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Kampf dem Körpergeruch

27.04.2009Foto: © Steve Cady  i-stock®An heißen Tagen macht sich Körpergeruch besonders schnell bemerkbar. Hier können Deos und Antitranspirantien Abhilfe schaffen und Ihre Wirkung zeigen.

Körpergeruch ist und macht unbeliebt. Aber woher kommt die säuerlich-herbe Duftnote, die unsere Haut verströmt? Nach Expertenmeinung handelt es sich beim Körpergeruch um ein komplexes Gemisch von Stoffen, die aus den Drüsen der Haut ausgeschieden werden und durch den Stoffwechsel von Hautbakterien entstehen. Der wässrige Schweiß ist jedoch keineswegs die Hauptquelle des Übels.

Zusammensetzung des Schweißes

Der mengenmäßig größte Anteil des Schweißes stammt aus den sogenannten ekkrinen Schweißdrüsen, von denen schätzungsweise zwei Millionen in lokal unterschiedlicher Dichte über die ganze Haut verteilt sind. Ihr Sekret besteht zu mehr als 99 Prozent aus Wasser mit geringen Mengen an Kochsalz, Milchsäure, Bruchteilen von Promille anderer Fettsäuren und Spuren von Harnstoff. Dieser Schweiß ist geruchlos. Erst die Zersetzung der Fettsäuren durch Hautbakterien erzeugt flüchtige und unangenehm riechende Stoffwechselprodukte. Ekkriner Schweiß wird ständig ausgeschieden, auch dann, wenn man nichts davon spürt.
Ohne Stress, Hitze und Anstrengung kommt so täglich ein halber Liter Schweiß zusammen. Braucht der Körper zusätzlich Kühlung, kann die Schweißbildung bis auf zehn Liter pro Tag hochgefahren werden.
In der Achselhöhle, aber auch an den Brustwarzen, am Bauchnabel und im Schambereich gibt es noch einen weiteren Drüsentyp, die apokrinen Schweißdrüsen oder Duftdrüsen. Sie produzieren ein fetthaltiges Sekret, das auch erst dann müffelt, wenn Hautbakterien es zersetzen.
Die apokrinen Drüsen werden hormonell reguliert und entwickeln ihre Aktivität erst in der Pubertät.
Chemisch gesehen wurde das, was uns stinkt, als Caprin- und Caprylsäure, Buttersäure, Isovaleriansäure – sie steuern die ranzige Geruchskomponente bei – und schwefelhaltige Verbindungen wie Mercaptane sowie Abbauprodukte von Proteinen und Aminosäuren wie Amine und Indole – mit stechend-säuerlicher Note – identifiziert. Die Mischung dieser Komponenten ist individuell verschieden und wird von inneren Faktoren wie Alter, Hormonstatus sowie Erkrankungen, aber auch von Außeneinflüssen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Ernährung, Kleidung, körperlicher *Aktivität, Stress und Medikamenten bestimmt. Auch die bakterielle Besiedlung und Achselbehaarung haben Einfluss auf Stärke und Art des Körpergeruchs.
Durch Waschen, Duschen oder Baden werden beide Schweißarten ebenso wie ein Großteil der geruchsverursachenden Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte entfernt.
Natürlich hält dieser Effekt nicht unbegrenzt lange an. Wer nicht stark zu Körpergeruch neigt, kommt oft allein mit Reinigung frisch durch den Tag. Als zusätzliche Maßnahme soll die Desodorierung für Schutz vor Körpergeruch über den ganzen Tag sorgen.
Für die Desodorierung gibt es grundsätzlich vier Möglichkeiten:

- Überdecken des Geruchs mit Parfüm ist als Langzeitschutz nicht zuverlässig genug, wird aber allen anderen Strategien zur Seite gestellt und vom Verbraucher als wichtige Produkteigenschaft auch erwartet. Parfüm, vor allem in großen Mengen, ist aber wegen des Allergierisikos nicht unproblematisch.

- Verminderung oder Verhinderung der Schweißbildung durch Antitranspirantien führt durch Verengung und Blockierung der Schweißdrüsenporen mit Aluminiumverbindungen, die Hauteiweiße ausfällen, zu verringertem Schweißfluss und damit zu weniger Körpergeruch. Die Aluminiumverbindungen haben gleichzeitig auch eine schwach antibakterielle Wirkung. Da auch Schwitzflecken vermieden werden, ist diese Methode z. Zt. sehr beliebt, aber auch umstritten wegen behaupteter toxischer Effekte der Aluminiumverbindungen und einem gewissen Reizpotential.

- Antibakterielle und desinfizierende Wirkstoffe greifen an den Hautbakterien an. So wird die Achselhöhle zwar feucht, aber es entsteht kein bzw. weniger Geruch. Eine zu starke Abtötung von Hautbakterien ist nicht sinnvoll, da die Zerstörung der Hautflora das Risiko für die Besiedlung mit Krankheitserregern begünstigt. Stark wirksame „Bakterienkiller“ können auch hautaggressiv wirken. Triclosan wird wegen nicht eindeutig nachgewiesener Gefahren für die Gesundheit immer wieder diskutiert. Milder sind z. B. Triethylcitrat, Caprylyl Glycol oder ein Rapssamenölferment. Auch Alkohol hat eine antibakterielle Wirkung, kann aber sehr empfindliche und vor allem trockene Haut reizen. Er brennt auch nach der Achselhaarrasur.

- Geruchsabsorber beeinflussen weder die Schweißbildung noch die Hautbakterien, sondern umhüllen die Moleküle, die den Geruchseindruck auslösen so, dass sie sich nicht mehr an die Geruchsrezeptoren in der Nase binden können. Ein gut bewährter Stoff mit hoher Hautverträglichkeit ist das Zinkrizinoleat.
Solche Geruchsabsorber sind sehr gut hautverträglich, aber alleine nicht ausreichend stark und lange wirksam. Z.B. im sebamed Deo Balsam Sensitive ist das Zinkrizinoleat deshalb mit dem Bakterienhemmstoff Caprylyl Glycol und geringen Mengen an Parfüm kombiniert. Dadurch ergibt sich – zusammen mit dem hautverwandten Pflegestoff Squalan und dem pH-Wert 5,5 als natürlicher Körpergeruchs-Bremse – ein besonders hautverträglicher und gleichzeitig lang anhaltender und zuverlässiger Deoeffekt.
Als Test für die Deowirkung ist zurzeit nur der sogenannte Sniffing- Test anerkannt. Dabei wird die Geruchsentwicklung in der mit Deo behandelten Achselhöhle mit der unbehandelten Gegenseite von Riechexperten („Sniffern“) verglichen. Wird auch nach 24 Stunden noch ein statistisch gesicherter Unterschied zwischen den beiden Achseln „erschnüffelt“, gilt eine 24 Stunden-Wirkung als gesichert.

Dr. Michaela Arens-Corell
Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung der Sebapharma GmbH & Co.KG




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