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08.04.2024

Ultra Fast Fashion: Untragbar

Ein neuer Gesetzesentwurf in Frankreich soll mit Aufpreisen und Werbeverboten sogenannte Fast-Fashion-Konzerne regulieren. „Völlig zu Recht“, sagen Kerstin Scheidecker und Katja Tölle, die Autorinnen des ÖKO-TEST-Buchs „Gibt’s das auch in Grün?“.

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Ein neuer Gesetzesentwurf in Frankreich soll mit Aufpreisen und Werbeverboten sogenannte Fast-Fashion-Konzerne regulieren. „Völlig zu Recht“, sagen Kerstin Scheidecker und Katja Tölle, die Autorinnen des ÖKO-TEST-Buchs „Gibt’s das auch in Grün?“. Denn: Ultra-Fast-Fashion-Anbieter werfen täglich bis zu mehrere tausend neue Artikel auf den Markt. „Ein Großteil davon ist untragbar“, so die Autorinnen. In Ihrem Buch enthüllen sie die Missstände in der Textilindustrie und zeigen Verbraucherinnen und Verbrauchern, wie nachhaltiges Shopping aussehen kann.    
  
Laut aktuellen Studien wollen mehr als 70 Prozent der Verbraucher nachhaltig produzierte Kleidung einkaufen, heißt es im Buch. Auf den Websites und in ihren Werbekampagnen überschlagen sich die Modegiganten deshalb mit Versprechen rund um die ökologische und soziale Nachhaltigkeit. „Mit der Realität hat das jedoch oft nur wenig zu tun“, sagen Scheidecker und Tölle. „Spätestens seit sich reiner Onlineverkauf bei einigen Anbietern etabliert hat, ist die Textilindustrie in eine völlig neue Dimension der Massenproduktion eingetreten – mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur.“ 

So fluten einzelne Online-Riesen den Markt mit mehreren tausend Artikeln – nicht pro Monat oder Quartal, sondern täglich. Dazu kommt aggressives Preisdumping. Crop-Tops für 1,25 Euro und schwindelerregend hohe Rabatte – da können viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht Nein sagen, sodass der Absatz an Textilien immer weiter steigt.

„Aus Fast Fashion ist Ultra Fast Fashion geworden“, sagen die Autorinnen. Auch wenn nicht alle Hersteller ihre Jeans und Pullover so billig anbieten wie mancher Onlineshop, machen doch die wenigsten Moderiesen konkrete Angaben zum Thema Nachhaltigkeit. Aus gutem Grund: „Für billige Kleidung arbeiten Näherinnen in Bangladesch, China oder Indien für einen Mindestlohn, der meist nicht zum Leben reicht“, betont Tölle. Und: „Je schneller die Firmen neue Klamotten auf den Markt werfen, desto weniger relevant sind Qualitätsmerkmale wie Haltbarkeit“, betont die Autorin. Infolgedessen wird ein Großteil der Kleidung schon nach kurzer Zeit weggeworfen. Gerade einmal ein Prozent wird zu neuer Kleidung recycelt. Rund 80 Prozent landen auf dem Müll. Milliarden Tonnen gammeln auf riesigen Deponien vor sich hin, größtenteils in Afrika. Die Abfälle verstopfen Flüsse oder setzen bei der Verbrennung giftige Dämpfe frei.  

Aber was können Verbraucherinnen und Verbraucher dagegen tun? „Viele versuchen bereits beim Einkauf auf nachhaltig produzierte Kleidung zu achten“, betonen die Autorinnen. Im Buch „Gibt’s das auch Grün?“ erklären sie, auf welche Label und Siegel wirklich Verlass ist, und geben zudem interessante Einblicke in die Produkttests von ÖKO-TEST: Welche Jeans-Marken kann man bedenkenlos tragen? Welche sind mit dem krebsverdächtigen Farbstoffbestandteil Anilin belastet? Auch den wohl effektivsten Tipp zu nachhaltigerem Konsum finden Leserinnen und Leser im Buch: „Der wichtigste Schritt zu einem nachhaltigeren Konsum ist, weniger Klamotten zu kaufen.“    

BuchTipp:
Kerstin Scheidecker, Katja Tölle
Gibt’s das auch in Grün?
Tricks der Industrie durchschauen, nachhaltig einkaufen
2024, 240 Seiten, € 24,-
ISBN 978-3-593-51837-4
Auch als E-Book erhältlich

Quelle: ÖkoTest Medieninfo 28.03.2024

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