treten kein Hautsymptome auf, sondern Blutstörungen und Katarakt des Auges.

Atemdiagnostik
Bei der Milchzuckerunverträglichkeit – Lactoseintoleranz wird der Atemgastest durchgeführt.  Dieser Milchzuckerbelastungstest wird mit 50 g reinem Milchzucker durchgeführt. Wenn das Enzym Lactase fehlt, zersetzen die Bakterien im Darm die Lactose, dabei entsteht Wasserstoff. Der Wasserstoff wird über die Lungen abgeatmet. Ein Anstieg des Wasserstoffs im Atem deutet auf einen Enzymmangel hin. Je höher der Anstieg, desto gesicherter ist der Lactasemangel.



Weitere Diagnostik

Mit überwachten Provokationen lassen sich unverträgliche Nahrungsmittel deutlich erkennen. Die Aussagekraft von Provokationen bezieht sich jedoch nur auf die Symptome, der dahinterliegende Mechanismus kann unterschiedlich sein. So äußern sich Pseudoallergien und immunologische Allergien im Provokationstest mit den gleichen Symptomen.  Der Test ist eine nachgestellte Situation aus dem Lebensalltag der Betroffenen. Aufgrund des Risikos starker Reaktionen darf der Test nur unter Aufsicht durchgeführt werden. Im Vorfeld muss eine gründliche Anamnese das Gefährdungspotenzial klären. Provoziert werden können alle Schleimhäute, Nasenschleimhaut mit Pollen oder Augenbindehaut mit speziellen Lösungen. Ebenso die Mundschleimhaut mit bestimmten Lebensmitteln. Bei diesem oralen Provokationstest kommt es innerhalb weniger Minuten zu Symptomen. Die Symptome können je nach Sensibilität an allen Körperorganen auftreten. Es sind Juckreiz, Hautschwellungen ebenso möglich wie Durchfall und Asthma. Bei Neurodermitikern ist der auftretende Juckreiz das Hauptsymptom. Es kann allerdings auch zu zeitversetzten Neurodermitisschüben innerhalb von 24 Stunden kommen. Deshalb ist hierbei auch an die mittelfristig Betreuung zu denken.  Bei  Kindern ist eine vorherige Risikoabwägung besonders gründlich zu führen. Für Säuglinge ist das Verfahren ungeeignet.
In Kliniken wird die stufenweise Provokation mit Lebensmitteln durchgeführt, um Veränderungen der Symptome während einer Therapie zu ermitteln oder um eine längerfristig mögliche Diät zusammenzustellen.

Autorin
Dipl. oec. troph. Susanne Miesera

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