Heiße Sommertemperaturen - Schwerstarbeit für unsere Venen

12.07.2012Endlich ist er da, der lange ersehnte Sommer. Das Thermometer klettert hoch und Groß und Klein freuen sich über jeden Sonnenstrahl, der die Haut trifft. Doch nicht immer trägt der Sommer zur Erholung des Körpers bei. Für das Venensystem bedeutet er Stress. Gerade bei heißen Temperaturen muss es auf Hochtouren laufen und trotzdem gute Dienste leisten.

Vor allem im mittleren Lebensabschnitt wird eine Veränderung im Venensystem beobachtet. Ursachen können bei Frauen gestörte Hormonlagen, Schwangerschaft oder Wechseljahre sein. Männer und Frauen mit Übergewicht und Bewegungsmangel sind gefährdet Venenerkrankungen schneller zu bekommen. Alle genannten Ursachen belasten das Venensystem, lassen es erschlaffen oder sogar ernsthaft erkranken. Frauen trifft es häufiger als Männer. Verkäuferinnen und Service in der Gastronomie sind eher Frauenberufe. Insgesamt begünstigen alle stehende Berufe eine Erkrankung des Venensystems mehr als eine überwiegend sitzende Tätigkeit.

Bei der Blutversorgung wird zwischen Arterien und Venen unterschieden. Die Anzahl der Venen im Körper ist größer als die der Arterien. Der große Unterschied liegt in der Beschaffenheit der Gefäßwände. Sind bei Arterien muskuläre Bestandteile, so bestehen die Venen hautsächlich aus Bindegewebe. Bindegewebe allerdings kann erschlaffen und brüchig werden. Daraus ergibt sich schließlich eine Vielzahl von Erkrankungen des Venensystems.

Die Hauptaufgabe der Venen ist es, das Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Dabei leisten sie Schwerstarbeit, weil sie gegen die Schwerkraft antreten. Sie müssen das Blut nach oben pumpen. Dabei werden die Venen von den Venenklappen unterstützt. Sie helfen, dass das Blut nicht wieder zurückfließt. Ähnlich einer Schranke im Venensystem. Mithilfe der Muskeltätigkeit sind die Venenklappen wie ein Lift für das Blut. Versagen nun die Venenklappen und sind nicht mehr dicht, fließt das Blut rückwärts in die tieferen Venen. Diese erweitern sich und werden als unschöne Krampfadern sichtbar. Dabei sind sie nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie führen zu Schmerzen, Schwellungen und Spannungsgefühlen in den Beinen oder zu Wadenkrämpfen. Daher auch der Name „Krampfader“.

Kleine Erweiterungen werden Besenreiser genannt und manifestieren sich gerne im Knöchelbereich des Fußes. Besenreiser zeigen bereits ein Venenleiden an. Jetzt ist es spätestens an der Zeit einen Ausgleich zu schaffen. Vorbeugend sollte mindestens 20 Minuten täglich gegangen werden, Treppen sollten genutzt werden. Fußgymnastik alleine oder in Gruppe macht Spaß und hilft die Venen zu untersützen. Das Morgenprogramm am besten mit Wechselduschen und regelmäßiger Anwendung venenstärkender Cremes beginnen.

Richtig unangenehm wird es, wenn aus dem brüchig gewordenem Gefäßsystem Flüssigkeit austritt und ins umliegende Gewebe gelangt, so handelt es sich meist um Ödeme. Drückt man mit dem Daumen in das geschwollene Gewebe und es verbleibt für eine längere Zeit eine Delle, so kann von einer Gefäßerkrankung ausgegangen werden. Ein Arztbesuch ist unerlässlich. Selbstdiagnosen können sehr gefährlich werden, da nicht auszuschließen ist, dass es sich um eine ernsthafte Krankheit handelt.

Ähnlich bedenklich sind Venenentzündungen oder Venenthrombosen. Sie machen sich in den meisten Fällen durch ein Hitzegefühl und eine Schwellung bemerkbar. Aber auch hier kann nur ein Arzt Auskunft geben. Diese Symptome dürfen keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Löst sich ein Blutpfropf (Thrombus) von der Gefäßwand und geht in die Blutbahn, so wandert er weiter, bis er Lunge oder Herz erreicht und hier Gefäße verstopfen kann. Eine meist tödlich verlaufende Embolie ist entstanden.

Daher ist es ein Muss, gerade im Sommer mehr auf das Venensystem zu achten. Neben dem empfohlenen Bewegungen und der Wechseldusche können Naturheilmittel unterstützen. Hilfreich können Schüßler-Salze sein, besonders Calcium fluoratum. Schüßler-Salz Nr. 1 unterstützt die Venen indem es die Festigkeit des Bindegewebes erhöht. Fragen Sie Ihren Heilpraktiker oder Arzt nach medikamentöser Empfehlung.

Gönnen Sie sich öfter Kneipp-Güsse, Schwimmbadbesuche und Hydrotherapie. So bleibt das Venensystem fit und der Sommer kann kommen.

Fachliche Beratung Carmen Schardig, Fachkosmetikerin




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